Archiv der Kategorie: Mitteilungen

Die Geschäftsstelle des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV) – und damit auch die Geschäftsführung – wechselt turnusgemäß alle drei Jahre zwischen den Mitgliedsverbänden des SHV. Ab dem 1. Januar 2026 übernimmt der IFK in Bochum die Geschäftsstelle, die bisher ihren Sitz bei Physio Deutschland in Köln hatte. IFK-Geschäftsführer Dr. Björn Pfadenhauer wird zukünftig auch Geschäftsführer des SHV. Gemeinsam mit Stefanie Wagner und Melina Bräcker wird er in Bochum für die nächsten drei Jahre die Geschäfte des Spitzenverbands organisieren.

Ab Januar ändern sich damit auch die Kontaktdaten des SHV. Die Geschäftsstelle des SHV ist ab dem 1. Januar 2026 wie folgt zu erreichen:

Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) e.V.

Gesundheitscampus-Süd 33

44801 Bochum

Telefon: 0234 977 45-68

E-Mail: info@shv-heilmittelverbaende.de

Ein Dank gebührt Physio Deutschland und den Mitarbeiterinnen Britta Mohrmann und Beatrix Schenk, die mit ihrem Engagement wesentlich zum reibungslosen Ablauf der SHV-Geschäftsstelle beigetragen haben.

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BU: v.l.: Melina Bräcker, Dr. Björn Pfadenhauer, Stefanie Wagner

„Gesundheitskompetenz – KI als Gamechanger?!“ lautete das Thema einer Tagung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) in diesem Herbst, bei der diskutiert wurde, ob und wie KI die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung nachhaltig verbessern kann, welche technischen Möglichkeiten es bereits gibt und auf welche Entwicklungen wir uns einstellen müssen. Auch die Frage, wie die Qualität von KI-generierten Gesundheitsinformationen sichergestellt werden kann, stand auf der Agenda.

Für den SHV nahmen Ivana Jähn (Bundesverband Podologie) und Ute Repschläger (IFK) an der Veranstaltung teil.

Nicht zuletzt durch das Aufkommen von ChatGPT und der Nutzung von KI innerhalb der Suchmaschinen von Google und Co. nutzen und vertrauen immer mehr Menschen auf die Informationen von KI-Systemen – auch in Bezug auf Gesundheitsinformationen. Die Sorge ist, dass dadurch das Risiko von Fehlinformationen und Gesundheitsinformationen ohne Evidenzgrundlage steigt; klassische Gesundheitsportale verlieren an Bedeutung und Reichweite. 

In den Grußworten von Staatssekretär Christian Luft (BMG) und Dr. Johannes Nießen (komm. Leiter BIÖG) wurde auf der Tagung deutlich: Der Staat trägt eine besondere Verantwortung, verlässliche, gut verständliche und evidenzbasierte Gesundheitsinformationen auch im digitalen Raum zur Verfügung zu stellen. KI könne hier unterstützen – aber nur, wenn Qualität, Transparenz und Gemeinwohlorientierung Leitprinzipien seien.

Im Laufe des Tages wurde in verschiedenen Vorträgen erkennbar, wie KI-gestützte Systeme die öffentliche Gesundheitskommunikation verändern. Sie können komplexe Inhalte verständlicher machen, personalisierte Unterstützung bieten und redaktionelle Prozesse effizienter gestalten. Gleichzeitig bestehen aber auch neue Risiken: intransparente Modelle, Qualitätsverluste und ein möglicher Kontrollverlust über die Darstellung von Inhalten. Auch Risiken durch Fehlinformationen, Missverständnisse, falsche Nutzung oder Überschätzung der KI-Kompetenz sind zu beachten.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion „Gesundheitskompetenz — KI als Gamechanger: Was bringt die Zukunft?“ diskutierten Vertreter aus Forschung und Praxis anhand zweier Leitfragen: Was heißt das für Praxis und Forschung? Und was heißt das für die gesundheitliche Versorgung?

Ein Grundtenor des Podiums war, dass KI ein wichtiger Baustein zur Stärkung der Gesundheitskompetenz sein kann – wenn sie in transparente, evidenzbasierte und menschenzentrierte Strukturen eingebettet ist. Momentan ist KI weder Allheilmittel noch reine Gefahr. Sie ist ein machtvolles Werkzeug, das Informationszugänge erleichtern, Gesundheitskompetenz unterstützen, aber auch Ungleichheiten verstärken und Vertrauen untergraben kann. Entscheidend ist, wie KI entwickelt, reguliert und in bestehende Strukturen integriert wird.

Damit KI tatsächlich zum Gamechanger für Gesundheitskompetenz werden kann, braucht es standardisierte, interoperable Daten, klare Qualitäts- und Transparenzstandards, gemeinwohlorientierte Governance, eine Stärkung der (digitalen) Gesundheitskompetenz in allen Bevölkerungsgruppen und einen deutlichen politischen Umsetzungswillen. Nur unter diesen Bedingungen kann KI tatsächlich zum Gamechanger für Gesundheitskompetenz werden – im Sinne der öffentlichen Gesundheit und der Menschen, die auf verlässliche Informationen angewiesen sind.

Am 29. November 2025 hat der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) auf Anfrage konkrete Eingaben an die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eingesetzten „FinanzKommission Gesundheit“ gemacht.

Die Finanzkommission sammelte bis Ende November 2025 in Form einer Online-Umfrage mögliche Verbesserungsvorschläge, die effektiv im Hinblick auf Versorgungspotenziale und die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems sein könnten. Insbesondere Einsparpotenziale sollen damit gehoben werden. Dieser Aufforderung ist der SHV nachgekommen und hat dabei konkrete Aspekte für den Heilmittelbereich sowie für weitere Bereiche benannt.

Zentrale Optimierungsvorschläge des SHV für den Heilmittelbereich sind:

  • Versorgung stärken durch Heilmittel
  • Ausbau interprofessioneller Zusammenarbeit
  • Änderung der derzeitigen Verordnungspraxis (eVo)
  • Intensivierung Präventionskurse nach 20 SGB V
  • Ausbildungsreform und Novellierung der Berufsgesetze

Für andere Bereiche hat der SHV zur Sicherung der Beitragsstabilität in der Gesetzlichen Krankenversicherung folgende Kernthemen aufgegriffen und erläutert:

  • Versicherungsfremde Leistungen aus Bundesmitteln finanzieren
  • Verwaltungskosten senken
  • Primärversorgung einführen
  • Einführung Direktzugang bei Heilmittelerbringern
  • Ambulante Versorgung vor stationärer Reha
  • Verordnung von Hilfsmitteln und DiGAs durch Heilmittelerbringer
  • Vermeidung und Verschiebung von Operationen

Zum Hintergrund

Ende September 2025 fand die konstituierende Sitzung der von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzten FinanzKommission Gesundheit statt. Der Arbeitsauftrag an die Kommission lautet: Erarbeitung von Maßnahmen für umfassende Reformen zur Finanzstabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Bereits Ende März 2026 und damit auf Bitte der Bundesgesundheitsministerin ein Jahr früher als von der Bundesregierung vorgesehen, soll die FinanzKommission Gesundheit Vorschläge unterbreiten, um die Krankenversicherungsbeiträge ab 2027 zu stabilisieren – und zwar ohne Beitragserhöhungen. Insgesamt hat das Gremium zehn Mitglieder. Als Vorsitzender der Kommission wurde Prof. Dr. Wolfgang Greiner gewählt. Er ist Professor für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement an der Universität in Bielefeld.

Ende Januar 2026 steht in Stuttgart das erste große Event des Jahres in der Heilmittelbranche an: die „therapro – Fachmesse + Kongress“ öffnet ihre Türen für Ergotherapeuten und Physiotherapeuten, Logopäden/Sprachtherapeuten, Podologen und Masseure. Auf dieser ersten Messe im neuen Jahr lädt der Spitzenverband der Heilmittelverbände e. V. (SHV) zu einem spannenden Format abseits des Messetrubels ein. Der SHV-Vorstand wird allen Interessierten die Kernforderungen aus den Heilmittelbereichen an die Politik vorstellen.

Das SHV konkret findet am 31. Januar 2026 von 11 bis 12 Uhr im ICS Internationales Congresscenter Stuttgart, 1. OG, Raum C9.2 statt.

Im Rahmen des beliebten SHV konkret stehen damit gleich zu Beginn des neuen Jahres zentrale berufspolitische Kernforderungen an die Gesundheitspolitik auf der Agenda. Ganz nach dem Motto „Sie fragen, wir antworten“ stellen sich die Vorstände der SHV-Mitgliedsverbände anschließend den Fragen des Publikums.

Die Teilnahme an der Diskussionsrunde SHV konkret ist für alle Messebesucher kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mehr Infos zur Messe und dem begleitenden Kongressprogramm finden Interessierte hier: https://www.messe-stuttgart.de/therapro

Bereits zum siebten Mal lädt der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) zum TherapieGipfel nach Berlin. Unter dem Motto „Handeln statt reden“ stehen am 12. November zentrale berufs- und gesundheitspolitische Themen der Heilmittelbranche auf der Agenda der zweiteiligen Podiumsdiskussion.

Eröffnet wird der TherapieGipfel 2025 im Historischen Hörsaal im Langenbeck-Virchow-Haus mit einem Grußwort von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.

Anschließend diskutieren Dr. Klaus Reinhardt (Bundesärztekammer), Boris von Maydell (vdek), Prof. Dr. Lutz Hager (Bundesverband Managed Care (BMC), Sebastian John (Hausärztinnen- und Hausärzteverband), Simone Borchardt (MdB, CDU/CSU) und Serdar Yüksel (MdB, SPD) gemeinsam mit dem SHV-Vorstand Ideen und mögliche Modelle der Primärversorgung.

Im zweiten Teil der Podiumsdiskussion empfängt der SHV-Vorstand Ursula Jahn‐Zöhrens (Deutscher Hebammenverband), Dr. Burkhard Lembeck (Bundesverband für Orthopädie und Unfallchirurgie) und Uwe Hallmann (Physiotherapeut aus Norwegen) zur Diskussion über den Direktzugang in der Heilmittelversorgung.

Informativ und ehrlich – für die Heilmittelszene ist der SHV-TherapieGipfel jedes Jahr ein Event mit interessantem Austausch und „Aha-Momenten“.

Köln, 29. September 2025. Im Auftrag von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erarbeitet die zu diesem Zweck eingerichtete Finanzkomission Gesundheit Lösungsvorschläge zur Stabilisierung des defizitären GKV-Systems. Um die finanzielle Schieflage des Systems ohne signifikante Mehrbelastung der Beitragszahler ausgleichen zu können, sollen Einsparpotenziale identifiziert werden. Darin sieht der SHV eine Gefahr für die Versorgungssicherheit.

Vor dem Hintergrund der von Bundesgesundheitsministerin Warken angekündigten kurzfristigen Einsparungen in der GKV warnt der SHV: Keine Einsparungen auf dem Rücken der Patienten. Einsparungen im Bereich der Heilmittelerbringer seien weder zielführend noch nachhaltig.

Am falschen Ende gespart: Bei den Heilmitteln gibt es nichts zu holen – aber viel zu verlieren

  1. Kosteneffizienz durch Prävention und Therapie

Heilmittel verhindern Folgekosten, indem sie Krankheitsverläufe stabilisieren oder Verschlimmerungen verhindern. Einsparungen in diesem Bereich verlagern die Kosten lediglich in die ärztliche und stationäre Versorgung.

  1. Beitrag zur Entlastung der Ärztinnen und Ärzte

Heilmittelerbringer übernehmen bereits heute wichtige Aufgaben in Diagnostik, Therapieplanung und Patientensteuerung. Ohne diesen Beitrag würde die ärztliche Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen – noch stärker überlastet.

  1. Wirtschaftlichkeitsgebot bereits erfüllt

Heilmittelverordnungen unterliegen einer strengen Reglementierung (Heilmittel-Richtlinie, Prüfungen, Budgetierung). Der Sektor weist keine Ausgabenexzesse auf, sondern bewegt sich kontinuierlich innerhalb der vorgesehenen Wachstumsgrenzen.

  1. Dynamik von Versorgungsbedarf und medizinischem Fortschritt

Der Bedarf an Heilmitteln richtet sich nach dem Gesundheitszustand der Bevölkerung und nach neuen therapeutischen Möglichkeiten. Eine starre Orientierung an allgemeinen Maßgrößen würde den tatsächlichen Versorgungsbedarf ignorieren und zu Fehlentwicklungen in der Versorgung führen.

  1. Vermeidung von Fehlanreizen und Versorgungslücken

Eine künstliche Begrenzung der Ausgaben führt nicht zu Einsparungen, sondern zu Wartelisten, abgelehnten Behandlungen und einer Verlagerung in teurere Sektoren. Am Ende entstehen für das System höhere Kosten und für die Patientinnen und Patienten eine Verschlechterung der Versorgung.

  1. Signalwirkung für die Fachkräftebindung

Der Heilmittelbereich leidet schon heute unter Fachkräftemangel. Jede Form von Sparmaßnahmen würde die Attraktivität der Berufe weiter schwächen und langfristig zu Versorgungslücken führen.

„Einsparungen bei den Heilmitteln werden weder kurzfristig helfen noch langfristig tragen. Stattdessen wäre es aus unserer Sicht sinnvoll, versicherungsfremde Leistungen nicht weiter über die GKV zu finanzieren“, so Andreas Pfeiffer in Reaktion auf die angekündigten Sparmaßnahmen. „Sie belasten heute den GKV-Haushalt massiv. Eine vollständige Steuerfinanzierung dieser Posten würde die Krankenkassen um mehrere Milliarden Euro entlasten – dauerhaft und fair.“

 

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Über den Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) e.V.:

Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) ist die maßgebliche Spitzenorganisation auf Bundesebene im Heilmittelbereich. Im Zusammenschluss der sieben größten Berufsverbände der Heilmittelbranche sind mehr als 75.000 Therapeuten organisiert: Deutscher Bundesverband für Logopädie (dbl), Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie (dbs), Deutscher Verband Ergotherapie (DVE), Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK), Deutscher Verband für Physiotherapie (Physio Deutschland), Verband für Physiotherapie (VPT) und Bundesverband für Podologie e.V.

Mehr Informationen gibt es unter  www.shv-heilmittelverbaende.de.

Kontakt:

SHV – Spitzenverband der Heilmittelverbände e.V.

Bonner Strasse 143

50968 Köln

Telefon +49 (0) 221 98 10 27 – 28

Telefax +49 (0) 221 98 10 27 – 24

E-Mail: presse@shv-heilmittelverbaende.de

Die demografischen Veränderungen, wirtschaftlicher Druck und technologische Entwicklungen stellen das gesamte Gesundheitssystem vor komplexe Herausforderungen. Die Kernaufgabe ist die Sicherung einer qualitativ hochwertigen und verlässlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten. Einen unverzichtbaren Teil dieser Patientenversorgung leisten die Heilmittelerbringer, die ganz entscheidend zur Lebensqualität und Rehabilitation der Menschen beitragen. Um die Versorgung mit Heilmitteln langfristig und qualitätsgesichert zu gewährleisten, müssen die bestehenden Versorgungsstrukturen in diesem Bereich zukunftsfähig gestaltet werden.

Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) e. V. beschreibt daher in seinem Positionspapier, das sich den aktuellen Herausforderungen der Heilmittelberufe zuwendet, welche Rahmenbedingungen aus seiner Sicht verbessert werden müssen.

Dies sind die Kernforderungen des SHV im Überblick

  • Akademisierung und Ausbildungsreform: Der SHV fordert eine reguläre hochschulische Ausbildung für die Heilmittelberufe Ergotherapie, Logopädie/Sprachtherapie und Physiotherapie sowie eine zeitnahe Neufassung der veralteten Berufsgesetze. Für die Übergangszeit soll eine auskömmliche Finanzierung der Ausbildungsprogramme sichergestellt werden. Die Erhebung von Schulgeldern lehnt der SHV ab.
  • Stärkung der Versorgungsstrukturen: Für eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Versorgung fordert der SHV die Schaffung und Vergütung interprofessioneller Versorgungsstrukturen, die den fachlichen Austausch fördern. Zudem setzt sich der Verband für mehr Autonomie in der Behandlung ein – insbesondere durch die Einführung des Direktzugangs.
  • Attraktive Arbeitsbedingungen: Angesichts des Fachkräftemangels fordert der SHV bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen und eine attraktive Vergütung für ambulant tätige Therapeutinnen und Therapeuten. Die Entwicklung von Karrierewegen innerhalb der Heilmittelberufe ist ebenfalls von hoher Bedeutung.
  • Mitbestimmung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA): Der SHV fordert einen stimmberechtigten Sitz im G-BA für Heilmittelerbringer, um die Rahmenbedingungen der Heilmittelversorgung aktiv mitgestalten zu können. Bislang sind Heilmittelerbringer nur über das Stellungnahmeverfahren beteiligt.
  • Bürokratieabbau: Der Verband setzt sich für die Abschaffung der Prüfpflicht für Verordnungen, die Entlastung beim Zuzahlungseinzug und eine Modernisierung der Leistungsbestätigung ein, um mehr Zeit für die Patientenversorgung zu haben.
  • Nachhaltigkeit und Prävention: Heilmittelerbringer sollen frühzeitig in die Früherkennung und Prävention von Erkrankungen eingebunden werden. Der SHV fordert ganzheitliche Präventionsprogramme und eine stärkere Nutzung der Expertise der Therapieberufe in der Gesundheitsförderung.
  • Digitalisierung: Der SHV fordert die Einbindung der Heilmittelerbringer in die Entwicklung digitaler Anwendungen und die Telematikinfrastruktur, damit die Digitalisierung praxisnah und entlastend wirkt. Mobile Szenarien wie Hausbesuche müssen dabei mitgedacht und ausreichend finanziert werden.
  • Stärkung ambulanter Praxen: Ambulant tätige Heilmittelerbringer sichern die wohnortnahe Versorgung. Der SHV warnt vor einer Konzentration auf große Zentren und fordert den Erhalt inhabergeführter Praxen.

Fest steht: Es besteht politischer Handlungsbedarf, die Therapieberufe müssen weiterentwickelt werden. Der SHV hat sein Konzeptpapier dafür vorgelegt und nun ist die Politik am Zug.

 

Im Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) engagieren sich sieben maßgebliche Berufs- und Fachverbände, die gemeinsam die Interessen von mehr als 75.000 Mitgliedern aus verschiedenen Heilmittelberufen vertreten.

Hier ein Überblick über die im SHV aktiven Verbände:

  • Bundesverband für Podologie e.V.
    Der Bundesverband für Podologie e.V. ist die übergeordnete Interessenvertretung der Podologinnen und Podologen gegenüber Krankenkassen, Politik und Behörden. Er tritt ein für die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Berufsangehörigen, Ärzten, weiteren Heilmittelerbringern und Gesundheitsakteuren, Institutionen der Ausbildung und Wissenschaft, Interessenvereinigungen und Wirtschaft mit dem Ziel der Weiterentwicklung und Aufwertung des Berufsbildes.
  • Deutscher Bundesverband für Logopädie (dbl) e.V.
    Der dbl ist der Berufs- und Fachverband für freiberufliche und angestellte Logopäd*innen sowie Angehörige weiterer sprachtherapeutischer Berufsgruppen. Er vertritt die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung und Krankenkassen. Der Verband setzte sich u.a. für eine einheitliche, primärqualifizierende hochschulische Ausbildung in der Logopädie, die wissenschaftliche Weiterentwicklung logopädischer Diagnose- und Behandlungsmethoden und die Einbeziehung der Berufsgruppe in wichtige berufs- und gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse, ein.
  • Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie (dbs) e.V.
    Der dbs ist die Interessenvertretung der akademisch ausgebildeten Sprachtherapeut*innen und Logopäd*innen und vertritt die berufs- und gesundheitspolitischen Interessen seiner Mitglieder gegenüber den Kostenträgern, Zulassungsstellen, Ministerien und der Gesetzgebung. Insbesondere die Themen Direktzugang, Reform der Berufsgesetze und eine bessere Vertretung der Heilmittelbranche im G-BA sind dringende Anliegen des dbs.
  • Deutscher Verband Ergotherapie (DVE) e.V.
    Mit über 14.000 Mitgliedern vertritt der DVE engagiert die Interessen der Ergotherapeut*innen und stärkt so Anerkennung, Zukunft und Bedeutung des Berufs in Deutschland. Als wichtiger Gesprächs- und Verhandlungspartner von Politik, Behörden, Ministerien, Krankenkassen und anderen Akteuren im Gesundheitswesen setzt sich der DVE für die Weiterentwicklung der Ergotherapie in Praxis, Ausbildung, Studium und Wissenschaft ein. Hohe Bedeutung für den Verband haben die Reform der Ausbildung sowie der Bürokratieabbau.
  • Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e.V.
    Der IFK ist speziell auf die Bedürfnisse von Praxisinhabern und Freiberuflern in der Physiotherapie ausgerichtet und bietet umfangreiche Beratungs- und Serviceleistungen. Gegenüber der Politik, den Krankenkassen, der Ärzteschaft und anderen Institutionen im Gesundheitswesen setzt er sich dafür ein, die Arbeitsbedingungen selbstständiger Physiotherapeuten stetig zu verbessern. Wichtige Themen sind dabei eine angemessene Vergütung, gute Arbeitsbedingungen sowie Strategien gegen den Fachkräftemangel. 
  • Physio Deutschland – Deutscher Verband für Physiotherapie e.V.
    Physio Deutschland – Deutscher Verband für Physiotherapie e.V. bildet seit 1949 die Dachorganisation für die in 7 Landesverbänden organisierten mehr als 25.000 Mitgliedern. Der Verband vertritt die berufspolitischen und fachlichen Interessen der freiberuflichen und angestellten Physiotherapeut*innen, der Schüler*innen und Studierenden auf Bundesebene. Er ist der einzige deutsche Berufsverband für Physiotherapeut*innen, der im Weltverband World Physiotherapy (WPT) Sitz und Stimme hat. Alle Informationen über die regionalen und bundesweiten Aktivitäten sowie den Aufbau des Verbandes gibt es im Internet unter www.physio-deutschland.de.
  • Verband für Physiotherapie – Vereinigung für die physiotherapeutischen Berufe (VPT) e.V.
    Der VPT ist mit rund 20.000 Mitgliedern einer der größten Heilmittelverbände in Deutschland. Er vertritt und berät Physiotherapeut*innen, Masseur*innen und medizinische Bademeister*innen in allen Phasen und Bereichen der Berufsausübung – von der Ausbildung über die Angestelltentätigkeit bis hin zur freiberuflichen Praxisführung. Als starke Stimme der Physiotherapie engagiert sich der VPT sowohl auf Bundes-, als auch auf Landesebene. Er ist anerkannter Verhandlungspartner der Krankenkassen, bündelt die Interessen der gesamten Berufsgruppe und bringt diese in gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse ein. Schwerpunkte: Faire Vergütung sowie wirtschaftliche Sicherheit für Praxen und Angestellte, Reform und Modernisierung der Ausbildung, konsequenter Bürokratieabbau zur Entlastung des Praxisalltags, Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Berufsstandes.

Die sieben Verbände bündeln im SHV ihre Kräfte, um gemeinsam die Rahmenbedingungen für die Heilmittelberufe in Deutschland aktiv mitzugestalten und die Versorgung der Patient*innen zu sichern.

 

 

 

Gesundheitskompetenz ist die Fähigkeit, gesundheitsrelevante Informationen suchen, finden, auf ihre Qualität hin beurteilen und für die eigene Situation anwenden zu können. Sie ist damit ein Schlüssel für Gesundheit und eine grundlegende Voraussetzung für einen gesunden Lebensstil und ein hohes Maß an Lebensqualität. Sie ist zudem von zentraler Bedeutung, damit sich Bürgerinnen und Bürger im Gesundheitswesen zurechtfinden können und wissen, wo und wie sie sowohl Angebote der Prävention und Gesundheitsförderung als auch schnelle und professionelle Hilfe im Krankheitsfall finden können.

Die Allianz für Gesundheitskompetenz, in der sich der SVH seit längerem engagiert, verschreibt sich dem Ziel, die Gesundheitskompetenz in der gesamten Bevölkerung zu stärken und weiter zu fördern. Damit dies gelingt, soll die Gesundheitskompetenz auf verschiedenen Ebenen adressiert werden. Auf diese Ziele und Schwerpunkte hat die Allianz sich in ihrer „Roadmap Gesundheitskompetenz 2024“ verständigt:

  1. Die Organisationen des Gesundheitswesens gesundheitskompetenter machen

Die Allianz-Partner wollen die Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Pflege gesundheitskompetenter machen und hier eine stärkere strukturelle Verankerung der Gesundheitskompetenz erreichen.

Eine mangelnde Gesundheitskompetenz im Hinblick auf die „Navigation“ durch das Gesundheitswesen ist sowohl ein Problem der Bürgerinnen und Bürger als auch eine Herausforderung für die patientenorientierte Gestaltung der Organisationen und Einrichtungen des Gesundheitswesens. Dies betrifft insbesondere die Übergänge und Schnittstellen zwischen den Einrichtungen (insbesondere ambulant und stationär), aber auch die kommunikative Kompetenz der Gesundheitsberufe. Benötigt werden daher eine transparentere und effizientere Struktur bzw. Organisation und Kommunikation im gesamten Gesundheitssystem – also in den Bereichen Gesundheitsförderung, Prävention, Diagnostik, Behandlung, Rehabilitation, Pflege und Palliativversorgung. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bürgerinnen und Bürger bzw. der Patientinnen und Patienten.

Die Partner der Allianz fördern die organisationale und navigationale Gesundheitskompetenz, indem sie die Orientierung in ihren Organisationen und im Gesundheitssystem erleichtern und das Verständnis des Gesundheitswesens und seiner Abläufe und Strukturen durch allgemein verständliche und einfach zugängliche Informationen verbessern.

Sie steigern mit geeigneten Maßnahmen die Versicherten- und Patientenorientierung in Krankenkassen, Arzt-, Psychotherapeuten- und Zahnarztpraxen, bei Heilmittelerbringenden sowie in Krankenhäusern und Reha- und Pflegeeinrichtungen.

  1. Die Gesundheitskompetenz in den Lebenswelten verankern und insbesondere vulnerable Gruppen durch gezielte Angebote besser erreichen

Die Allianz-Partner wollen die Gesundheitskompetenz in den Lebenswelten (Kita, Schule oder Arbeitswelt) verankern und insbesondere die vulnerablen Gruppen durch gezielte Angebote besser erreichen.

Die Bedingungen in den Lebenswelten beeinflussen bewusste und unbewusste Gesundheitsentscheidungen eines jeden einzelnen. Gesundheitskompetenz ist deshalb in allen Lebensbereichen und über den gesamten Lebensverlauf relevant. Kompetenzen für eine gesunde Lebensweise und Krankheitsbewältigung müssen auf allen Ebenen der Gesellschaft, über alle Lebensphasen hinweg unterstützt werden. Deshalb ist es bedeutsam, über die Einrichtungen der gesundheitlichen Versorgung hinaus – in den Kommunen, in den Arbeitswelten und besonders in Kitas und Schulen – den Zugang zu Gesundheitsinformationen zu erleichtern, diese zu vermitteln und konkrete Anreize und Hilfen für gesundheitsförderliche Entscheidungen und Handlungen zu bieten sowie einen gesundheitsfördernden Rahmen zu gestalten. Ein wichtiger Kooperationspartner ist hierbei die Allianz Gesundheitskompetenz und Schule.

Gesundheitskompetenz ist eine Frage sozialer Chancengleichheit und Teilhabe: Die Studienergebnisse von HLS-GER 2 zeigen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Als besonders „vulnerable Gruppen“ gelten Menschen mit einem niedrigen Bildungsniveau und Sozialstatus. Sie schätzen in hohem Maße ihre Gesundheitskompetenz als unzureichend ein. Ein ähnlicher Befund gilt aber auch für Menschen ab 65 Jahren, für Menschen mit chronischen Erkrankungen und (teilweise) für Menschen mit Migrationshintergrund. Diese Gruppen stehen vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, sich gesund zu erhalten, Krankheiten zu bewältigen und sich im Gesundheitswesen zurechtzufinden.

Die Partner der Allianz unterstützen vulnerable Gruppen in besonderer Weise bei Gesundheitsförderung, Gesunderhaltung und Krankheitsbewältigung.

Ihr Handeln zielt darauf ab, soziale Ungleichheiten und Bildungsunterschiede abzubauen, die Nutzerfreundlichkeit des Gesundheitswesens für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf durch einen Mix an Unterstützungsmaßnahmen zu stärken und die gesellschaftliche Teilhabe, z. B. durch mehrsprachige Informationsangebote zu sichern.

Mit Maßnahmen wie die Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes oder die Überführung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) mit entsprechender Schwerpunktsetzung möchte das Bundesministerium für Gesundheit seinen Beitrag zur Stärkung der Gesundheitskompetenz insbesondere vulnerabler Gruppen weiter ausbauen.

  1. Das Angebot digitaler Anwendungen für die Förderung von (individueller) Gesundheitskompetenz stärken und ausbauen

Die Allianz-Partner wollen das Angebot digitaler Anwendungen für die Förderung von Gesundheitskompetenz stärken und ausbauen.

Digitale Informationen, Medien und Techniken sind relevant für die Gesundheit. Nie zuvor waren so viele Gesundheitsinformationen verfügbar. Auch die Zahl digitaler Unterstützungstechniken wie Gesundheits-Apps nimmt weiter zu. Durch die rasanten Fortschritte im Bereich KI sind neue Chancen, aber auch Herausforderungen zu erwarten. Digital verfügbare Gesundheitsinformationen und digitale Techniken können die Teilhabe und Selbstbestimmung erweitern, um gesund zu bleiben und Krankheiten zu bewältigen. Sie können darin unterstützen, lebensstilbedingte Risikofaktoren für wichtige nicht-übertragbare Krankheiten zu verringern. Sie erhöhen zugleich die Anforderungen an die Gesundheitskompetenz der Bürgerinnen und Bürger. Studien bestätigen, dass es vielen Menschen in Deutschland besonders schwerfällt, digitale Gesundheitsinformationen richtig zu beurteilen und zu bewerten. Hier setzt der im SGB V ergänzte Paragraph 20k an, der die Krankenkassen zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz der Versicherten verpflichtet.

Die Partner der Allianz engagieren sich für die Stärkung der digitalen Gesundheitskompetenz und setzen digitale Informationen und Techniken ein, um sowohl verständliche als auch verlässliche Informationsquellen für die Bürgerinnen und Bürger bereitzustellen oder auf etablierte gesicherte Informationsquellen hinzuweisen. Das Bundesministerium für Gesundheit wird verstärkt Aufklärungs- und Informationsangebote zur digitalen Transformation des Gesundheitswesens für die Bürgerinnen und Bürger in seinen Digitalkanälen veröffentlichen.

Die Partner entwickeln und verfolgen Strategien und Projekte, um die digitale Gesundheitskompetenz der Bevölkerung gezielt zu unterstützen und sie im Umgang mit neuen Angeboten zu befähigen. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, für Patientinnen und Patienten in der medizinischen Versorgung und für Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf, die eine besondere Förderung benötigen.

Die professionelle Gesundheitskompetenz aller im Gesundheitswesen Tätigen stärken

Die Allianz-Partner wollen die professionelle Gesundheitskompetenz aller im Gesundheitswesen Tätigen stärken. Ein zentraler Schlüssel ist dabei die Verbesserung der Kommunikationskompetenz auf allen Ebenen.

Neben den Lebenswelten wie Elternhaus, Kitas, Schulen und Kommunen kommt allen Gesundheitsberufen bei der Förderung der Gesundheitskompetenz ein besonderer Stellenwert zu. Deshalb kommt es entscheidend darauf an, die professionelle Gesundheitskompetenz aller im Gesundheitswesen Tätigen weiter zu stärken. Das gilt insbesondere auch für ihre Kommunikationskompetenz. Gerade die Förderung dieser Kommunikationskompetenz wurde in den vergangenen Jahren auf verschiedenen Ebenen vorangebracht. Besonders zu betonen sind dabei die umfassenden Aktivitäten zur Entwicklung von Mustercurricula in Medizinstudium und Pflegeausbildung ebenso wie zur Stärkung kultursensibler und sprachlich vielfältiger medizinischer Versorgungskonzepte. Fortbildungsangebote zur Förderung der Kommunikationskompetenz existieren für nahezu alle Gesundheitsfachberufe und zielen teilweise auch auf die interprofessionelle Zusammenarbeit. Fortbildungen dieser Art und deren Inanspruchnahme sollten weiter gefördert werden.

Die Partner der Allianz unterstützen verschiedene Maßnahmen, um die professionelle Gesundheitskompetenz aller im Gesundheitswesen Tätigen voranzubringen. Das gilt insbesondere für die Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Die Partner der Allianz fördern die patientenzentrierte Kommunikation, Erklärung und Vermittlung von Informationen und wirken darauf hin, sie langfristig in den Versorgungsalltag des ambulanten und stationären Bereichs zu integrieren.

Sie stärken die interprofessionelle Kommunikation zwischen den Angehörigen verschiedener Gesundheitsberufe und tragen dazu bei, Barrieren an Schnittstellen zwischen den verschiedenen Berufsfeldern abzubauen.

Weitere Informationen zur Allianz für Gesundheitskompetenz finden sich auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums sowie in der „Roadmap Gesundheitskompetenz 2024“.

 

 

 

 

 

 

Unter dem Motto „Handeln statt reden“ lädt der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) Politik, Kostenträger und Berufsangehörige der Heilmittelbranche zum 7. TherapieGipfel nach Berlin ein. Am 12. November um 15 Uhr wird die Veranstaltung durch ein Grußwort der neuen Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eröffnet.

Im Historischen Hörsaal im Langenbeck-Virchow-Haus wird der SHV-Vorstand im Rahmen einer Podiumsdiskussion gemeinsam mit Gesundheitspolitiker*innen und fachkundigen Expert*innen über aktuelle berufspolitische Themen diskutieren. Von 15 bis 18 Uhr geht es um die drängenden Herausforderungen der Heilmittelberufe. Jetzt anmelden und dabei sein!

Eine Teilnahme am TherapieGipfel ist kostenfrei, aber nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Anmeldeschluss ist der 3. November 2025.