09.07.2026 11:16 Uhr

Heilmittelversorgung im Fokus: SHV im Austausch mit Linus Görg

Im Rahmen seiner Kampagne zum geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz hat der Spitzenverband der Heilmittelverbände e.V. (SHV) das Gespräch mit Linus Görg, gesundheitspolitischem Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion in Hamburg, gesucht.

Für den SHV erläuterte Christian Schneider, Landesgeschäftsführer VPT Nord-West, die zentralen Kritikpunkte und den aus Sicht der Heilmittelbranche notwendigen Korrekturbedarf am Gesetzentwurf. Im Mittelpunkt standen einmal mehr die vorgesehenen Maßnahmen im Heilmittelbereich – darunter die Vergütungskürzung durch die Bindung an die Grundlohnsumme mit Sonderabschlag, die Abschaffung der Blankoverordnungspauschale sowie die Erhöhung der Zuzahlung. Aus Sicht des SHV treffen diese Regelungen ausgerechnet einen Versorgungsbereich, der bereits heute unter erheblichem Fachkräftemangel, wirtschaftlichem Druck und eingeschränkten Versorgungskapazitäten leidet.

Linus Görg würdigte im Gespräch die sachorientierte und fundierte Positionierung des SHV und stellte fest: „Auch wenn der finanzielle Druck im System hoch ist: Wer an der Physiotherapie spart, spart an der falschen Stelle. Physiotherapeut*innen verhindern Folgeschäden, unterstützen die Rehabilitation und vermeiden Krankenhausaufenthalte und Pflegebedürftigkeit. Doch der Referentenentwurf zur GKV-Stabilisierung droht genau das zu gefährden: Die geplante Grundlohnsummenbindung entkoppelt die Vergütung von den realen Kosten der Praxen, und die Einschränkungen bei der Blankoverordnung bedeuten mehr Verantwortung ohne ausreichende Refinanzierung. Kurzfristige Einsparungen führen hier langfristig zu höheren Folgekosten. Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz muss an dieser Stelle dringend nachgebessert werden.

Im Gespräch äußerte Görg Kritik an der Unausgewogenheit des Gesetzentwurfs. Insbesondere bemängelte er die fehlenden Ausgleichsmechanismen im ambulanten Bereich, das Ausbleiben echter Strukturreformen sowie die weiterhin unzureichende Lösung betreffend der versicherungsfremden Leistungen. Zudem äußerte er die Bereitschaft, die vom SHV vorgetragenen Positionen bei den weiteren Beratungen auf Landes- und Bundesebene zu berücksichtigen. Auch der Sachstand im Beratungsverfahren der Bundesländer sowie die Positionierung Hamburgs sollen, soweit möglich, weiter eruiert werden.

Mit den politischen Gesprächen auf Landesebene setzt der SHV seine Kampagne fort, um auf die gravierenden Folgen des Gesetzentwurfs für die Heilmittelversorgung aufmerksam zu machen und notwendige Korrekturen einzufordern.

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