26.06.2026 08:00 Uhr

Intensiver Austausch im Kreis Viersen

Mitte Juni begrüßte IFK-Mitglied Ruud Stefelmanns den Bundestagsabgeordneten für den Kreis Viersen, Dr. Martin Plum (CDU) zu einem intensiven und offenen Austausch in seiner Praxis. Im Gespräch über das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz brachte Stefelmanns seine Sorge über die Auswirkungen auf die Physiotherapie und die Gesundheitsversorgung insgesamt zum Ausdruck. Frei nach dem Gedanken von Taiichi Ohno, einem der Väter des Toyota-Produktionssystems, „Kosten senkt man nicht durch Sparmaßnahmen, sondern indem man Verschwendung eliminiert.” wurde diskutiert, wie das deutsche Gesundheitswese zukunftsfähig werden kann.

Im Gespräch wurde eine Reihe an wichtigen Themen angeschnitten. Ein zentrales Thema war der zunehmende Fachkräftemangel und die Frage, welche Folgen dieser für die zukünftige Versorgung der Patienten haben wird. Auch die Akademisierung der Heilmittelerbringer wurde angesprochen. Dabei betont Stefelmanns, dass eine wissenschaftliche Qualifikation kein Gegensatz zur praktischen Arbeit sei. Vielmehr sei Akademisierung eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des Berufsstandes.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war der hohe Verwaltungsaufwand, mit dem Heilmittelerbringer täglich konfrontiert sind. Dabei wurde die Frage aufgeworfen, warum gegen Heilmittelerbringer ein Generalverdacht in Bezug auf die Abrechnung der erbrachten Leistungen bestehe, währen andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen deutlich weniger bürokratische Hürden überwinden müssten.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde die zunehmende Belastung des Berufsstands thematisiert. Physiotherapie würde oftmals nur als Kostenfaktor betrachtet. Tatsächlich handelt es sich bei den Leistungen jedoch um eine Investition in Gesundheit und Lebensqualität. Damit qualifizierte Fachkräfte diese Aufgaben übernehmen können, sind Bürokratieabbau und die Erweiterung der therapeutischen Entscheidungskompetenzen maßgebend.

Bildhaft stellte Stefelmanns dar, dass Physiotherapie keine Tablette sei, die man automatisiert produzieren, importieren oder lagern kann. Physiotherapie ersteht ausschließlich durch die Arbeit von Menschen für Menschen. Jede Investition in die ambulante Physiotherapie investiert wird, stärkt nicht nur die Gesundheitsversorgung, sondern sichert Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung.

Im Gespräch schlussfolgerte Stefelmanns, dass die Physiotherapie bereit ist, Verantwortung für die Zukunft der Gesundheitsversorgung zu übernehmen. Dafür braucht sie jedoch die richtigen Rahmenbedingungen und eine politische Perspektive, die Entwicklung ermöglicht, statt Stillstand zu verwalten.

Dr. Martin Plum nahm sich für das Gespräch viel Zeit, hörte zu, fragte nach und konnte so die Herausforderungen der Heilmittelerbringer aus erster Hand kennenlernen. „Ich hoffe, dass Dr. Plum die Anliegen und Impulse aus diesem Gespräch in die weiteren Diskussionen im Deutschen Bundestag mitnimmt“, so Stefelmanns. 

v. l.: Ruud Stefelmanns, Dr. Martin Plum

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