Archiv der Kategorie: Presse

Vom 07. bis 09. März 2019 öffnet die therapie Leipzig ihre Pforten. An drei Messetagen werden wieder mehr als 3.000 Therapeuten erwartet. Denn: Die therapie Leipzig bietet einen kompletten Marktüberblick für Therapie, Medizinische Rehabilitation und Prävention in Deutschland. Dabei werden berufspolitische Fakten auch 2019 nicht fehlen: Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) lädt alle Therapeuten zur berufspolitischen  Diskussionsrunde „SHV konkret“ ein.

SHV konkret: Berufspolitik aktuell und persönlich – Sie fragen, wir antworten!

„SHV konkret“ heißt es am zweiten Messetag in Leipzig. Am Freitag, dem 08. März 2019, stellen sich die Vorsitzenden der Mitgliedsverbände des SHV auf der Mehrzweckfläche 3, CCL, Ebene 0, aktuellen Fragen rund um die Berufspolitik. Zentrales Thema ist dabei das aktuelle Gesetzgebungsverfahren zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das mit deutlichen Verbesserungen für Heilmittelerbringer am 01. Mai 2019 in Kraft treten soll:

Zwischen 13:30 und 14:15 Uhr geht es also um eine bessere Vergütung, weniger Bürokratie und mehr therapeutischen Spielraum. All das sind positive Auswirkungen, die Therapeuten vom TSVG erwarten können. Weitere Vergütungserhöhungen, eine Aufwertung der therapeutischen Berufe ist für die Mitgliedsverbände des SHV angesichts des immer dramatischer werdenden Fachkräftemangels entscheidend, um die therapeutische Patientenversorgung nachhaltig zu sichern und ebenso die Situation aller Therapeuten deutlich zu verbessern. Die Politik weiß inzwischen: Nur wenn es ausreichend Therapeuten gibt, die von ihrem Beruf leben können und ihre Kompetenzen richtig zum Einsatz bringen können, ist eine flächendeckende therapeutische Patientenversorgung in Deutschland gesichert.

Details zu den weiteren Forderungen, die der SHV in das aktuelle Gesetzgebungsverfahren eingebracht hat, sind Thema der Veranstaltung. „Kommen Sie vorbei und informieren Sie sich aus erster Hand über unsere gemeinsame Arbeit, die Etappenziele, unsere noch offenen Forderungen und das weitere berufspolitische Vorgehen“, betont Ute Repschläger, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände.

Wir sind für Sie da – sprechen Sie uns an!

Ansprechpartner der Mitgliedsverbände des SHV stehen Ihnen an allen Messetagen in Halle 2 am gemeinsamen Stand-Nr. G34 für Gespräche zur Verfügung. Auch bei der Messeparty zum 10-jährigen Jubiläum der therapie Leipzig ist der SHV dabei:  am 08. März zwischen 17 und 19 Uhr gibt es Freibier am SHV-Stand. Diskutieren Sie mit uns, feiern Sie mit uns, wir freuen uns auf Sie!

Mehr Infos zur therapie Leipzig gibt es unter www.therapie-leipzig.de.

Köln, 15. Januar 2019. Am 16. Januar findet die Anhörung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages statt. In einem Änderungsantrag der Regierungskoalitionen CDU/CSU und SPD geht es auch um eine Verbesserung der Heilmittelversorgung. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) begrüßt diese Initiative und bezieht Position:

Höhere und einheitliche Preise und deutschlandweit geltende Verträge mit dem GKV-Spitzenverband reduzieren die Schlechterstellung beziehungsweis festigen die Gleich-behandlung der Heilmittelerbringer. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass es ab 01. April 2019 bundesweit einheitliche Preise für jede einzelne Heilmittelleistung geben soll, dabei ist der jeweils höchste in Deutschland vereinbarte Preis die Grundlage. Damit die neuen Preise zeitnah von den Praxisinhabern abgerechnet werden können, sollte aus Sicht des SHV der GKV-Spitzenverband gesetzlich verpflichtet werden, die ab 1. April 2019 gültige Preisliste bis spätestens 30. April 2019 zu veröffentlichen.

Außerdem sieht das Gesetz vereinfachte Zulassungsbedingungen für Heilmittelerbringer vor, die zwischen den Vertragspartnern auf Bundesebene verhandelt werden. Darüber hinaus erhalten die Heilmittelerbringer durch die mit der Gesetzesinitiative verbundenen Maßnahmen wie die Blankoverordnung mehr Entscheidungsbefugnisse. Dies optimiert die therapeutische Patientenversorgung und wertet die Heilmittelberufe auf. „Es gibt in den Änderungsanträgen der Koalition zum TSVG viele gute Ansätze, die die Arbeitsbedingungen der Heilberufe und damit die Rahmenbedingungen für die Heilmittelversorgung der Versicherten deutlich verbessern“, betont Ute Repschläger, Vorsitzende des SHV.

Noch schöpft der aktuelle Gesetzentwurf aber die Chance auf weitere Versorgungsverbesserungen mit Heilmitteln nicht bestmöglich aus. So gibt es Nachbesserungsbedarf bei den Themen Bürokratieabbau, wirtschaftliche Verantwortung, Zulassungsverfahren und Telematik.

Gerade die Digitalisierung ist ja ein Schwerpunktthema von Gesundheitsminister Jens Spahn. Damit Heilmittelerbringer bei der Telematik nicht von Beginn an abgehängt werden, fordert der SHV und seine Mitgliedsverbände eine sofortige Lese- und Schreibberechtigung auch für Heilmittelerbringer, natürlich verbunden mit Einführung des elektronischen Heilberufeausweises. Der damit verbundene finanzielle Aufwand ist durchaus überschaubar: Die Versorgung von rund 100.000 Heilmittelpraxen in Deutschland mit einem Konnektor, dessen Kaufpreismarkt etwa bei 60,- Euro liegt, erfordert einen Aufwand von etwa 6 Millionen Euro. Im Vergleich zu den Kosten in anderen Versorgungsbereichen, sollte diese Summe im Sinne des Bürokratieabbaus nicht zum Ausschluss der Heilmittelerbringer führen.

Ein weiterer wichtiger Punkt für den SHV ist die gesetzliche Verankerung von Modellvorhaben zum Direktzugang. Die Erfahrungen im Ausland bestätigen sowohl eine hohe Patientenzufriedenheit und -sicherheit als auch die Effektivität dieser Versorgungsoption. Der SHV weist in seiner Stellungnahme deshalb auch auf den bereits vorliegenden Änderungsantrag der Ersatzkassen vom 15. August 2018 hin, der ebenfalls eine Verankerung der Modellvorhaben zum Direktzugang im Gesetz vorsieht.

Der SHV hat seine Optimierungsvorschläge zum TSVG in einer schriftlichen Stellungnahme formuliert und zudem am 14.01.2019 mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Thomas Gebhart sowie seinen Mitarbeitern aus der Abteilung SGB V des BMG diskutiert. Dabei zeichnete sich ab, dass das TSVG erst einen Monat später, d. h. zum 1. Mai 2019 in Kraft treten wird. Vertreter der SHV-Mitgliedsverbände werden dazu auch in der anstehenden Anhörung im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages Rede und Antwort stehen.

 

TSVG: Vorbereitung der Berufsverbände auf Anhörung im Gesundheitsausschuss läuft

Am 08. Januar 2019 nahmen BED, dbl, DVE, IFK, PHYSIO-DEUTSCHLAND, SHV, VPT und Vereinte Therapeuten an einem vorbereitenden Verbändetreffen in Hannover teil. Grundlage des Gesprächs waren der Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und die vorliegenden Änderungsanträge der Fraktionen zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Denn: In der kommenden Woche stehen im aktuellen Gesetzgebungsverfahren gleich zwei berufspolitische Termine in Berlin an, die für alle Heilmittelerbringer richtungsweisend sein werden.

Gesetz verbessert die Situation der Therapeuten

Die Berufsverbände begrüßen die Gesetzesinitiative der Bundesregierung und die damit einhergehenden weiteren Verbesserungen für Heilmittelerbringer ausdrücklich. Das Ziel aller Verbände ist die finanzielle Besserstellung der Therapeuten in Deutschland. Dem entspricht die im Änderungsantrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD enthaltene Regelung: Es soll ab 01. April 2019 bundesweit einheitliche Preise für jede einzelne Heilmittelleistung geben, wobei der jeweils höchste in Deutschland vereinbarte Preis gelten soll.

Dabei werden alle bereits verhandelten Erhöhungen berücksichtigt, auch wenn diese erst nach dem 01. April 2019 in Kraft treten sollten. Diese Regelung ist ein wichtiges Signal und wertet die Therapieberufe in allen Bundesländern finanziell auf. Dass dies noch lange nicht ausreicht, darüber waren sich alle anwesenden Verbände einig.

Nachbesserungen an einigen Stellen erforderlich

Bei den Themen Bürokratieabbau, wirtschaftliche Verantwortung, Zulassungsverfahren, Telematik und der gesetzlichen Verankerung von Modellvorhaben zum Direktzugang sehen die Berufsverbände noch Nachbesserungsbedarf, den sie in den schriftlichen Stellungnahmen und den anstehenden Terminen in Berlin deutlich formulieren werden.

Die nächste Woche im Überblick

Am 14. Januar 2019 trifft Bundesgesundheitsminister Spahn die Heilmittelverbände im Ministerium. Zwei Stunden lang wird der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Thomas Gebhart mit Vertretern der Verbände über die Änderungsanträge der Bundesregierung zur Verbesserung der Heilmittelversorgung sprechen.

Bereits zwei Tage später, am 16. Januar 2019, wird das TSVG dann drei Stunden lang im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages in einer öffentlichen Anhörung beraten. Neben den schriftlichen Stellungnahmen vorab werden die Verbandsvertreter dort den Mitgliedern des Ausschusses Rede und Antwort stehen. Voraussichtlich wird die Anhörung zwischen 14:30 Uhr und 17:30 Uhr im Parlamentsfernsehen unter www.bundestag.de live übertragen.

Umsetzung des Gesetzes bedarf guter Vorbereitung

Das Treffen am 08. Januar 2019 war bereits der dritte offene Austausch unter den Berufsverbänden der Heilmittelbranche. Es zeigte sich erneut: Eine berufsgruppenspezifische Betrachtungsweise der einzelnen Heilmittelbereiche ist zwingend, um passgenaue Lösungen für die einzelnen Versorgungsbereiche zu finden. Die Runde hat deshalb beschlossen, den Dialog und die Zusammenarbeit zeitnah fortzusetzen.

Denn: Ab Januar 2020 sollen, laut Gesetzentwurf, die maßgebenden Spitzenorganisationen der einzelnen Heilmittelbereiche die Preise auf der Basis betriebswirtschaftlicher Grundlagen bundesweit verhandeln. Diese Verhandlungen werden kein Selbstläufer. Mit dem GKV-Spitzenverband haben die Heilmittelverbände einen starken Verhandlungsgegner.

Am 12.12.2018 tagte der Fachbeirat des elektronischen Gesundheitsberuferegisters (eGBR) in Berlin. Dabei kündigte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) an, dass die Gesundheitstelematik zunächst lediglich mit Ärzten, Apothekern und Psychotherapeuten startet. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) kritisiert diese Ankündigung und fordert eine sofortige Lese- und Schreibeberechtigung auch für Heilmittelerbringer, natürlich verbunden mit der Einführung des elektronischen Heilberufeausweises.

Im Anschluss an die Sitzung des eGBR bestand die Gelegenheit, am eHealth-Kongress der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag teilzunehmen. Hier bestätigte sich die Ankündigung des BMG: In einem ersten Schritt will die Bundesregierung Ärzte, Apotheker und Psychotherapeuten in die Gesundheitstelematik einbeziehen. Erst danach sollen die Heilmittelerbringer folgen. Der Kongress war sehr arztzentriert. Umso besser, dass einige Vertreter der Heilmittelerbringer anwesend waren und auf die Bedeutung der Therapieberufe für die „Zukunft eHealth“ hinweisen konnten.

Der SHV setzt sich weiter für die sofortige Einbeziehung in die Gesundheitstelematik ein!

In ihrem Wahlkreis Herne traf der IFK-Regionalausschussvorsitzende Christoph Biele die Staatsministerin im Auswertigen Amt, Michelle Müntefering, MdB (SPD), um über die besorgniserregende Versorgungssituation mit Heilmitteln vor Ort und nötige politische Schritte im Rahmen der SHV-Aktion „Entscheidungshilfe“ zu sprechen. Gemeinsam mit IFK-Geschäftsführer Dr. Björn Pfadenhauer verdeutlichte Biele, was Fachkräftemangel für alle Beteiligten bedeutet. In diesem Zusammenhang konnten die drei auch die aktuellen Gesetzesvorschläge (wir berichteten hier) von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in den Blick nehmen. Dass neue und auch innovative Versorgungsformen in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle spielen werden, verdeutlichten die IFK-Vertreter eindrücklich und machten darauf aufmerksam, dass die Möglichkeit den Direktzugang in Modellvorhaben zu erproben, jetzt dringend auf den Weg gebracht werden muss. „Dieser Beruf muss für junge Menschen attraktiver werden“, so Staatsministerin Müntefering, die damit auch die Bedeutung der Heilmittelberufe im Gesundheitssystem unterstrich.

 

Müntefering_Biele_BP

Michelle Müntefering, MdB (SPD) (m.) traf Christof Biele (l.) und Dr. Björn Pfadenhauer (r.) zum Gespräch

Die letzten Termine der SHV-Aktion stehen an. In Saarbrücken traf IFK-Vorstandsmitglied Mark Rietz Markus Tressel, MdB (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Vor allem die Themen Fachkräftemangel und Vergütung standen im Vordergrund. Dabei konnte auch die Perspektive der ländlichen Versorgung, gerade die Versorgung mit Hausbesuchen und welche Stolpersteine da derzeit lauern, besprochen werden.

Zum Ende der SHV-Aktion hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nun erste konkrete Änderungsvorschläge formuliert (wir berichteten hier: https://www.shv-heilmittelverbaende.de/2018/12/05/berlin-aktuell-bundesgesundheitsminister-konkretisiert-seine-plaene-fuer-den-heilmittelbereich/). In den nächsten Wochen werden zahlreiche weitere Gespräche mit der Fachpolitik in Berlin folgen, um bis zur Abstimmung im Bundestag, die Vor- und Nachteile der Vorschläge von allen Seiten zu beleuchten und dort wo es nötig ist, noch zu optimieren.

Markus Tressel, MdB (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) (r.) traf IFK-Vorstandsmitglied Mark Rietz (l.)

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am 05. Dezember 2018 seine konkreten Pläne für Verbesserungen im Heilmittelbereich in Berlin vorgestellt. Sein Ziel: Verbesserungen für Physio- und Ergotherapeuten sowie Podologen und weitere Heilmittelerbringer sollen in ein aktuelles Gesetzgebungsverfahren einfließen und somit möglichst zeitnah zur Umsetzung kommen. Die bundeseinheitlichen Höchstpreise werden auf den
1. April 2019 vorgezogen.

Die Vorschläge im Einzelnen

Höherer Verdienst, einheitliche Preise, einheitliche Verträge, verbindliche Zulassungsbedingungen, mehr Entscheidungsbefugnisse für Therapeuten und eine kostenfreie Ausbildung – diese Verbesserungen bringt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als Änderungsantrag in das Gesetzgebungsverfahren zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in den Deutschen Bundestag ein.

Höherer Verdienst:

„Stärkere Honorarerhöhungen müssen zukünftig möglich sein“, machte Jens Spahn in der Pressekonferenz deutlich. Möglich soll dies durch den dauerhaften Wegfall der Bindung an die Grundlohnsumme bei Vergütungsverhandlungen werden. Diese ist bislang nur bis einschließlich 2019 ausgesetzt.

Honorarverhandlungen sollen zukünftig bundesweit erfolgen. Dabei sollen der steigende Bedarf, die berechtigten wirtschaftlichen Interessen der freiberuflich tätigen Therapeuten sowie angemessene Gehälter für Angestellte in ambulanten Praxen von den Vertragspartnern berücksichtigt werden. „Praxen sollen wirtschaftlich geführt werden können“, unterstreicht der Minister seine Vorstellungen. Neu ist, dass künftig der Aufwand für notwendige Vor- und Nachbereitung der Behandlungseinheiten und die Dokumentation in den Verhandlungen stärkere Berücksichtigung finden soll.

Einheitliche Preise:

Zum 01. April 2019 sollen einmalig und bundeseinheitlich alle Preise für alle Kassen und Vertragsregionen auf das aktuelle Höchstniveau angehoben werden. Das ist die Voraussetzung, um im nächsten Schritt die Honorare auf Bundesebene verhandeln zu können.

Einheitliche Verträge:

Ab dem 01. Januar 2020 sollen der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und die für die Interessen der Heilmittelerbringer maßgeblichen Spitzenverbände die Verträge für Heilmittelleistungen verhandeln. „Auf Zeit spielen“ soll laut dem Minister dabei nicht mehr möglich sein, was auf eine Beschleunigung möglicher Schiedsverfahren und verkürzte Fristen hinweist. Näher darauf eingegangen ist Jens Spahn allerdings heute nicht.

Gleiche und vereinfachte Zulassungsbedingungen:

Weniger bürokratisch und bundeseinheitlich sollen zukünftig die Zulassungsbedingungen durch ein vereinfachtes Beitrittsverfahren abgelöst werden. Die personellen, räumlichen und sachlichen Voraussetzungen werden zwischen den Vertragspartnern auf Bundesebene vertraglich geregelt.

Mehr Entscheidungsbefugnis:

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält an seinem Plan fest, die Blankoverordnung zu bestimmten Indikationen in der Regelversorgung zu verankern. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) werden per Gesetz aufgefordert, bis Ende März 2020 entsprechende Indikationen zu vereinbaren. Bei der Blankoverordnung soll die Auswahl des Heilmittels, die Behandlungsfrequenz und die Behandlungsdauer vom Therapeuten selbst bestimmt werden können.

Ein Wermutstropfen: Modellvorhaben zum Direktzugang hat der Minister auf Nachfrage eine Absage erteilt. Der Regelungsbedarf sei aus seiner Sicht aktuell noch zu hoch. Mehr Entscheidungsbefugnis für Therapeuten soll im ersten Schritt die Blankoverordnung bringen.

Kostenfreie Ausbildung:

Aktuell erarbeitet das Bundesgesundheitsministerium und eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe ein Konzept, wie das Schulgeld für die Heilmittelberufe bundesweit abgeschafft werden kann. Laut Minister sollen dazu schnellstmöglich Ergebnisse vorliegen. Denn: Nur wenn genug Fachkräfte ausgebildet werden, ist die Versorgung der Patienten auf Dauer gewährleistet.

So geht es weiter

Insgesamt rechnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit Mehrausgaben durch sein Gesetzespaket zwischen 500 und 600 Millionen pro Jahr für die Krankenkassen. Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage und der finanziellen Rücklagen der Kassen, sollte dies ohne Probleme machbar sein. Laut Minister bestehe Konsens in der Gesellschaft, dass die Heilmittelerbringer angemessen vergütet werden sollten und die Berufe insgesamt eine Aufwertung erfahren.

Bereits in der kommenden Woche am 13. Dezember 2018 berät der Deutsche Bundestag in 1. Lesung das TSVG.  Vorgesehen ist eine einstündige Debatte, die im Parlamentsfernsehen live unter www.bundestag.de übertragen wird.

Zu diesem Tagesordnungspunkt der Plenarsitzung liegt außerdem ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN zu Verbesserungen im Heilmittelbereich vor. Danach werden der Gesetzentwurf zum TSVG und die vorliegenden Änderungsanträge zu fachlichen Beratungen an den Gesundheitsausschuss im Deutschen Bundestag verwiesen. Für den 16. Januar 2019 ist eine Anhörung zum TSVG im Ausschuss geplant.

Jens Spahn hat in der Pressekonferenz angekündigt, dass er die Heilmittelverbände zu einem weiteren Treffen im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens einladen wird, um im direkten Austausch mit den Betroffenen zu bleiben.

Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) wird die Anträge zum Gesetz intensiv prüfen und aufzeigen, wo gegebenenfalls noch Nachbesserungs- oder Klärungsbedarf besteht. In Gesprächen und im Rahmen des Anhörungsverfahrens wird der SHV diese einbringen. In Kraft soll das TSVG laut Bundesminister Spahn am 01. April 2019 treten.

Wir werden über den Gesetzgebungsprozess weiter berichten.

22.11.2018

Die SHV-Sommeraktion neigt sich dem Ende zu. Im Rahmen der aktuell noch laufenden Gespräche trafen sich Präsidentin Ute Repschläger und Geschäftsführer Heinz Christian Esser mit den Mitgliedern des Bundestages Emmi Zeulner und Dr. Georg Nüsslein. Frau Zeulner fungiert als Co-Berichterstatterin für den Bereich Heilmittel, Herr Dr. Nüsslein ist der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Fachgebiet Gesundheitspolitik. In einem fast einstündigen Gespräch wurden alle Aspekte des Eckpunktepapiers von Jens Spahn angesprochen. Es stieß bei Herrn Dr. Nüsslein und Frau Zeulner auch in den Details auf höchste Zustimmung. Beide stimmten damit überein, dass ein schnelles und wirksames Handeln für die Heilmittelbranche unbedingt notwendig ist. Dies ist aus Sicht des SHV eine gute Voraussetzung und ein vielversprechender Einstieg in die Verhandlungen der nächsten Wochen, wenn es um die gesetzliche Verwirklichung der Forderungen von Gesundheitsminister Jens Spahn geht. Deutlich wurde aber auch: Zum Thema Akademisierung besteht weiterhin intensiver Gesprächsbedarf. In der kommenden Woche finden die letzten Gespräche der Aktion statt, anschließend werden wir in unseren Medien über die Ergebnisse berichten.

 

 

Vergütung und Direktzugang standen im Mittelpunkt eines weiteren SHV-Aktionstermins, den IFK-Vorsitzende Ute Repschläger mit IFK-Geschäftsführer Dr. Björn Pfadenhauer bei Hilde Mattheis, MdB (SPD) in ihrem Berliner Büro wahrnahmen.

Unter dem Eindruck des Eckpunktepapiers von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, zur Sicherung und Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung (die IFK-Beurteilung des Papiers finden Sie hier), wurden mögliche nächste Schritte diskutiert, die ein höheres Vergütungsniveau ermöglichen könnten, wenn die Grundlohnsummenbindung wegfällt. Die SHV-Vertreter ließen aber keinen Zweifel daran, dass hier schnell gehandelt werden muss, damit die Praxen vor Ort, wirtschaftlich abgesichert sind.

Ein Ziel der SHV-Aktion ist aufzuzeigen, dass die ambulanten Therapiepraxen an einem dramatischen Fachkräftemangel leiden. Dabei wird ein Schwerpunkt darauf gelegt, zu verdeutlichen, welche Auswirkungen das ganz konkret vor Ort und für die jeweiligen Wahlkreise hat. (Bild: Copyright Büro Hilde Mattheis)

 

v.l.n.r.: IFK-Geschäftsführer Dr. Björn Pfadenhauer, Hilde Mattheis, MdB (SPD), IFK-Vorsitzende Ute Repschläger

Berufspolitische Standortbestimmung – darum ging es beim Verbändetreffen am 21. November 2018 in Berlin. 14 Berufsverbände nahmen an diesem Austausch teil. Vertreter von BED, dba, dbl, dbs, DVE, IFK, LOGO Deutschland, PHYSIO-DEUTSCHLAND, SHV, VDD, VDP, VDB, VPT, Vereinte Therapeuten und ZFD sprachen über die berufspolitischen Belange von Diätassistenten, Ergotherapeuten, Logopäden, Masseuren und medizinischen Bademeistern, Physiotherapeuten, Podologen, sowie Sprach- und Stimmtherapeuten. Grundlage des Gesprächs war das Eckpunktepapier des Gesundheitsministers Jens Spahn und das Sofortprogramm von Dr. Roy Kühne.

Wichtiges Ziel aller Berufsverbände ist die finanzielle Besserstellung der Therapeuten in Deutschland. Dafür ist die dauerhafte Abschaffung der Grundlohnsummenbindung bei Vergütungsabschlüssen Voraussetzung. Außerdem braucht es stringenterer Schiedsverfahren, wie sie das Eckpunktepapier des Ministers vorsieht, um Hängepartien der Krankenkassen gegenüber den Therapeuten bei Gebührenverhandlungen zu unterbinden.

Um dem Fachkräftemangel entschiedener als bislang entgegenzutreten, sind weitere Steigerungen bei der Vergütung therapeutischer Leistungen unverzichtbar. Diese Finanzspritze muss vor 2020 in der Branche ankommen, um einer weiteren Abwanderung aus den Berufen entgegenzuwirken. Bei der unzureichenden Vergütung waren sich die Anwesenden ebenso einig wie beim dringend erforderlichen Bürokratieabbau.

Der offene Austausch unter den Berufsverbänden hat gezeigt, dass eine berufsgruppenspezifische Betrachtung der einzelnen Heilmittelbereiche sinnvoll ist, um passgenaue Lösungen für die einzelnen Versorgungsbereiche zu finden. Die Runde hat beschlossen, den Dialog zeitnah fortzusetzen. Das nächste Treffen wird es geben, sobald das Bundesministerium für Gesundheit seine Textentwürfe zur Umsetzung des Eckpunktepapiers vorlegt. Denn: Jetzt ist der Zeitpunkt, um deutliche Verbesserungen für alle Therapeuten politisch durchzusetzen.