SHV Besuch in der Bremischen Bürgerschaft: Im Gespräch mit Rainer Bensch (MdBB; CDU)
Christian Schneider, Landesgeschäftsführer VPT Nord-West, traf Rainer Bensch – gesundheitspolitischer Sprecher der CDU in der Bremischen Bürgerschaft.
Der Spitzenverband der Heilmittelverbände e. V. (SHV) bewertet den Entwurf für das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz als erheblichen Rückschritt für die ambulante Heilmittelversorgung. Um auf die Folgen und notwendige Korrekturen aufmerksam zu machen, führen SHV und Mitgliedsverbände derzeit zahlreiche Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern – auch auf Landesebene.
Im persönlichen Austausch in der Bremischen Bürgerschaft skizzierte Schneider die zentralen Kritikpunkte des SHV. Im Fokus: die Wiedereinführung der Grundlohnsummenbindung. „Sie ist das falsche Instrument, weil sie in der Vergangenheit systematische Unterfinanzierung produziert hat.“ Verschärfend wirkt die geplante Kürzung der Grundlohnsummen-Rate um ein weiteres Prozent in den Jahren 2027 bis 2029 – mit basiswirksamen Negativauswirkungen für die Folgejahre. Statt Kürzungen brauche es eine Stärkung der Heilmittelbranche, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Patientenversorgung zu sichern. Die realen Praxiskosten müssten refinanziert werden – ohne pauschale Deckelung.
Rainer Bensch positionierte sich deutlich. Was Bensch am Beispiel der Physiotherapie ausführt, gilt gleichermaßen für alle Heilmittelerbringer
„Wer Gesundheitsversorgung sichern will, darf ambulante Leistungserbringer nicht permanent ausbremsen. Die ambulante Physiotherapie übernimmt immer mehr Verantwortung – und dies bei Fachkräftemangel, steigender Bürokratie und wachsendem Versorgungsdruck. Gleichzeitig erleben viele Praxen Reformen nicht als Stärkung, sondern als zusätzliche Belastung. Gerade beim GKV-Beitragsstabilitätsgesetz stellt sich deshalb eine zentrale Frage: Wie sollen Leistungserbringer Versorgung sichern, wenn die politischen Rahmenbedingungen die strukturellen und wirtschaftlichen Unsicherheiten verstärken? Unser gemeinsamer Anspruch muss sein: Die Reformen so umsetzen, dass die Praxen handlungsfähig bleiben – und nicht durch neue Hürden geschwächt werden.“
Benschs klares Fazit: „Eine gute Gesundheitsversorgung erreichen wir nicht durch Misstrauen und ungerechte Kürzungen bei den Leistungserbringern, sondern durch verlässliche Rahmenbedingungen.“
Der SHV bedankt sich bei Rainer Bensch für die Einladung in die Bremische Bürgerschaft und den intensiven Austausch zur Heilmittelversorgung.
