06.10.2026 15:33 Uhr

Künstliche Intelligenz in der Gesundheitsversorgung SHV bringt Perspektive der Heilmittelberufe in die Debatte ein

Wie kann Künstliche Intelligenz das Gesundheitswesen entlasten und gleichzeitig die Versorgung von Patientinnen und Patienten verbessern? Mit dieser Frage beschäftigte sich das PwC-Forum „AI in Future Healthcare“ am 24. September 2026 im Google-Headquarter in Berlin. Im Rahmen des „Healthcare Association Summit“ vertrat Manuela Pintarelli-Rauschenbach, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände e.V. (SHV), die Heilmittelberufe auf dem Podium und brachte deren Perspektive in die Diskussion über die Zukunft von Künstlicher Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen ein.

Gemeinsam mit Thomas Preis (ABDA), Kai Swoboda (IKK classic), Dr. Philipp Stachwitz (KBV) und Roland Engehausen (Bayerische Krankenhausgesellschaft) diskutierte sie konkrete Einsatzmöglichkeiten von KI, den Nutzen für Patientinnen und Patienten sowie die notwendigen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Einsatz der Technologie.

KI muss Zeit für Patienten schaffen

Für den SHV steht fest: Der Einsatz von KI muss einen spürbaren Mehrwert für die Versorgung schaffen. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels und langer Wartelisten in den Heilmittelpraxen sieht der Verband insbesondere großes Potenzial bei der Reduzierung bürokratischer Aufgaben. Manuela Pintarelli-Rauschenbach verwies auf mögliche Einsatzfelder wie die Dokumentation, die Unterstützung bei Befundung und Verlaufsbeobachtung sowie den Austausch von Informationen und Behandlungsplänen zwischen den verschiedenen Gesundheitsberufen und Versorgungsbereichen. Dadurch könnten Therapeutinnen und Therapeuten von administrativen Tätigkeiten entlastet werden und mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe gewinnen: die Behandlung von Patientinnen und Patienten.

Dabei machte sie die Haltung des SHV deutlich: Künstliche Intelligenz kann therapeutische Arbeit unterstützen und ergänzen, aber weder die Therapie noch die qualifizierte Fachkraft ersetzen. Der persönliche Kontakt und die fachliche Expertise der Heilmittelerbringenden bleiben unverzichtbare Bestandteile einer qualitativ hochwertigen Versorgung.

Entlastung muss direkt der Versorgung zugutekommen

Aus Sicht des SHV muss die Entlastung durch KI unmittelbar mehr Zeit für die Behandlung und die persönliche Zuwendung zu Patientinnen und Patienten schaffen. Zugleich betonte die SHV-Vorsitzende die Bedeutung einer besseren Patientensteuerung und einer stärkeren interprofessionellen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Auch der Direktzugang zu den Heilmittelberufen könne dazu beitragen, Patientinnen und Patienten schneller und zielgerichteter zu versorgen.

Klare Rahmenbedingungen erforderlich

Damit der Einsatz von KI sein Potenzial entfalten kann, sieht der SHV auch die Politik in der Verantwortung. Notwendig sind praxistaugliche Rahmenbedingungen, die einen sicheren und sinnvollen Einsatz ermöglichen. Dazu gehören ein nachweisbarer Nutzen für die Versorgung, eine jederzeit gewährleistete menschliche Kontrolle, klare Verantwortlichkeiten sowie hohe Standards bei Datenschutz und Datensicherheit. Darüber hinaus sind interoperable Anwendungen erforderlich, damit Informationen sektorenübergreifend und sicher ausgetauscht werden können.

Nicht zuletzt machte der SHV deutlich, dass der Einsatz von KI in den Heilmittelpraxen refinanziert werden muss. Nur wenn die notwendigen Investitionen verlässlich finanziert werden, können die Chancen der neuen Technologien flächendeckend genutzt werden.

Fazit

Der SHV begrüßt die Chancen, die KI für die Gesundheitsversorgung bietet. Entscheidend bleibt jedoch, dass der Einsatz von KI den Menschen dient: Sie soll Heilmittelerbringende entlasten, die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen verbessern und vor allem mehr Zeit für die Versorgung der Patientinnen und Patienten schaffen. Unter diesen Voraussetzungen kann KI einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunft des Gesundheitswesens leisten.

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