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Die Heilmittelberufe begrüßen die gemeinsame Überzeugung der Sondierungspartner, dass die flächendeckende qualitätsorientierte medizinische Versorgung ein zentrales Thema der Gesundheitspolitik ist und bleibt. Zentrales Thema ist daher auch  die Fachkräftesicherung im interprofessionellen Gesundheitswesen. Dies gilt gleichermaßen für die Pflege wie für die Heilmittelerbringung, insbesondere die flächendeckende Versorgung im ländlichen Raum.

Wir rufen deshalb die Jamaika-Runde auf, in den weiteren Gesprächen Festlegungen – und damit Arbeitsaufträge – insbesondere auch zu den folgenden Themen im Heilmittelbereich zu treffen:

  1. Die Novellierung der Berufsausbildungsgesetze hat erste Priorität. Denn:
  • In der Berufsausbildung werden die Weichen für die Behandlungsqualität
  • Ohne eine deutliche Steigerung der Ausbildungszahlen lässt sich eine flächendeckende Versorgung auch mit Heilmitteln auf Dauer nicht sicherstellen.
  • Nur eine attraktive Ausbildungssituation, die die Akademisierung einschließt, macht den Beruf zukunftssicher und damit attraktiv für kompetenten Nachwuchs.
  • Die Ausbildung in den Heilmittelberufen muss kostenlos angeboten werden.
  1. Ko-operative Therapiemodelle
  • Eine echte patientengerechte Versorgung ist gekennzeichnet durch die gemeinsame interprofessionelle Betreuung eines individuellen Patienten.  Hierzu bedarf es gesetzlicher Vorgaben, die Delegation und Substitution neu definieren. Dabei darf nicht die unterschiedliche Ausbildung im Vordergrund stehen, sondern der Grad der Spezialisierung in der gegebenen Situation.
  • Teil dieser Neuordnung ist im Interesse der Patienten auch der Direktzugang sowie die Einbindung der Heilmittelpraxen in die Telematikinfrastruktur (§ 291 a SGB V).
  1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • Die Arbeitsbedingungen im Heilmittelbereich können nur dann spürbar verbessert werden, wenn auch – über die Maßnahmen des HHVG hinaus – die Frage der Vergütung diskutiert und einer befriedigenden Lösung zugeführt wird. Nur so kann die Personalausstattung im ambulanten und stationären Bereich spürbar verbessert werden.

In diesem Sinne hoffen und erwarten die Tätigen im Heilmittelbereich, dass die Jamaika-Runde die Sondierungsgespräche zum Thema Gesundheit mit entsprechenden Festlegungen abschließt.

Die Akademisierung der Therapieberufe dient der Sicherung der Patientenversorgung – jetzt handeln!

Die Zahl an chronisch kranken und multimorbiden Patienten steigt stark. Die Behandlungen werden komplexer, das stellt auch Therapeuten vor neue Herausforderungen. Um diesen gerecht zu werden, fordert der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) den systematischen Ausbau von primärqualifizierenden Studiengängen für Therapieberufe, wie z.B. Ergotherapie, Physiotherapie oder Podologie. Außerdem muss die Politik in der neuen Legislaturperiode endlich die Modellphase für primärqualifizierende Studiengänge entfristen und damit die Zukunftsperspektive der Therapieberufe verbessern.

Therapieberufe brauchen Wissenschaft und Forschung. Denn: Die hochschulische Ausbildung und fachliche Profilierung erweitert die therapeutischen Kompetenzen und ist ein wichtiger Schritt zur  Professionalisierung des Berufsstandes. „Uns geht es um die zukünftige Patientenversorgung“, erklärt Arnd Longrée, stellvertretender Vorsitzender des SHV. Therapeutische Forschung liefert wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse, die effektive und zugleich kostensenkende Veränderungen und Neuerungen bewirken können. Das kommt den Patienten und dem Gesundheitswesen zugute.

„Aufgrund des heute schon bestehenden Fachkräftemangels können und müssen die Therapieberufe für den Nachwuchs zukunftsorientiert gestaltet werden. Die hochschulische Ausbildung steigert die Anziehungskraft der Berufe, vorausgesetzt die Entwicklungs- und Einkommenschancen sind ebenfalls attraktiv. Hier sind Staat und Hochschulen gefordert, die Studienangebote für etablierte und gesundheitspolitisch notwendige Berufe auszubauen,“ erläutert Arnd Longrée. „Zur Logik eines wirklichen Einstiegs in die Akademisierung gehört in einem ersten Schritt der Wegfall des Modellstatus der primärqualifizierenden Studiengänge. Hierzu gehört die rechtliche Einordnung in die Berufsgesetze, die die Rahmenbedingungen eines Studiums ermöglicht. Darauf aufbauend brauchen wir mehr Mut in der Schaffung von Studienplätzen, aber auch die Eröffnung von Masterstudiengängen bis hin zur Promotion in den einzelnen Therapiedisziplinen. So schaffen wir den Rahmen für Wissenschaft und Forschung, die dann wiederum eine Verbesserung der Patientenversorgung leisten wird.“

Im Zuge der Vorbereitung von Sondierungsgesprächen zwischen den möglichen Koalitionsparteien CDU/CSU und FDP lud die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen wichtige Akteure der Pflege- und Gesundheitsfachberufe zu Gesprächen ein. Im Rahmen der Reihe “Gemeinsam auf den Weg machen” vertrat Ute Repschläger, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV), die gemeinsamen Positionen der Physiotherapie, Ergotherapie sowie Podologie.

Ziel des Austauschs war die Analyse der aktuellen Herausforderungen bei der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung der Menschen. Neben Mitgliedern der Bundestagsfraktion der Grünen nahmen Vertreter von Gewerkschaften, der Verbraucherzentrale Bundesverband und der BAG SELBSTHILFE an dem Dialog teil.

Ute Repschläger thematisierte die Kernforderungen des SHV, die derzeit im Rahmen der aktuell angelaufenen Kampagne gegenüber Politik, Krankenkassen und Öffentlichkeit publik gemacht werden: Im Fokus stehen eine schulgeldfreie Ausbildung, der Direktzugang sowie der systematische Ausbau von primärqualifizierenden Studiengängen der Therapieberufe und die Überführung der Modellstudiengänge in den Regelbetrieb.

Ganz im Sinne des SHV sind die Signale, die während des Gesprächs aus der Politik gesendet wurden: Die grünen Gesundheitspolitikerinnen Maria Klein-Schmeink und Kordula Schulz-Asche hoben hervor, dass die Arbeitsbedingungen für die Pflege- und Gesundheitsfachberufe eine wichtige Rolle bei den anstehenden Gesprächen mit den möglichen Koalitionspartnern spielen werden. Ebenso müsse es Ziel sein, diese Berufe attraktiver zu gestalten, um eine gute Versorgung der Menschen zu gewährleisten.

Ute Repschläger (li.) vertrat die Positionen des SHV bei den Stakeholdergesprächen.

Therapie der Patienten sichern und den Fachkräftemangel bekämpfen – jetzt handeln!

 

Fachkräftemangel ist auch eine Frage des Geldes schon während der Ausbildung. Würden Sie bis zu 20.000 Euro in drei Jahren für Ihre Ausbildung bezahlen? Der überwiegende Teil der angehenden Therapeuten muss das tun. Ein wichtiger Schritt zur Sicherung der therapeutischen Patientenversorgung ist deshalb eine kostenfreie Ausbildung für Therapieberufe. Dieser politische Schritt ist längst überfällig.

Alle großen Parteien haben die kostenfreie Ausbildung für Therapieberufe vor der Bundestagswahl auf ihre politische Agenda gesetzt. Die Politik hat damit erkannt, dass die Therapieberufe genauso wie die Pflegeberufe zum Wohle der Patienten wertgeschätzt werden müssen – dazu gehört zuallererst eine kostenlose Ausbildung. „Dieses Wahlversprechen muss sich nun im Koalitionsvertrag wiederfinden und dann auch umgesetzt werden. Denn: Es kann nicht länger sein, dass die Rahmenbedingungen viele junge Menschen davon abhalten, einen therapeutischen Beruf zu erlernen. Viele können es sich schlicht nicht leisten“, erklärt Andrea Rädlein, stellvertretende Vorsitzende des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV).

Dabei leisten Therapeuten wichtige Arbeit: Heilmittel sind für viele Menschen unverzichtbar und lebenswichtig – Therapeuten erhalten Arbeitsfähigkeit, verhindern Pflegebedürftigkeit, lindern Schmerzen und verbessern die Lebensqualität von vielen Menschen in Deutschland. Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Podologen und weitere Heilmittelerbringer helfen Patienten und Angehörigen mit viel Engagement und Leidenschaft in schwierigen Situationen. „Jetzt muss die Politik den Therapeuten helfen“ betont Andrea Rädlein.

Die Fakten:

  • Die Ausbildungszahlen sinken nachweislich. Das bestätigt das Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB).
  • Der Fachkräftemangel ist in praktisch allen Bundesländern amtlich. Die Bundesanstalt für Arbeit hat Mitte Juni aktuelle Zahlen dazu veröffentlicht.
  • Der Bedarf an Therapie steigt. Durch die demografische Entwicklung brauchen wir mehr Therapeuten um die flächendeckende und wohnortnahe Patientenversorgung sicherzustellen.

Therapeutische Leistungen dürfen nicht nur wertgeschätzt werden. Sie sind auch eine Frage der Vergütung.

Die aktuelle Fachkräfteanalyse der Bundesagentur für Arbeit bestätigt es: Physiotherapie ist, wie andere Gesundheitsberufe auch, ein Mangelberuf in Deutschland. Die Folge: Der zunehmende Fachkräftemangel belastet bundesweit Patienten und Therapeuten. Das gilt auch für die Ergotherapie und Podologie. Deshalb bewegt der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) mit einer bundesweiten Aktion alle zu handeln – die Politik, die Krankenkassen und die Öffentlichkeit!

Ergo- und Physiotherapeuten, Podologen sowie Masseure und medizinische Bademeister verhelfen Patienten mit ihrer Arbeit zu mehr Lebensqualität und Teilhabe am Alltag. Doch immer weniger Schulabgänger wollen diese gesellschaftlich wichtigen Berufe ergreifen. Rückgänge der Bewerbungen an den Ausbildungseinrichtungen von einem Drittel sind eher die Regel als die Ausnahme. Grund dafür ist in erster Linie die Vergütung: Heilmittelerbringer gehören zu den am geringsten vergüteten Berufen in Deutschland.

Den rückläufigen Ausbildungszahlen steht ein steigender Bedarf an therapeutischen Maßnahmen für die immer älter werdende Gesellschaft gegenüber. Der daraus resultierende Fachkräftemangel gefährdet die therapeutische Patientenversorgung. Der SHV fordert daher eine dauerhafte finanzielle Aufwertung der Therapieberufe.

Tatsache ist: Die Therapieberufe müssen attraktiver werden, um die Patientenversorgung zu sichern und den Rückgang an dringend benötigtem Nachwuchs zu stoppen. Deshalb greift der Spitzenverband der Heilmittelverbände neben der Vergütung die Themen Ausbildungskostenfreiheit, Direktzugang und Akademisierung in seiner bundesweiten Aktion auf. „Wir zeigen der Politik, den Krankenkassen und der Öffentlichkeit, dass Heilmittel unverzichtbar sind und die Situation der Therapeuten in Deutschland verbessert werden muss“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände zum Auftakt der Aktionsphase.

Bruno Blum, langjähriger Bundesvorsitzender des VPT e.V., ist am 9. August 2017 im Alter von nur 77 Jahren verstorben, wie wir soeben erfahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, aber auch den vielen Freunden aus seiner berufspolitischen Tätigkeit.

Bruno Blum gehörte zu den Gründungsvätern des ersten Spitzenverbandes der Heilmittelverbände, der BHV, also des Vorläuferverbandes des SHV. Drei Jahre amtierte er als Vorsitzender der BHV und damit als Sprecher der Heilmittelbranche gegenüber Politik und Krankenkassen. Die Gründung der BHV 1997 war deutliches Zeichen dafür, dass sich die Heilmittelbranche auf die Gemeinsamkeiten besann und ihre berufspolitischen Aktivitäten bündelten. „Geburtshelfer“ der BHV war der damalige Gesundheitsminister Horst Seehofer, der in § 125 Abs. 1 Satz 1 SGB V erstmals „die für die Wahrnehmung der Interessen der Heilmittelerbringer maßgeblichen Spitzenorganisationen auf Bundesebene“ als Vertragspartner des GKV-Spitzenverbandes verankerte. Auch Bruno Blum erkannte die Chance der Gemeinsamkeiten und setzte wichtige Akzente für seinen Berufsstand. So war der VPT von Anfang an ein verlässlicher Partner in der Zusammenarbeit früher konkurrierender Berufsverbände. Eine in der Sache entschiedene, aber im Menschlichen nie verletzende Diskussion entsprach dem Menschenbild von Bruno Blum, der neben seiner beruflichen Tätigkeit sowohl im Sport wie auch im kirchlichen Bereich tief verankert war.

Wir trauern um einen verlässlichen Weggefährten und liebenswerten Menschen.

Hallo

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Kräfte bündeln und mit einer Stimme sprechen

Köln, 14. Juli 2017. Seit heute ist der Deutsche Verband für Podologie (ZFD) Mitglied im Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV). Der ZFD ist mit circa 5.000 Mitgliedern in 12 Landesverbänden die maßgebliche Berufsorganisation der Podologen in Deutschland.

„Im Schulterschluss mit den Mitgliedsverbänden des SHV werden wir die Zukunft der Heilmittelerbringer in Deutschland aktiv mitgestalten“, erklärt Jeannette Polster, Vizepräsidentin des Deutschen Verbandes für Podologie, nach der ersten gemeinsamen Vorstandssitzung des SHV am 14. Juli 2017 in Düsseldorf.

Von li nach re, vorne: K. H. Kellermann (VPT), J. Polster (ZFD), U. Repschläger (Vors. SHV/IFK), H. C. Esser (GF SHV), U. Cüppers-Böhle (ZVK), W. Schränkler (DVE), M. Preibsch (ZVK);  Von li nach re hinten: Dr. B. Pfadenhauer (IFK), M. Klüwer (VPT), A. Longreé (DVE)

Kräfte bündeln, stärkere Präsenz und Durchsetzungskraft gegenüber Politik, Krankenkassen und dem Gemeinsamen Bundesausschuss – das sind die Aufgaben und Ziele der Spitzenorganisation der Heilmittelerbringer in Deutschland.

Diese fünf Mitgliedsverbände des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) agieren für circa 75.000 Mitglieder:

  • Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e.V.
  • Deutscher Verband der Ergotherapeuten (DVE) e.V.
  • Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V.
  • Deutscher Verband für Podologie (ZFD) e.V.
  • Verband Physikalische Therapie (VPT) e.V.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Vertretern des ZFD. Wir sprechen als Spitzenorganisation der Heilmittelerbringer in Deutschland mit einer Stimme für unsere Berufsangehörigen. Wir machen uns stark für eine flächendeckende therapeutische Patientenversorgung in Deutschland und die dazu erforderlichen Rahmenbedingungen für unsere Berufsgruppen“, betont Ute Repschläger, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände.

Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hat konkrete Eckpunkte für die Umsetzung der gesetzlich vorgesehenen Modellvorhaben zur Blankoverordnung formuliert. Das Ziel einer deutlichen Verbesserung der Patientenversorgung kann nur dann erreicht werden, wenn die Versorgungsverantwortung der Therapeuten gestärkt wird. Dafür müssen die therapeutischen Rahmenbedingungen stimmen.

Berufsverbände und Krankenkassen stehen mit der flächendeckenden Einführung von Modellvorhaben zur Blankoverordnung vor einer gewaltigen organisatorischen und inhaltlichen Aufgabe: In jedem Bundesland sollen Modellvorhaben umgesetzt werden, bei denen die Therapeuten die Verantwortung für Auswahl (Art der Therapie), Dauer (Gesamtbehandlungsmenge) und Frequenz (je Woche) der Heilmitteltherapie selbst tragen. Die SHV-Mitgliedsverbände DVE, IFK, VPT und ZVK nehmen den gesetzlichen Auftrag zur Erprobung der Blankoverordnung ohne Vorbehalt an, verknüpfen damit aber klare Qualitätsanforderungen an die konkrete Ausgestaltung, damit das Projekt im allseitigen Interesse ein Erfolg wird.

„Ergo- und Physiotherapeuten übernehmen gerne mehr Verantwortung, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und ein Mehrwert in der Patientenversorgung entsteht!“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des SHV. „Wir als Spitzenverband haben deshalb in einem gemeinsamen Positionspapier zur Blankoverordnung wichtige Versorgungsparameter formuliert, auf die sich die Modellvorhaben erstrecken müssen.“

So hält es der SHV für unverzichtbar, in den Modellvorhaben eine neue Leistungsposition „therapeutische Diagnostik“ zu erproben, um so die Indikation auf der Basis einer ergo- bzw. physiotherapeutischen Diagnostik abzusichern.

„Eine hohe wissenschaftliche Qualität ist unverzichtbar, um sowohl die interne als auch die externe Validität zu gewährleisten“, so Ute Repschläger. Der SHV fordert deshalb randomisierte Studien mit Kontrollgruppe, die gezielt Diagnosen sowie ausgewählte primäre und sekundäre Endpunkte untersuchen. Dabei sind aus Sicht des SHV unterschiedliche Settings (Orte der Behandlung) sowie die bestehende Evidenz zu berücksichtigen.

DAS POSITIONSPAPIER FINDEN SIE HIER!

Der Wahlkampf ist eröffnet. So waren beim diesjährigen Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit die Themen kostenfreie Ausbildung, Substitution/Delegation und auch die Einbindung von Therapieberufen in die Telematikinfrastruktur an prominenter Stelle platziert. Daran zeigt sich: Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hat erfolgreiche berufspolitische Arbeit geleistet.

 Mit 8.250 Besuchern aus allen Bereichen des deutschen Gesundheitswesens hat der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit zu seinem 20. Jubiläum einen Besucherrekord aufgestellt. Drei Monate vor der Bundestagswahl wurde der Kongress, der unter dem Motto “Qualität und nachhaltige Finanzierung” stand, von intensiven Debatten geprägt. Neben Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und zahlreichen Entscheidungsträgern der Gesundheitsbranche diskutierten auch Vertreter des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) mit, um die Interessen der Heilmittelerbringer zu vertreten.

Direkt zu Beginn der dreitägigen Veranstaltung hatte Bundesminister Gröhe eine positive Botschaft für die Heilmittelerbringer: In seiner Eröffnungsrede zum Hauptstadtkongress in Berlin plädierte der Minister nicht nur für eine kostenfreie Ausbildung für angehende Therapeuten, sondern stellte auch das System der ärztlichen Delegation infrage. „Wenn wir über sektorübergreifende Zusammenarbeit, wenn wir über Delegation und Substitution reden, befremdet mich manchmal, in welcher Weise wir das noch angstbesetzt diskutieren“, äußerte sich Gröhe vor dem Hintergrund der Debatte um mehr Verantwortung für nicht-ärztliche Gesundheitsfachberufe.

Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) verstärkte diese Botschaft noch: Es könne nicht angehen, dass Berufsgruppen, die später alle über 100.000 Euro im Jahr verdienen, keine Ausbildungskosten zahlen müssen, diejenigen mit einem Verdienst unter 30.000 Euro jedoch schon. „Die therapeutischen Berufe liegen mir am Herzen“, betonte Laumann. „Aus meiner Sicht ist das Fenster für Veränderungsmöglichkeiten aktuell weit offen und es gibt eindeutigen Handlungsbedarf, auch im Bereich der Akademisierung.“

Der SHV beteiligte sich am Gemeinschaftsstand Wissen.Innovation.Region (W.I.R.) gemeinsam mit weiteren Institutionen und Unternehmen der Gesundheitsbranche an einem breit gefächerten Programm. Bei der Gesprächsrunde „Digitalisierung zwischen Disruption und ‚Innovationsstottern‘“ forderte SHV-Vorstand Arnd Longrée, auch die Therapieberufe vollständig in die Gesundheitstelematik einzubeziehen.

Die SHV-Vorsitzende Ute Repschläger nahm an der Gesprächsrunde „Aufwertung der Gesundheitsberufe – Herausforderungen, Hindernisse und Perspektiven“ teil. Ihre Forderung: Stärkung der Therapeuten im Gesundheitswesen durch eine verbesserte Ausbildungs- und Vergütungssituation sowie mehr Autonomie in Form des Direktzugangs. In der interdisziplinären Diskussion betonte sie, dass eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsprofessionen besonders fruchtbar sei, wenn die Profile der einzelnen Partner erhalten bleiben.

Teilnehmer des Hauptstadtkongresses bewerteten die Präsenz des SHV positiv. Der Spitzenverband setzt im Vorfeld der Bundestagswahl am 15. September 2017 besonders darauf, überall dort präsent zu sein und die Interessen der Heilmittelerbringer zu platzieren, wo die wichtigen Vertreter der Gesundheitspolitik zusammenkommen. Dass diese Strategie richtig ist, zeigen die aktuellen berufspolitischen Erfolge.

Der SHV in Aktion auf dem Hauptstadtkongress 2017.