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Es geht um nicht weniger als die nachhaltige Existenzsicherung für Physiotherapeuten. Vertreter des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV) reisen durch die Wahlkreise der Gesundheitspolitiker und sprechen mit ihnen vor Ort oder in Berlin über dieses Thema sowie weitere konkrete Maßnahmen zur Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung der Versicherten mit Heilmitteln.

IFK-Vorsitzende Ute Repschläger und IFK-Geschäftsführer Dr. Björn Pfadenhauer trafen sich deshalb mit dem heilmittelpolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, Dr. Wieland Schinnenburg, MdB in Berlin zum Gespräch.

Einig waren die SHV-Vertreter und der Parlamentarier, dass die nicht ausreichende Vergütung ein sehr zentrales Grundproblem darstellt, das den Fachkräftemangel in den Therapieberufen verschärft. Die SHV-Vertreter machten zudem deutlich, dass die Probleme nicht ausschließlich durch steigende Schülerzahlen zu lösen sind, sondern dass eine Neuorganisation des Gesundheitssystems erfolgen muss. Dabei muss die Digitalisierung vorangetrieben und der Direktzugang erprobt werden.

Die Sommeraktion „Entscheidungshilfe“ geht mit zahlreichen Politikerbesuchen in Berlin und in den Wahlkreisen vor Ort weiter.

(v. l. n. r.: IFK-Geschäftsführer Dr. Björn Pfadenhauer, Dr. Wieland Schinnenburg, MdB (FDP) sowie IFK-Vorsitzende Ute Repschläger)

Der Fachkräftemangel ist deutlich spürbar – die Zahl der auszubildenden Therapeuten sinkt, die Abwanderung in besser bezahlte Berufe nimmt zu. Zugleich steigt der Bedarf an Heilmitteln – und er wird sich durch die demografische Entwicklung noch verstärken. Vertreter des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) nutzen die parlamentarische Sommerpause, um mit Gesundheitspolitikern in ihren Wahlkreisen über die Situation der Therapeuten und die Sicherstellung der flächendeckenden Patientenversorgung mit Heilmitteln zu sprechen.

Am 10. August 2018 war Jeannette Polster, Vizepräsidentin des Deutschen Verbandes für Podologie (ZFD) e.V. und Vorstandsmitglied im SHV, bei CDU-Politiker Alexander Krauß, MdB und Mitglied des Gesundheitsausschusses, in seinem Büro in Schwarzenberg zu Gast.

Eingängig wurde über die prekäre Situation sowohl der Podologen als auch aller Therapeuten gesprochen und der dringende Handlungsbedarf dargestellt. Dieser ist vor allem beim Thema Vergütung notwendig, um die Therapieberufe nachhaltig zu stärken. So konnte die Einkommenssituation der Praxisinhaber und der angestellten Mitarbeiter sowie die kostenintensiven Einstiegshürden in den Beruf anschaulich dargestellt werden. Polster verwies auf die Dringlichkeit einer kostenfreien Ausbildung mit einer Ausbildungsvergütung der Therapieberufe, um dem Nachwuchskräftemangel entgegen zu wirken, sowie auf das Erfordernis einer unbefristeten Abkoppelung von der Grundlohnsumme als wichtige Maßnahme für leistungsgerechte Einkommen.

Weitere Themen waren die Novellierung der Berufsgesetze und der Direktzugang. Ebenso wurden die Modellversuche thematisiert und weshalb hier noch keine neuen Projekte zu verzeichnen sind. Dass die Verbände hier sehr wohl aktiv sind und mit den Kassen das Gespräch suchen, diese aber sehr zurückhaltend reagieren, konnte ebenfalls hervorgehoben werden.

Die wirtschaftliche Situation der Podologen, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten muss verbessert werden, um die Attraktivität der Berufe zu steigern und junge Menschen dafür zu begeistern. Dafür stellt der SHV Forderungen an die Politik und wird auch weiterhin die Akteure für die Belange der Therapeuten sensibilisieren.

Alexander Krauß, MdB und Jeannette Polster, Vizepräsidentin podo deutschland

Treffen von SHV-Vertretern mit Dirk Heidenblut, MdB

 

Am 31.07.18 trafen sich Dirk Heidenblut, MdB und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, in seinem Wahlkreis in Essen mit Vertretern des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände e.V. (SHV). Am Gespräch nahmen Ingrid Schalk, Dr. Björn Pfadenhauer (beide IFK) und Arnd Longrée (DVE) teil.

Heidenblut ist als zuständiger Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für die Themen „eGK, TI, Telemedizin und Datenschutz“ verantwortlich, von daher stand die vollständige Einbindung der Heilmittelerbringer in die Gesundheitstelematik ganz oben auf der Agenda. Die SHV-Vertreter konnten verdeutlichen, dass ein „e-Health-Gesetz II“ mehr als überfällig ist, in dem endlich die Zugriffsberechtigung der Berufsangehörigen auf behandlungsrelevante Informationen in § 291a SGB V eindeutig geregelt wird. Konzepte für elektronische Patientenakten oder auch Patientenfächer werden derzeit breit diskutiert und von vielen Krankenkassen auch schon umgesetzt. Doch im Wesentlichen dürfen nur Ärzte, Apotheker oder Mitarbeiter in Krankenhäusern auf die entsprechenden Daten zugreifen. Heidenblut sicherte zu, sich dieses Themas ausdrücklich anzunehmen, es sei dringend an der Zeit, hier endlich für Fortschritt zu sorgen.

Aber auch die wirtschaftliche Situation der Heilmittelerbringer wurde angesprochen, die gerade im Bereich der ambulanten Praxen nach wie vor existenzbedrohend ist. Diese muss sich dringend ändern. Nicht zuletzt, um zu erreichen, dass wieder mehr junge Menschen Ergotherapeut, Physiotherapeut oder auch Podologe werden möchten. Daher sprach die Runde auch über die Themen Schulgeldfreiheit und Modernisierung der Ausbildung sowie Direktzugang, zu denen der SHV klare Forderungen an die Politik stellt.

Die IFK-Regionalausschussvorsitzende Essen Ingrid Schalk, IFK-Geschäftsführer Dr. Björn Pfadenhauer, Arnd Longrée vom DVE sowie Dirk Heidenblut, MdB (v. l. n. r.)

Am 27. September 2018 veranstaltet der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) den 1. Therapiegipfel.  Der Therapiegipfel findet im Historischen Hörsaal des Langenbeck Virchow Hauses zentral in Berlin statt. Die Teilnahme ist kostenlos und die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

 

Das Programm. Der Ort. Die Teilnehmer.

Drei Stunden geballte Berufspolitik für Heilmittelerbringer – das bietet der 1. Therapiegipfel in Berlin. Den Auftakt macht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit einem Eingangsstatement zum Heilmittelbereich.

Im Anschluss diskutiert der SHV-Vorstand im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit  Gesundheitspolitikern und kompetenten Fachleuten unter anderem die Themen Vergütung, Direktzugang, Akademisierung und kostenfreie Ausbildung.

Mehrere hundert Forderungen und Rückmeldungen von Therapeuten haben den SHV erreicht. Die am häufigsten genannten werden in die Podiumsdiskussion einfließen. Der SHV dankt an dieser Stelle allen Kolleginnen und Kollegen für ihre Statements und Forderungen an die Politik.

Diskutieren Sie mit und kommen Sie nach Berlin – jetzt hier online anmelden!

Sommeraktion, Therapiegipfel, Verbändetreffen, Modellvorhaben, Vergütungsverhandlungen und, und, und – viele Themen standen auf der Tagesordnung der Vorstandssitzung des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) am 13. Juli 2018 in Düsseldorf.

 

Sommeraktion „Entscheidungshilfe“ des SHV läuft

In Berlin ist parlamentarische Sommerpause, aber das Rad der Politik steht nicht still. Im Rahmen der Sommeraktion „Entscheidungshilfe“ besucht der SHV-Vorstand in den nächsten Wochen Politiker, die für den Heilmittelbereich wichtig sind. In den Gesprächen mit den Parlamentarischen Staatssekretären beim Bundesminister für Gesundheit, mit den Fraktionsvorsitzenden sowie den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag geht es um die

  • umgehende Novellierung der Berufsausbildungsgesetze mit klaren Qualitätsvorgaben an die Ausbildungseinrichtungen:
    • Wegfall des Schulgeldes und Einführung einer Ausbildungsvergütung
    • klare Verankerung der akademischen Ausbildung
    • Verankerung des Direktzugangs bereits in der Ausbildungszielbeschreibung
  • nachhaltige Existenzsicherung aller freiberuflich und angestellt ambulant tätigen Heilmittelerbringer durch leistungsgerechte Entgelte
  • Abkoppelung von der Grundlohnsumme auch für die Haushaltsjahre ab 2020
  • originäre Mitbestimmungs- und Mitspracherechte der Heilmittelerbringer im G-BA
  • vollständige Einbindung in die Telematik

Die inhaltliche Feinjustierung sowie die Terminplanung der Sommeraktion erfolgten im Rahmen der Vorstandssitzung am vergangenen Freitag.

Vorbereitungen für den 1. Therapiegipfel laufen auf Hochtouren

Am 27. September 2018 ist es soweit – in Berlin findet der 1. Therapiegipfel statt. Der Anspruch: Gemeinsam mit Entscheidern aus der Gesundheitspolitik über die bestmöglichen Lösungen für Therapeuten in Deutschland zu diskutieren. Das Ziel: Noch in dieser Legislaturperiode soll eine kostenfreie Ausbildung Standard werden. Außerdem macht der SHV sich stark für weiterführende Regelungen bei den Vergütungen, die über das Jahr 2020 hinausgehen.

Fakt ist: Die Therapieberufe müssen attraktiver werden. Wir brauchen konkrete Lösungsansätze, um dem Fachkräftemangel und der dadurch gefährdeten Patientenversorgung entgegenzuwirken. Das Motto: Heute an morgen denken und handeln – für Patienten und für uns Therapeuten!

Informationen zum Ablauf und der Anmeldung zum Therapiegipfel gibt es in Kürze unter www.therapiegipfel.de.

Andreas Pfeiffer neues Mitglied im SHV-Vorstand

Im Juni 2018 haben die Mitglieder des Deutschen Verbandes der Ergotherapeuten (DVE) Andreas Pfeiffer zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er tritt die Nachfolge von Arnd Longrée an, der 12 Jahre lang die Ergotherapie im SHV vertreten hat. Der SHV-Vorstand dankte Arnd Longrée für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und begrüßte Andreas Pfeiffer herzlich in der Runde.

SHV dankt Arnd Longrée

SHV-Vorstand

 

Es geht um nicht weniger als die nachhaltige Existenzsicherung für Physiotherapeuten. Vertreter des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV) reisen durch die Wahlkreise der Gesundheitspolitiker und sprechen mit ihnen vor Ort oder in Berlin über dieses Thema sowie weitere konkrete Maßnahmen zur Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung der Versicherten mit Heilmitteln.

 

IFK-Vorsitzende Ute Repschläger und IFK-Geschäftsführer Dr. Björn Pfadenhauer waren deshalb bei der heilmittelpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion Bettina Müller, MdB in Berlin zu Gast.

Die „Entscheidungshilfe“-Themen waren der rote Faden des Gesprächs, vor allem das Thema Vergütung. Die IFK-Vertreter machten mit guten Argumenten deutlich, dass die Grundlohnsummenbindung auch nach dem Jahr 2019 aufgehoben werden muss. Die jetzigen Vergütungserhöhungen sind bei weitem nicht ausreichend, um den wirtschaftlichen Betrieb einer Physiotherapiepraxis zukünftig zu gewährleisten. Das muss sich ändern. Zudem konnten auch die Themen „mehr Mitbestimmung im G-BA“ sowie der „Wegfall des Schulgeldes“ und die „Notwenigkeit der Länderbeteiligung“ in dieser Frage intensiv erörtert werden.

Dass Modellvorhaben zum Direktzugang noch in dieser Legislaturperiode nötig sind, wurde ebenso anschaulich dargestellt. Der Direktzugang ist international nicht nur etabliert, sondern eine anerkannte und kostensparende Versorgungsform. Gleichwohl können Themen wie Wirtschaftlichkeit, Finanzierung, Qualitätssicherung und Qualifikation in Modellvorhaben, zugeschnitten auf das deutsche Versorgungssystem, erprobt werden. Entscheidungsträger wünschen sich tragfähige Testergebnisse zur weiteren Entscheidung. Wir fordern deshalb die rechtliche Möglichkeit zur Durchführung von Modellvorhaben zum Direct Access. Physiotherapeuten sind schon heute mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation in der Lage, im DA tätig zu werden. Das wollen wir unter Beweis stellen, denn es müssen jetzt die Weichen für ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen gestellt werden.

Die Sommeraktion „Entscheidungshilfe“ geht mit zahlreichen Politikerbesuchen in Berlin und in den Wahlkreisen vor Ort weiter.

Mehr dazu lesen Sie hier.

v. l. n. r.: Ute Repschläger, IFK-Vorsitzende; Bettina Müller, MdB (SPD); Dr. Björn Pfadenhauer, IFK-Geschäftsführer

Am 04. Juli 2018 haben sich auf Einladung des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) erstmals Vertreter von neun Berufsverbänden der Heilmittelbranche in Berlin getroffen. Vertreter von dba, dbl, dbs, DVE, IFK, LOGO Deutschland, PHYSIO-DEUTSCHLAND, VPT und ZFD haben über die politischen Belange von Ergotherapeuten, Logopäden, Masseuren und medizinischen Bademeistern, Physiotherapeuten, Podologen sowie Sprach- und Stimmtherapeuten gesprochen.

 

Verbände positionieren sich einheitlich zur Mitarbeit im Gemeinsamen Bundesausschuss

Konsens bestand bei den anwesenden Verbandsvertretern darüber, dass die Expertise der therapeutischen Gesundheitsberufe zur Optimierung der therapeutischen Patientenversorgung in Deutschland stärker als bislang politisch verankert sein muss – und zwar über das bereits bestehende Anhörungsrecht im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hinaus. Dies haben die anwesenden Verbände mit einer gemeinsamen Pressemitteilung untermauert, in der sie eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe fordern. Diese Forderung knüpft an eine öffentliche Äußerung von Prof. Josef Hecken, dem Unabhängigen Vorsitzenden des G-BA, an, der sich vorstellen kann, „die wachsende Bedeutung der Heilmittelerbringer in irgendeiner Form im G-BA abzubilden“.

Berufspoltische Ziele der Verbände sollen Situation der Therapeuten schnell und konkret verbessern

Große Einigkeit herrschte darüber, welche politischen Schritte die Situation der Berufsangehörigen verbessern und damit zur Sicherung der therapeutischen Patientenversorgung in Deutschland erforderlich sind. In kontinuierlichen Gesprächen aller Verbände unter anderem mit der Gesundheitspolitik  im Rahmen der Sommeraktion 2018 „Entscheidungshilfe“ des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) geht es den Interessensvertretern um

  • eine bessere Vergütung,
  • kostenfreie Ausbildungen,
  • Novellierung der Berufsgesetze sowie 
  • größere therapeutische Entscheidungsfreiheit für Therapeutinnen und Therapeuten bis hin zum Direktzugang.

Das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) vom 11. April 2017 war ein wichtiger erster Schritt der Politik. Kostenlose Ausbildungen und  die Übertragung von mehr Verantwortung für die Gesundheitsberufe sind im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien verankert und warten auf Umsetzung. Darüber hinaus hat Gesundheitsminister Spahn kurzfristige Gespräche mit den Verbänden und ein weiteres Maßnahmenpaket für die Gesundheitsberufe für den Spätsommer 2018 angekündigt.

Positives Fazit

Die Verbände begrüßen den Austausch untereinander sehr und setzen alle ihre berufspolitischen Aktivitäten mit verschiedenen Schwerpunkten während der parlamentarischen Sommerpause regional und bundesweit fort. Bereits im  Herbst folgt dann das zweite verbandsübergreifende Treffen, zu dem alle Verbände der Branche eingeladen werden. Schon jetzt eingeladen hat der SHV die anwesenden Verbandsvertreter zu seinem 1. Therapiegipfel am 27. September 2018 in Berlin.

Auf dem Spiel steht die flächendeckende Versorgung der Versicherten mit Heilmitteltherapie – Vorschläge zur Bekämpfung des Fachkräftemangels bespricht der SHV-Vorstand in der politischen Sommerpause bundesweit mit Entscheidern in der Politik!

 

Köln, 3. Juli 2018: Am 5. Juli geht sie los und dauert bis zum 9. September 2018 – die parlamentarische Sommerpause in Berlin. Doch die politischen Mühlen stehen auch in dieser Zeit nicht still. Die Vertreter des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) reisen durch die Wahlkreise der Gesundheitspolitiker und sprechen mit ihnen vor Ort über weitere konkrete Maßnahmen zur Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung der Versicherten mit Heilmitteln.

Das Heil- und Hilfsmittelversorgungsstärkungsgesetz (HHVG) vom 11. April 2017 war ein wichtiger erster Schritt. Es geht nun darum, Engpässe in der Heilmittelversorgung wie beispielsweise lange Wartezeiten oder fehlende Hausbesuchskapazitäten abzustellen. Auslöser auch dieser Versorgungsprobleme ist der akute Fachkräftemangel in den Therapieberufen. 

Die ambulanten Therapiepraxen leiden an einem dramatischen Fachkräftemangel, wie die Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit bestätigen. Die Therapieberufe müssen schnellstmöglich attraktiver werden. Nur dann entscheiden sich wieder mehr junge Menschen für einen Heilmittelberuf. Aber auch erfahrene Berufsangehörige brauchen eine angemessene Vergütung und bessere Rahmenbedingungen in der Berufsausübung, um dem Beruf nicht den Rücken zu kehren.

Im Rahmen der Sommeraktion informiert der SHV über die erforderlichen Schritte aus Sicht des Spitzenverbandes. Diese sind dem Gesundheitsminister Jens Spahn bekannt und überwiegend im Koalitionsvertrag verankert. Dem SHV geht es nun aber um eine schnelle Umsetzung seiner Forderungen:

  • umgehende Novellierung der Berufsausbildungsgesetze mit klaren Qualitätsvorgaben an die Ausbildungseinrichtungen:
    • Wegfall des Schulgeldes und Einführung einer Ausbildungsvergütung
    • klare Verankerung der akademischen Ausbildung
    • Verankerung des Direktzugangs bereits in der Ausbildungszielbeschreibung
  • nachhaltige Existenzsicherung aller freiberuflich und angestellt ambulant tätigen Heilmittelerbringer durch leistungsgerechte Entgelte
  • eine Abkoppelung von der Grundlohnsumme auch für die Haushaltsjahre ab 2020. Ein wichtiger Schritt, um zeitnah im ambulanten Bereich dem Öffentlichen Dienst vergleichbare Verdienstmöglichkeiten zu erreichen
  • originäre Mitbestimmungs- und Mitspracherechte der Heilmittelerbringer im G-BA.
  • vollständige Einbeziehung in die Gesundheitstelematik mit Zugang zur elektronischen Gesundheitsakte

Zum Start der Sommeraktion „Entscheidungshilfe“ hat der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) andere Berufsverbände der Heilmittelerbringer zu einem Informationstreffen am 4. Juli 2018 nach Berlin eingeladen. Neben einem kollegialen Austausch geht es auch hier um Lösungsansätze. Denn gemeinsames Ziel ist es, die Situation der Therapeuten und damit auch der Patienten deutlich zu verbessern.

Es gilt folgende Timeline:

  • Das BMG ist von der Politik aufgefordert, per 1. September 2018 konkrete Handlungsvorschläge vorzulegen.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn hat in Facebook-Live mehrfach angekündigt, dass
    er kurzfristig das Gespräch mit den Berufsverbänden weiterführen wird.
  • Parallel zu den anstehenden Gesprächen mit dem Minister nutzt der SHV die Sommerpause, um mit den Mitgliedern des Gesundheitsausschusses direkt über erforderliche politische Maßnahmen zu sprechen. Denn: Sie werden über die Vorschläge des Ministers im Herbst beraten.
  • Höhepunkt der politischen Gespräche des SHV wird am 27. September 2018 dann der
    1. Therapiegipfel der Heilmittelbranche in Berlin sein, organisiert vom SHV.

Zum Video geht es hier!

 

 

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das entscheidende Steuerungsgremium für die medizinische Versorgung der gesetzlich versicherten Patienten.

Der G-BA entscheidet, was als „ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten“ (§ 92 SGB V) zu verstehen ist. Der G-BA ist damit das entscheidende Steuerungsgremium für die medizinische Versorgung der gesetzlich versicherten Patienten.

Selbstverwaltung bislang unter sich

Der G-BA ist das höchste Beschlussgremium der Selbstverwaltung. Der Umstand, dass sich der G-BA nur aus Vertretern der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland zusammensetzt, wird in der Gesundheitsbranche immer kritischer gesehen. Insbesondere wird beanstandet, dass Heilmittelerbringer, Apotheker und andere an der Therapie beteiligte Berufsgruppen zwar ein Recht zur Stellungnahme gegenüber dem G-BA haben, aber an dessen Willensbildung  nicht beteiligt sind.

Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hat hierzu unter anderem mit dem Unabhängigen Vorsitzenden des G-BA, Prof. Josef Hecken, mehrfach Gespräche geführt. Unsere Gespräche zeigen Wirkung:  Prof. Hecken hat am 6. Juni 2018 morgens im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages und ebenso nachmittags in seinem Referat auf dem Hauptstadtkongress zu dieser Frage klar Position bezogen. So kann er sich vorstellen, die wachsende Bedeutung der Heilmittelerbringer „in irgendeiner Form (im G-BA) abzubilden“.

Diese Aussage von Prof. Hecken begrüßt der SHV ausdrücklich. Allerdings steht für den SHV auch fest: Die Mitgliedschaft im G-BA ist und darf kein Selbstzweck sein. Nur wenn sich die Strukturen des G-BA grundsätzlich ändern und dadurch eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe entsteht, macht eine Mitgliedschaft der Heilmittelverbände im G-BA Sinn.