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Kräfte bündeln und mit einer Stimme sprechen

Köln, 14. Juli 2017. Seit heute ist der Deutsche Verband für Podologie (ZFD) Mitglied im Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV). Der ZFD ist mit circa 5.000 Mitgliedern in 12 Landesverbänden die maßgebliche Berufsorganisation der Podologen in Deutschland.

„Im Schulterschluss mit den Mitgliedsverbänden des SHV werden wir die Zukunft der Heilmittelerbringer in Deutschland aktiv mitgestalten“, erklärt Jeannette Polster, Vizepräsidentin des Deutschen Verbandes für Podologie, nach der ersten gemeinsamen Vorstandssitzung des SHV am 14. Juli 2017 in Düsseldorf.

Von li nach re, vorne: K. H. Kellermann (VPT), J. Polster (ZFD), U. Repschläger (Vors. SHV/IFK), H. C. Esser (GF SHV), U. Cüppers-Böhle (ZVK), W. Schränkler (DVE), M. Preibsch (ZVK);  Von li nach re hinten: Dr. B. Pfadenhauer (IFK), M. Klüwer (VPT), A. Longreé (DVE)

Kräfte bündeln, stärkere Präsenz und Durchsetzungskraft gegenüber Politik, Krankenkassen und dem Gemeinsamen Bundesausschuss – das sind die Aufgaben und Ziele der Spitzenorganisation der Heilmittelerbringer in Deutschland.

Diese fünf Mitgliedsverbände des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) agieren für circa 75.000 Mitglieder:

  • Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e.V.
  • Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) e.V.
  • Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V.
  • Deutscher Verband für Podologie (ZFD) e.V.
  • Verband Physikalische Therapie (VPT) e.V.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Vertretern des ZFD. Wir sprechen als Spitzenorganisation der Heilmittelerbringer in Deutschland mit einer Stimme für unsere Berufsangehörigen. Wir machen uns stark für eine flächendeckende therapeutische Patientenversorgung in Deutschland und die dazu erforderlichen Rahmenbedingungen für unsere Berufsgruppen“, betont Ute Repschläger, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände.

Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hat konkrete Eckpunkte für die Umsetzung der gesetzlich vorgesehenen Modellvorhaben zur Blankoverordnung formuliert. Das Ziel einer deutlichen Verbesserung der Patientenversorgung kann nur dann erreicht werden, wenn die Versorgungsverantwortung der Therapeuten gestärkt wird. Dafür müssen die therapeutischen Rahmenbedingungen stimmen.

Berufsverbände und Krankenkassen stehen mit der flächendeckenden Einführung von Modellvorhaben zur Blankoverordnung vor einer gewaltigen organisatorischen und inhaltlichen Aufgabe: In jedem Bundesland sollen Modellvorhaben umgesetzt werden, bei denen die Therapeuten die Verantwortung für Auswahl (Art der Therapie), Dauer (Gesamtbehandlungsmenge) und Frequenz (je Woche) der Heilmitteltherapie selbst tragen. Die SHV-Mitgliedsverbände DVE, IFK, VPT und ZVK nehmen den gesetzlichen Auftrag zur Erprobung der Blankoverordnung ohne Vorbehalt an, verknüpfen damit aber klare Qualitätsanforderungen an die konkrete Ausgestaltung, damit das Projekt im allseitigen Interesse ein Erfolg wird.

„Ergo- und Physiotherapeuten übernehmen gerne mehr Verantwortung, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und ein Mehrwert in der Patientenversorgung entsteht!“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des SHV. „Wir als Spitzenverband haben deshalb in einem gemeinsamen Positionspapier zur Blankoverordnung wichtige Versorgungsparameter formuliert, auf die sich die Modellvorhaben erstrecken müssen.“

So hält es der SHV für unverzichtbar, in den Modellvorhaben eine neue Leistungsposition „therapeutische Diagnostik“ zu erproben, um so die Indikation auf der Basis einer ergo- bzw. physiotherapeutischen Diagnostik abzusichern.

„Eine hohe wissenschaftliche Qualität ist unverzichtbar, um sowohl die interne als auch die externe Validität zu gewährleisten“, so Ute Repschläger. Der SHV fordert deshalb randomisierte Studien mit Kontrollgruppe, die gezielt Diagnosen sowie ausgewählte primäre und sekundäre Endpunkte untersuchen. Dabei sind aus Sicht des SHV unterschiedliche Settings (Orte der Behandlung) sowie die bestehende Evidenz zu berücksichtigen.

DAS POSITIONSPAPIER FINDEN SIE HIER!

Der Wahlkampf ist eröffnet. So waren beim diesjährigen Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit die Themen kostenfreie Ausbildung, Substitution/Delegation und auch die Einbindung von Therapieberufen in die Telematikinfrastruktur an prominenter Stelle platziert. Daran zeigt sich: Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hat erfolgreiche berufspolitische Arbeit geleistet.

 Mit 8.250 Besuchern aus allen Bereichen des deutschen Gesundheitswesens hat der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit zu seinem 20. Jubiläum einen Besucherrekord aufgestellt. Drei Monate vor der Bundestagswahl wurde der Kongress, der unter dem Motto “Qualität und nachhaltige Finanzierung” stand, von intensiven Debatten geprägt. Neben Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und zahlreichen Entscheidungsträgern der Gesundheitsbranche diskutierten auch Vertreter des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) mit, um die Interessen der Heilmittelerbringer zu vertreten.

Direkt zu Beginn der dreitägigen Veranstaltung hatte Bundesminister Gröhe eine positive Botschaft für die Heilmittelerbringer: In seiner Eröffnungsrede zum Hauptstadtkongress in Berlin plädierte der Minister nicht nur für eine kostenfreie Ausbildung für angehende Therapeuten, sondern stellte auch das System der ärztlichen Delegation infrage. „Wenn wir über sektorübergreifende Zusammenarbeit, wenn wir über Delegation und Substitution reden, befremdet mich manchmal, in welcher Weise wir das noch angstbesetzt diskutieren“, äußerte sich Gröhe vor dem Hintergrund der Debatte um mehr Verantwortung für nicht-ärztliche Gesundheitsfachberufe.

Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) verstärkte diese Botschaft noch: Es könne nicht angehen, dass Berufsgruppen, die später alle über 100.000 Euro im Jahr verdienen, keine Ausbildungskosten zahlen müssen, diejenigen mit einem Verdienst unter 30.000 Euro jedoch schon. „Die therapeutischen Berufe liegen mir am Herzen“, betonte Laumann. „Aus meiner Sicht ist das Fenster für Veränderungsmöglichkeiten aktuell weit offen und es gibt eindeutigen Handlungsbedarf, auch im Bereich der Akademisierung.“

Der SHV beteiligte sich am Gemeinschaftsstand Wissen.Innovation.Region (W.I.R.) gemeinsam mit weiteren Institutionen und Unternehmen der Gesundheitsbranche an einem breit gefächerten Programm. Bei der Gesprächsrunde „Digitalisierung zwischen Disruption und ‚Innovationsstottern‘“ forderte SHV-Vorstand Arnd Longrée, auch die Therapieberufe vollständig in die Gesundheitstelematik einzubeziehen.

Die SHV-Vorsitzende Ute Repschläger nahm an der Gesprächsrunde „Aufwertung der Gesundheitsberufe – Herausforderungen, Hindernisse und Perspektiven“ teil. Ihre Forderung: Stärkung der Therapeuten im Gesundheitswesen durch eine verbesserte Ausbildungs- und Vergütungssituation sowie mehr Autonomie in Form des Direktzugangs. In der interdisziplinären Diskussion betonte sie, dass eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsprofessionen besonders fruchtbar sei, wenn die Profile der einzelnen Partner erhalten bleiben.

Teilnehmer des Hauptstadtkongresses bewerteten die Präsenz des SHV positiv. Der Spitzenverband setzt im Vorfeld der Bundestagswahl am 15. September 2017 besonders darauf, überall dort präsent zu sein und die Interessen der Heilmittelerbringer zu platzieren, wo die wichtigen Vertreter der Gesundheitspolitik zusammenkommen. Dass diese Strategie richtig ist, zeigen die aktuellen berufspolitischen Erfolge.

Der SHV in Aktion auf dem Hauptstadtkongress 2017.

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2017 startet für Therapeuten mit einer klaren Ansage des Bundesministers für Gesundheit Hermann Gröhe: In seiner Eröffnungsrede zum Hauptstadtkongress in Berlin sagt der Minister angehenden Therapeuten eine kostenfreie Ausbildung zu.

In der nächsten Legislaturperiode stände die Novellierung der therapeutischen Berufsgesetze auf der Tagesordnung der Politik. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Der rasant zunehmende Fachkräftemangel in den Therapieberufen gefährdet die flächendeckende und wohnortnahe Versorgung der Menschen mit Heilmitteln. Der Bedarf an Therapie steigt stetig an, aber immer weniger junge Menschen ergreifen den Beruf der Ergo- oder Physiotherapie. Auch der Akademisierungsprozess hinkt mit unter einem Prozent weiter hinter der Forderung von 10 bis 20 Prozent des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 2012 her. Diese Fakten sind dem Bundesgesundheitsminister bewusst – der Handlungsbedarf ist offensichtlich und in der Politik angekommen.

Auch sei laut Hermann Gröhe beispielsweise das Thema Delegation und Substitution bei einigen in der Gesundheitsbranche noch „angstbesetzt“. Dabei ist sich der Minister sicher: „Arbeit ist genug für alle da.“

Fest steht: Es geht um die Patientenversorgung in Deutschland – deren Sicherung und Weiterentwicklung. Aus diesem Grund fordert der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) eine Novellierung der Berufsgesetze, eine kostenfreie Ausbildung für Therapeuten und den Direktzugang des Patienten zum Therapeuten als eine mögliche Weiterentwicklung der Patientenversorgung in Deutschland.

Noch bis einschließlich 22. Juni 2017 dreht sich auf dem Hauptstadtkongress 2017 alles um die Gesundheitspolitik in Deutschland. Auch der SHV ist dort mit Stand (Gemeinschaftstand Nummer 57) vertreten. Die SHV-Vorstände führen Gespräche mit Entscheidern und wirken an Gesprächsrunden am Stand mit. So zum Beispiel am 21. Juni 2017 um 10:40 Uhr zum Thema Digitalisierung und am 22. Juni 2017 um 13:10 Uhr zur Auswertung der Gesundheitsberufe. Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es unter www.hauptstadtkongress.de.

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2017 ist mit dem heutigen Tag offiziell eröffnet. Bis zum 22. Juni kommen die jüngsten Reformbeschlüsse auf den Prüfstand und zukünftige gesundheitspolitische Ansätze auf den Tisch. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) ist am Gemeinschaftsstand Wissen.Innovation.Region (W.I.R.) zu finden und beteiligt sich dort an einem breit gefächerten Programm an den Gesprächsrunden.

Im Fokus des diesjährigen Hauptstadtkongresses, eines der führenden Foren für innovative Lösungsansätze, stehen Zukunftsthemen wie die Digitalisierung oder neue, innovative Versorgungsformen. Zu genau diesen Themen können sich die Kongressbesucher auch auf spannende Diskussionen mit den Vertretern des SHV freuen.

Am Gemeinschaftsstand Nr. 57 des SHV mit weiteren Institutionen und Unternehmen der Gesundheitsbranche findet am morgigen Mittwoch von 10.40 bis 11.20 Uhr eine spannende Gesprächsrunde mit dem Titel „Digitalisierung zwischen Disruption und ‚Innovationsstottern‘“ statt. Das SHV-Vorstandsmitglied Arnd Longrée, der als Sprecher im Fachbeirat eGBR fundierten Einblick in die Nutzung digitaler Techniken in den Heilberufen hat, debattiert dazu mit Vertretern von Hochschulen und dem Universitätsklinikum Bonn.

Am Donnerstag gibt die SHV-Vorsitzende Ute Repschläger ab 13.10 Uhr in der Gesprächsrunde „Aufwertung der Gesundheitsberufe“ einen Überblick über die Herausforderungen, Hindernisse und Perspektiven für eine Aufwertung der Gesundheitsberufe. Gemeinsam mit Prof. Dr. Ursula Walkenhorst von der Universität Osnabrück und Detlef Friedrich von der Unternehmensberatung contec GmbH wird sie die Hebel und Treiber für eine Stärkung der Therapeuten im Gesundheitswesen beleuchten. Der SHV fordert in diesem Kontext eine Verbesserung der Ausbildungssituation, eine angemessene Vergütung sowie mehr Autonomie in Form des Direktzugangs.

Je näher die Bundestagswahl rückt, desto mehr gilt es, die Gesundheitspolitik auf die Agenda für die nächste Legislaturperiode zu setzen. Beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit vom 20. bis 22. Juni 2017 kommen die jüngsten Reformbeschlüsse auf den Prüfstand und zukünftige gesundheitspolitische Ansätze auf den Tisch. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) wird erstmalig auch mit einem gemeinsamen Stand vertreten sein, um die Interessen der Heilmittelerbringer zu vertreten.

Der Hauptstadtkongress ist eines der führenden Foren für innovative Lösungsansätze, die weiterhin eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sicherstellen und gleichzeitig Kostensenkungspotenziale realisieren. Daher stehen Zukunftsthemen, wie die Digitalisierung oder neue, innovative Versorgungsformen, im Fokus der hochkarätig besetzten Diskussionen. Neben Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und zahlreichen weiteren Größen der Gesundheitsbranche wird auch der SHV in der Hauptstadt vertreten sein, um sich über die Zukunft der Gesundheitspolitik auszutauschen.

Der SHV wird an einem Gemeinschaftsstand (Stand-Nr. 57) mit weiteren Institutionen und Unternehmen der Gesundheitsbranche, z.B. dem Netzwerk deutscher Gesundheitsregionen und der Hochschule für Gesundheit in Bochum, zu finden sein. In den Kongresspausen können Besucher dort jeweils zwei Diskussionsrunden verfolgen, in denen unter anderem über das Thema „Aufwertung der Gesundheitsberufe“ debattiert wird. Ute Repschläger, Vorsitzende des SHV, blickt gespannt auf die Veranstaltung: „Im SHV zeigen Physio- und Ergotherapeuten sowie Masseure und medizinische Bademeister Schulterschluss, um gegenüber den gesundheitspolitischen Entscheidern mit einer starken Stimme zu sprechen. Genau das wollen wir beim Hauptstadtkongress verdeutlichen und mit spannenden Diskussionen untermalen. Wir freuen uns auf Sie!“

Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) begrüßt diese Forderung des neuen SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten, Martin Schulz, ausdrücklich: In seiner Bewerbungsrede zum Parteivorsitz forderte Martin Schulz am 19. März 2017 eine gebührenfreie Ausbildung, von der Kita bis zum Studium, also auch für Ausbildungen an den Berufsfachschulen.

Auch aus Sicht des SHV ist es ein Unding, dass Universitäten alle Studiengänge und so auch das Medizinstudium kostenlos anbieten, die Ausbildung zu den Heilmittelberufen wie Ergotherapeuten, Logopäden, Masseuren/med. Bademeistern, Physiotherapeuten und Podologen aber bis auf wenige Ausnahmen schulgeldpflichtig ist. „Dies ist unvertretbar und muss ein Ende haben, wenn die Berufsausbildungsgesetze der Heilmittelberufe in der nächsten Legislaturperiode des Deutschen Bundestages ohnehin novelliert werden“, so Ute Repschläger, Vorsitzende des SHV.

Ein ebenso wichtiger Punkt für die Heilmittelbranche ist die hohe Zahl fehlender Studienplätze für Therapieberufe. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Die kommenden Koalitionsverhandlungen in den Bundesländern, die wie das Saarland bereits gewählt haben bzw. wie Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen noch wählen werden, sind die beste Gelegenheit, die Einrichtung von weiteren Studienplätzen abzusichern. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels in den Heilmittelberufen sind aus Sicht des SHV beide Maßnahmen geeignet und notwendig, die Attraktivität der Berufe wieder zu steigern.

Am 27. März 2017 veranstaltete die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag einen berufspolitischen Kongress. Unter dem Titel „Kooperation zwischen ärztlichen und nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen stärken“ trafen sich knapp 300 Vertreter aus Politik, Krankenkassen und den Gesundheitsberufen in Berlin.

„Kein Thema elektrisiert die Bevölkerung mehr als das Thema Gesundheit“, betonte Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU in seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung.

Dr. Georg Nüßlein, MdB, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, betonte die Bedeutung der Vernetzung zwischen den Berufsgruppen und in den Versorgungsstrukturen. In einem leidenschaftlichen und klaren Plädoyer hob er die Vorteile des Direktzugangs am Beispiel der Physiotherapie für die Patientenversorgung hervor, denn der Direktzugang sei im Ausland seit vielen Jahren erprobt und dort wissenschaftlich erforscht. Für Dr. Georg Nüßlein steht deshalb fest: Aufgrund der besseren Qualifikation der Heilmittelerbringer können diese schon heute stärker als bislang in die Patientenversorgung eingebunden werden. Die Vergütungssituation der Heilmittelerbringer an diese Situation anzupassen, sei fester Wille der CDU/CSU-Fraktion, ein erster Schritt dazu sei das Heil- und Hilfsmittelversorgungsstärkungsgesetz, das am 01. April 2017 in Kraft tritt, machte Dr. Nüßlein klar. Diese Aussage hat besondere Bedeutung; denn Dr. Nüßlein, MdB ist der oberste Gesundheitspolitiker der CDU/CSU-Fraktion.

Nicht weniger Lob für die Gesundheitsberufe kam von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. In seinem Eingangsstatement analysierte er, dass die Koalition in der laufenden Legislaturperiode vieles auf den Weg gebracht hat. Für die Zukunft hat der Minister – immer im Interesse einer nachhaltigen Patientenversorgung auch in der Fläche – klare Ziele für die weitere Entwicklung der Gesundheitsberufe vor Augen: Vergütung weiter verbessern, Ausbildung stärken, zum Beispiel durch Wegfall des Schulgeldes, und mehr Kompetenzen in der Versorgung der Patienten sind erste Maßnahmen, um die Tätigkeitsfelder attraktiver machen.

Besonders im Bereich der Delegation und Substitution von Leistungen steht laut Minister Gröhe „der Mut, Dinge zu betreiben, weit hinter dem, was die Versorgung heute braucht!“. Die Blankoverordnung gebe hier erste Möglichkeiten, im Interesse der Patienten stärker als bislang sachgerechte Leistungen zu erbringen und die besondere Leistungsfähigkeit des Berufsstandes besser zu würdigen. Sein Fazit: „Wir haben vieles erreicht, aber es bleibt noch einiges zu tun“, so Hermann Gröhe.

Spitzenverband der Heilmittelverbände mit Impulsvortrag Repschläger dabei

Für den Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hielt deren Vorsitzende Ute Repschläger einen Impulsvortrag mit dem Titel: „Was ist nötig, was ist möglich? Die interdisziplinäre Gesundheitsversorgung von morgen.“ Die Kernaussage des SHV war eindeutig: Die Attraktivität der therapeutischen Berufe muss steigen. Der SHV fordert deshalb eine kostenfreie Ausbildung, eine angemessene Vergütung, mehr Autonomie, neue Versorgungsformen wie den Direktzugang und eine verbesserte Kommunikation zwischen den Berufsgruppen. Für Ute Repschläger steht fest: Auch die interprofessionelle Kommunikation dient dem Wohle der Patienten und muss zukünftig vergütet werden.

Zu Beginn ihres Vortrags ging ihr Dank aber zunächst an den Bundesminister für Gesundheit Hermann Gröhe, die anwesenden Bundestagsabgeordneten, aber auch an die Koalition insgesamt: „Mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsstärkungsgesetz haben Sie uns die Möglichkeit gegeben, bessere Vergütungen zu vereinbaren. Vielen Dank dafür, dass Sie damit eine langjährige Forderung des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände umgesetzt haben“, so Ute Repschläger.

Podiumsdiskussion: mehr Autonomie, bessere Vergütung und Weiterentwicklung der Ausbildung

Nach den Eingangsstatements des Paneels folgte eine intensive und spannende Diskussion mit dem Plenum. Die Hauptthemen der Redebeiträge und Fragen waren angemessene Vergütung, Vor- und Nachteile der Akademisierung und die Vor- und Nachteile einer Versorgung der Patienten mit Heil- und Hilfsmitteln im Direktzugang. Moderator der Diskussion war der Physiotherapeut und CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne, Berichterstatter für nicht-ärztliche Gesundheitsberufe im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages.

Klaus-Jürgen Lotz, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädietechnik, brachte gleich zu Beginn seines Statements das Motto der Veranstaltung auf den Punkt: „Wir alle, jeder an seinem Ort, müssen Zusammenarbeit salonfähig machen und transparent miteinander umgehen“.

Gerade bei den Themen Akademisierung und Direktzugang zeigte die Diskussion, dass weitere Aufklärungsarbeit sowohl bei den Ärzten als auch bei der Politik zu leisten ist. So sieht beispielsweise der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, die Verantwortung für die Versorgung der Patienten nach wie vor ganz klar allein beim Arzt, und zwar ausdrücklich auch im Rahmen der Modellvorhaben zur Blankoverordnung. „Ich bestehe bei allen Projekten darauf, dass die Verantwortung des Arztes für Diagnose- und Indikationsstellung erhalten bleibt.“ Er befürworte aber – mit diesem Vorbehalt – ausdrücklich die Modellvorhaben zur Blankoverordnung.

Der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus Freiherr von Stackelberg, ist ebenfalls gespannt auf die Ergebnisse der Modellvorhaben zu den Blankoverordnungen. Auf die Frage, ob bei einer Akademisierung die gesetzlichen Krankenkassen bereit wären, mehr zu vergüten, war die Antwort eindeutig: „Wir bezahlen Können und nicht Titel. Aber, wenn Sie mehr können, werden Sie auch mehr verdienen“. Heinz Christian Esser, Geschäftsführer des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände, betonte zur Akademisierung akute Mängel in der Umsetzung: „Es geschieht nicht, was möglich wäre. Die Bundesländer stellen die erforderlichen Studienplätze einfach nicht zur Verfügung. Als erstes ist wichtig, dass die Bundesländer deutlich mehr Studienplätze für Therapeuten einrichten. Denn: Aktuell sind nur zwei Prozent der Therapeuten akademisch ausgebildet. Der Wissenschaftsrat fordert aber bereits seit Jahren 20 Prozent“.

Nach gut 2,5 Stunden spannendem Austausch fasste die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Maria Michalk, MdB die Diskussion zusammen und gab einen richtungsweisenden Ausblick auf das Wahlprogramm der Union für die Bundestagswahl: „Schwerpunkt der kommenden Legislaturperiode wird die Novellierung der Berufsgesetze der Gesundheitsberufe sein“, erklärte Maria Michalk und ging sogar noch einen Schritt weiter: „Die nächste Legislaturperiode ist Ihre Stunde“.

Michalk dankte ausdrücklich – auch im Namen ihrer Kolleginnen und Kollegen, zu denen auch die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, MdB zählte – für die breite, disziplinierte und sachorientierte Diskussion, die den Politikern viele Argumente, Sichtweisen und Facetten aus den einzelnen Bereichen der Versorgung näher brachte. Ihr Fazit: „Wir brauchen attraktive Gesundheitsberufe“, so Maria Michalk. „Dazu braucht es Mut, weniger Vorbehalte und einen konstruktiven Dialog zwischen allen Beteiligten“.

Der Onlinedienst „T-online.de“ hat mit seinem Bericht zum Heil- und Hilfsmittelversorgungsstärkungsgesetz (HHVG) speziell zum Thema „Blankoverordnung“ für Verunsicherung unter seinen Lesern gesorgt. Am 11. März 2017 berichtete T-online.de wie folgt:

„Rollstühle, Hörgeräte und mehr

Neues Gesetz: Dafür bekommen Sie Geld von Ihrer Krankenkasse“

“Blankoverordnung” für Dauer und Häufigkeit der Therapie

 Ab sofort bestimmen die behandelnden Therapeuten oder Leistungserbringer die Dauer oder die Häufigkeit verschriebener Therapien. Hierzu zählen Anwendungen bei der Ergotherapie, der Physiotherapie oder der Logopädie. Der behandelnde Arzt füllt hierzu eine “Blankoverordnung” aus, in der der Therapeut oder Leistungserbringer die entsprechenden Werte eintragen kann…..“ (Link zum Beitrag: https://www.t-online.de/gesundheit/gesund-leben/id_80440600/mehr-fuer-versicherte-das-zahlt-ihre-krankenkasse.html)

T-online.de ist mit der Aussage, dass Therapeuten „ab sofort über zum Beispiel die Art der Therapie entscheiden können“ der Zeit leider weit voraus. Denn: Nach dem Willen des Gesetzgebers müssen die neuen Modellvorhaben zur Blankoverordnung zunächst einmal mit den Krankenkassen verhandelt werden. Dabei werden Forschungssettings entwickelt, geeignete Institute mit der Evaluation der Modellvorhaben beauftragt und unzählige Verfahrensfragen zu klären sein. Dieser Prozess wird sich nach  Einschätzung von Experten mindestens noch bis Ende des Jahres 2017 hinziehen. Lassen Sie sich also bei entsprechenden Anfragen von Ärzten oder Patienten nicht irritieren. Noch ist es nicht so weit, wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Bei der diesjährigen Fachmesse therapie Leipzig zeigten die vier Mitgliedsverbände des Spitzenverbandes des Heilmittelverbände (SHV) erneut Einigkeit: Nicht nur am neu konzipierten Messestand, sondern auch im Rahmen der Veranstaltung „SHV konkret“ am 17. März 2017 ergänzten sich DVE, IFK, VPT und ZVK, um gemeinsam Präsenz zu zeigen.

In zentraler Lage in der Messehalle der therapie Leipzig konnten Besucher den SHV-Stand von allen Seiten erreichen – an jeder Ecke stand ein Mitgliedsverband für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Diese Offenheit nutzten viele Besucher, um gleich mit den verschiedenen Verbänden unter dem Dach des SHV in Kontakt zu kommen und gleichzeitig mehr über die Arbeit des SHV zu erfahren. So konnte die Präsentation der vier einzelnen Mitgliedsverbände zum einen und die gemeinsame Präsenz als Spitzenverband zum anderen optimal vereinbart werden.

Besucher am Messestand des SHV.

Auch über den Messestand hinaus war der SHV bei verschiedenen Veranstaltungsformaten zu sehen. Direkt zu Beginn sprach die Vorsitzende des SHV Ute Repschläger die Begrüßungsworte beim Eröffnungsfrühstück der Messe und betonte die zunehmende Relevanz von Interdisziplinarität in der Gesundheitsversorgung. „Der steigende Bedarf an Leistungen aufgrund der demografischen Entwicklung wird nur durch multiprofessionelle Teams unter Nutzung der Ressourcen aller Berufsgruppen zu bewältigen sein. Da muss man neu denken, über den Tellerrand schauen, voneinander lernen. Das ist hier bei der therapie Leipzig möglich“, so Repschläger.

Am zweiten Messetag lockte die Podiumsdiskussion „SHV konkret“ über 100 Messebesucher an, die Branchen-Neuigkeiten aus erster Hand erfahren wollten und die Chance nutzten, mit dem SHV-Vorstand zu diskutieren. Die SHV-Vorstandsmitglieder Arnd Longrée (DVE), Ute Repschläger (IFK), Karl-Heinz Kellermann (VPT) und Andrea Rädlein (ZVK) berichteten im Rahmen der Veranstaltung über die aktuellen berufspolitischen Erfolge des SHV und die Forderungen, die im aktuellen Wahljahr an die Politik gerichtet werden. In der anschließenden regen Diskussion konnten die Vorstände nochmals konkret auf einzelne Fragestellungen zu Themen wie Vergütung, Fachkräftemangel oder Akademisierung eingehen.

Mit dem runden Programm auf der therapie Leipzig konnte der SHV einmal mehr dem Anspruch gerecht werden, nicht nur auf dem berufspolitischen Parkett präsent zu sein, sondern auch von den Therapeuten selbst öffentlich wahrgenommen zu werden. Insgesamt kann die Fachmesse eine sehr positive Bilanz ziehen: Mit 16.100 Besuchern und 3.000 Teilnehmern in den Workshops erzielt die therapie Leipzig 2017 einen erneuten Rekord.

Die SHV-Vorstände Karl-Heinz Kellermann, Andrea Rädlein, Ute Repschläger und Arnd Longrée (v. l. n. r.) bei der Podiumsdiskussion „SHV konkret“.