Archiv der Kategorie: Mitteilungen

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2017 startet für Therapeuten mit einer klaren Ansage des Bundesministers für Gesundheit Hermann Gröhe: In seiner Eröffnungsrede zum Hauptstadtkongress in Berlin sagt der Minister angehenden Therapeuten eine kostenfreie Ausbildung zu.

In der nächsten Legislaturperiode stände die Novellierung der therapeutischen Berufsgesetze auf der Tagesordnung der Politik. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Der rasant zunehmende Fachkräftemangel in den Therapieberufen gefährdet die flächendeckende und wohnortnahe Versorgung der Menschen mit Heilmitteln. Der Bedarf an Therapie steigt stetig an, aber immer weniger junge Menschen ergreifen den Beruf der Ergo- oder Physiotherapie. Auch der Akademisierungsprozess hinkt mit unter einem Prozent weiter hinter der Forderung von 10 bis 20 Prozent des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 2012 her. Diese Fakten sind dem Bundesgesundheitsminister bewusst – der Handlungsbedarf ist offensichtlich und in der Politik angekommen.

Auch sei laut Hermann Gröhe beispielsweise das Thema Delegation und Substitution bei einigen in der Gesundheitsbranche noch „angstbesetzt“. Dabei ist sich der Minister sicher: „Arbeit ist genug für alle da.“

Fest steht: Es geht um die Patientenversorgung in Deutschland – deren Sicherung und Weiterentwicklung. Aus diesem Grund fordert der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) eine Novellierung der Berufsgesetze, eine kostenfreie Ausbildung für Therapeuten und den Direktzugang des Patienten zum Therapeuten als eine mögliche Weiterentwicklung der Patientenversorgung in Deutschland.

Noch bis einschließlich 22. Juni 2017 dreht sich auf dem Hauptstadtkongress 2017 alles um die Gesundheitspolitik in Deutschland. Auch der SHV ist dort mit Stand (Gemeinschaftstand Nummer 57) vertreten. Die SHV-Vorstände führen Gespräche mit Entscheidern und wirken an Gesprächsrunden am Stand mit. So zum Beispiel am 21. Juni 2017 um 10:40 Uhr zum Thema Digitalisierung und am 22. Juni 2017 um 13:10 Uhr zur Auswertung der Gesundheitsberufe. Mehr Informationen zur Veranstaltung gibt es unter www.hauptstadtkongress.de.

Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2017 ist mit dem heutigen Tag offiziell eröffnet. Bis zum 22. Juni kommen die jüngsten Reformbeschlüsse auf den Prüfstand und zukünftige gesundheitspolitische Ansätze auf den Tisch. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) ist am Gemeinschaftsstand Wissen.Innovation.Region (W.I.R.) zu finden und beteiligt sich dort an einem breit gefächerten Programm an den Gesprächsrunden.

Im Fokus des diesjährigen Hauptstadtkongresses, eines der führenden Foren für innovative Lösungsansätze, stehen Zukunftsthemen wie die Digitalisierung oder neue, innovative Versorgungsformen. Zu genau diesen Themen können sich die Kongressbesucher auch auf spannende Diskussionen mit den Vertretern des SHV freuen.

Am Gemeinschaftsstand Nr. 57 des SHV mit weiteren Institutionen und Unternehmen der Gesundheitsbranche findet am morgigen Mittwoch von 10.40 bis 11.20 Uhr eine spannende Gesprächsrunde mit dem Titel „Digitalisierung zwischen Disruption und ‚Innovationsstottern‘“ statt. Das SHV-Vorstandsmitglied Arnd Longrée, der als Sprecher im Fachbeirat eGBR fundierten Einblick in die Nutzung digitaler Techniken in den Heilberufen hat, debattiert dazu mit Vertretern von Hochschulen und dem Universitätsklinikum Bonn.

Am Donnerstag gibt die SHV-Vorsitzende Ute Repschläger ab 13.10 Uhr in der Gesprächsrunde „Aufwertung der Gesundheitsberufe“ einen Überblick über die Herausforderungen, Hindernisse und Perspektiven für eine Aufwertung der Gesundheitsberufe. Gemeinsam mit Prof. Dr. Ursula Walkenhorst von der Universität Osnabrück und Detlef Friedrich von der Unternehmensberatung contec GmbH wird sie die Hebel und Treiber für eine Stärkung der Therapeuten im Gesundheitswesen beleuchten. Der SHV fordert in diesem Kontext eine Verbesserung der Ausbildungssituation, eine angemessene Vergütung sowie mehr Autonomie in Form des Direktzugangs.

Je näher die Bundestagswahl rückt, desto mehr gilt es, die Gesundheitspolitik auf die Agenda für die nächste Legislaturperiode zu setzen. Beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit vom 20. bis 22. Juni 2017 kommen die jüngsten Reformbeschlüsse auf den Prüfstand und zukünftige gesundheitspolitische Ansätze auf den Tisch. Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) wird erstmalig auch mit einem gemeinsamen Stand vertreten sein, um die Interessen der Heilmittelerbringer zu vertreten.

Der Hauptstadtkongress ist eines der führenden Foren für innovative Lösungsansätze, die weiterhin eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sicherstellen und gleichzeitig Kostensenkungspotenziale realisieren. Daher stehen Zukunftsthemen, wie die Digitalisierung oder neue, innovative Versorgungsformen, im Fokus der hochkarätig besetzten Diskussionen. Neben Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und zahlreichen weiteren Größen der Gesundheitsbranche wird auch der SHV in der Hauptstadt vertreten sein, um sich über die Zukunft der Gesundheitspolitik auszutauschen.

Der SHV wird an einem Gemeinschaftsstand (Stand-Nr. 57) mit weiteren Institutionen und Unternehmen der Gesundheitsbranche, z.B. dem Netzwerk deutscher Gesundheitsregionen und der Hochschule für Gesundheit in Bochum, zu finden sein. In den Kongresspausen können Besucher dort jeweils zwei Diskussionsrunden verfolgen, in denen unter anderem über das Thema „Aufwertung der Gesundheitsberufe“ debattiert wird. Ute Repschläger, Vorsitzende des SHV, blickt gespannt auf die Veranstaltung: „Im SHV zeigen Physio- und Ergotherapeuten sowie Masseure und medizinische Bademeister Schulterschluss, um gegenüber den gesundheitspolitischen Entscheidern mit einer starken Stimme zu sprechen. Genau das wollen wir beim Hauptstadtkongress verdeutlichen und mit spannenden Diskussionen untermalen. Wir freuen uns auf Sie!“

Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) begrüßt diese Forderung des neuen SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten, Martin Schulz, ausdrücklich: In seiner Bewerbungsrede zum Parteivorsitz forderte Martin Schulz am 19. März 2017 eine gebührenfreie Ausbildung, von der Kita bis zum Studium, also auch für Ausbildungen an den Berufsfachschulen.

Auch aus Sicht des SHV ist es ein Unding, dass Universitäten alle Studiengänge und so auch das Medizinstudium kostenlos anbieten, die Ausbildung zu den Heilmittelberufen wie Ergotherapeuten, Logopäden, Masseuren/med. Bademeistern, Physiotherapeuten und Podologen aber bis auf wenige Ausnahmen schulgeldpflichtig ist. „Dies ist unvertretbar und muss ein Ende haben, wenn die Berufsausbildungsgesetze der Heilmittelberufe in der nächsten Legislaturperiode des Deutschen Bundestages ohnehin novelliert werden“, so Ute Repschläger, Vorsitzende des SHV.

Ein ebenso wichtiger Punkt für die Heilmittelbranche ist die hohe Zahl fehlender Studienplätze für Therapieberufe. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Die kommenden Koalitionsverhandlungen in den Bundesländern, die wie das Saarland bereits gewählt haben bzw. wie Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen noch wählen werden, sind die beste Gelegenheit, die Einrichtung von weiteren Studienplätzen abzusichern. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels in den Heilmittelberufen sind aus Sicht des SHV beide Maßnahmen geeignet und notwendig, die Attraktivität der Berufe wieder zu steigern.

Am 27. März 2017 veranstaltete die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag einen berufspolitischen Kongress. Unter dem Titel „Kooperation zwischen ärztlichen und nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen stärken“ trafen sich knapp 300 Vertreter aus Politik, Krankenkassen und den Gesundheitsberufen in Berlin.

„Kein Thema elektrisiert die Bevölkerung mehr als das Thema Gesundheit“, betonte Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU in seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung.

Dr. Georg Nüßlein, MdB, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, betonte die Bedeutung der Vernetzung zwischen den Berufsgruppen und in den Versorgungsstrukturen. In einem leidenschaftlichen und klaren Plädoyer hob er die Vorteile des Direktzugangs am Beispiel der Physiotherapie für die Patientenversorgung hervor, denn der Direktzugang sei im Ausland seit vielen Jahren erprobt und dort wissenschaftlich erforscht. Für Dr. Georg Nüßlein steht deshalb fest: Aufgrund der besseren Qualifikation der Heilmittelerbringer können diese schon heute stärker als bislang in die Patientenversorgung eingebunden werden. Die Vergütungssituation der Heilmittelerbringer an diese Situation anzupassen, sei fester Wille der CDU/CSU-Fraktion, ein erster Schritt dazu sei das Heil- und Hilfsmittelversorgungsstärkungsgesetz, das am 01. April 2017 in Kraft tritt, machte Dr. Nüßlein klar. Diese Aussage hat besondere Bedeutung; denn Dr. Nüßlein, MdB ist der oberste Gesundheitspolitiker der CDU/CSU-Fraktion.

Nicht weniger Lob für die Gesundheitsberufe kam von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. In seinem Eingangsstatement analysierte er, dass die Koalition in der laufenden Legislaturperiode vieles auf den Weg gebracht hat. Für die Zukunft hat der Minister – immer im Interesse einer nachhaltigen Patientenversorgung auch in der Fläche – klare Ziele für die weitere Entwicklung der Gesundheitsberufe vor Augen: Vergütung weiter verbessern, Ausbildung stärken, zum Beispiel durch Wegfall des Schulgeldes, und mehr Kompetenzen in der Versorgung der Patienten sind erste Maßnahmen, um die Tätigkeitsfelder attraktiver machen.

Besonders im Bereich der Delegation und Substitution von Leistungen steht laut Minister Gröhe „der Mut, Dinge zu betreiben, weit hinter dem, was die Versorgung heute braucht!“. Die Blankoverordnung gebe hier erste Möglichkeiten, im Interesse der Patienten stärker als bislang sachgerechte Leistungen zu erbringen und die besondere Leistungsfähigkeit des Berufsstandes besser zu würdigen. Sein Fazit: „Wir haben vieles erreicht, aber es bleibt noch einiges zu tun“, so Hermann Gröhe.

Spitzenverband der Heilmittelverbände mit Impulsvortrag Repschläger dabei

Für den Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hielt deren Vorsitzende Ute Repschläger einen Impulsvortrag mit dem Titel: „Was ist nötig, was ist möglich? Die interdisziplinäre Gesundheitsversorgung von morgen.“ Die Kernaussage des SHV war eindeutig: Die Attraktivität der therapeutischen Berufe muss steigen. Der SHV fordert deshalb eine kostenfreie Ausbildung, eine angemessene Vergütung, mehr Autonomie, neue Versorgungsformen wie den Direktzugang und eine verbesserte Kommunikation zwischen den Berufsgruppen. Für Ute Repschläger steht fest: Auch die interprofessionelle Kommunikation dient dem Wohle der Patienten und muss zukünftig vergütet werden.

Zu Beginn ihres Vortrags ging ihr Dank aber zunächst an den Bundesminister für Gesundheit Hermann Gröhe, die anwesenden Bundestagsabgeordneten, aber auch an die Koalition insgesamt: „Mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsstärkungsgesetz haben Sie uns die Möglichkeit gegeben, bessere Vergütungen zu vereinbaren. Vielen Dank dafür, dass Sie damit eine langjährige Forderung des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände umgesetzt haben“, so Ute Repschläger.

Podiumsdiskussion: mehr Autonomie, bessere Vergütung und Weiterentwicklung der Ausbildung

Nach den Eingangsstatements des Paneels folgte eine intensive und spannende Diskussion mit dem Plenum. Die Hauptthemen der Redebeiträge und Fragen waren angemessene Vergütung, Vor- und Nachteile der Akademisierung und die Vor- und Nachteile einer Versorgung der Patienten mit Heil- und Hilfsmitteln im Direktzugang. Moderator der Diskussion war der Physiotherapeut und CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne, Berichterstatter für nicht-ärztliche Gesundheitsberufe im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages.

Klaus-Jürgen Lotz, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädietechnik, brachte gleich zu Beginn seines Statements das Motto der Veranstaltung auf den Punkt: „Wir alle, jeder an seinem Ort, müssen Zusammenarbeit salonfähig machen und transparent miteinander umgehen“.

Gerade bei den Themen Akademisierung und Direktzugang zeigte die Diskussion, dass weitere Aufklärungsarbeit sowohl bei den Ärzten als auch bei der Politik zu leisten ist. So sieht beispielsweise der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, die Verantwortung für die Versorgung der Patienten nach wie vor ganz klar allein beim Arzt, und zwar ausdrücklich auch im Rahmen der Modellvorhaben zur Blankoverordnung. „Ich bestehe bei allen Projekten darauf, dass die Verantwortung des Arztes für Diagnose- und Indikationsstellung erhalten bleibt.“ Er befürworte aber – mit diesem Vorbehalt – ausdrücklich die Modellvorhaben zur Blankoverordnung.

Der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus Freiherr von Stackelberg, ist ebenfalls gespannt auf die Ergebnisse der Modellvorhaben zu den Blankoverordnungen. Auf die Frage, ob bei einer Akademisierung die gesetzlichen Krankenkassen bereit wären, mehr zu vergüten, war die Antwort eindeutig: „Wir bezahlen Können und nicht Titel. Aber, wenn Sie mehr können, werden Sie auch mehr verdienen“. Heinz Christian Esser, Geschäftsführer des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände, betonte zur Akademisierung akute Mängel in der Umsetzung: „Es geschieht nicht, was möglich wäre. Die Bundesländer stellen die erforderlichen Studienplätze einfach nicht zur Verfügung. Als erstes ist wichtig, dass die Bundesländer deutlich mehr Studienplätze für Therapeuten einrichten. Denn: Aktuell sind nur zwei Prozent der Therapeuten akademisch ausgebildet. Der Wissenschaftsrat fordert aber bereits seit Jahren 20 Prozent“.

Nach gut 2,5 Stunden spannendem Austausch fasste die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Maria Michalk, MdB die Diskussion zusammen und gab einen richtungsweisenden Ausblick auf das Wahlprogramm der Union für die Bundestagswahl: „Schwerpunkt der kommenden Legislaturperiode wird die Novellierung der Berufsgesetze der Gesundheitsberufe sein“, erklärte Maria Michalk und ging sogar noch einen Schritt weiter: „Die nächste Legislaturperiode ist Ihre Stunde“.

Michalk dankte ausdrücklich – auch im Namen ihrer Kolleginnen und Kollegen, zu denen auch die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, MdB zählte – für die breite, disziplinierte und sachorientierte Diskussion, die den Politikern viele Argumente, Sichtweisen und Facetten aus den einzelnen Bereichen der Versorgung näher brachte. Ihr Fazit: „Wir brauchen attraktive Gesundheitsberufe“, so Maria Michalk. „Dazu braucht es Mut, weniger Vorbehalte und einen konstruktiven Dialog zwischen allen Beteiligten“.

Der Onlinedienst „T-online.de“ hat mit seinem Bericht zum Heil- und Hilfsmittelversorgungsstärkungsgesetz (HHVG) speziell zum Thema „Blankoverordnung“ für Verunsicherung unter seinen Lesern gesorgt. Am 11. März 2017 berichtete T-online.de wie folgt:

„Rollstühle, Hörgeräte und mehr

Neues Gesetz: Dafür bekommen Sie Geld von Ihrer Krankenkasse“

“Blankoverordnung” für Dauer und Häufigkeit der Therapie

 Ab sofort bestimmen die behandelnden Therapeuten oder Leistungserbringer die Dauer oder die Häufigkeit verschriebener Therapien. Hierzu zählen Anwendungen bei der Ergotherapie, der Physiotherapie oder der Logopädie. Der behandelnde Arzt füllt hierzu eine “Blankoverordnung” aus, in der der Therapeut oder Leistungserbringer die entsprechenden Werte eintragen kann…..“ (Link zum Beitrag: https://www.t-online.de/gesundheit/gesund-leben/id_80440600/mehr-fuer-versicherte-das-zahlt-ihre-krankenkasse.html)

T-online.de ist mit der Aussage, dass Therapeuten „ab sofort über zum Beispiel die Art der Therapie entscheiden können“ der Zeit leider weit voraus. Denn: Nach dem Willen des Gesetzgebers müssen die neuen Modellvorhaben zur Blankoverordnung zunächst einmal mit den Krankenkassen verhandelt werden. Dabei werden Forschungssettings entwickelt, geeignete Institute mit der Evaluation der Modellvorhaben beauftragt und unzählige Verfahrensfragen zu klären sein. Dieser Prozess wird sich nach  Einschätzung von Experten mindestens noch bis Ende des Jahres 2017 hinziehen. Lassen Sie sich also bei entsprechenden Anfragen von Ärzten oder Patienten nicht irritieren. Noch ist es nicht so weit, wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Bei der diesjährigen Fachmesse therapie Leipzig zeigten die vier Mitgliedsverbände des Spitzenverbandes des Heilmittelverbände (SHV) erneut Einigkeit: Nicht nur am neu konzipierten Messestand, sondern auch im Rahmen der Veranstaltung „SHV konkret“ am 17. März 2017 ergänzten sich DVE, IFK, VPT und ZVK, um gemeinsam Präsenz zu zeigen.

In zentraler Lage in der Messehalle der therapie Leipzig konnten Besucher den SHV-Stand von allen Seiten erreichen – an jeder Ecke stand ein Mitgliedsverband für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Diese Offenheit nutzten viele Besucher, um gleich mit den verschiedenen Verbänden unter dem Dach des SHV in Kontakt zu kommen und gleichzeitig mehr über die Arbeit des SHV zu erfahren. So konnte die Präsentation der vier einzelnen Mitgliedsverbände zum einen und die gemeinsame Präsenz als Spitzenverband zum anderen optimal vereinbart werden.

Besucher am Messestand des SHV.

Auch über den Messestand hinaus war der SHV bei verschiedenen Veranstaltungsformaten zu sehen. Direkt zu Beginn sprach die Vorsitzende des SHV Ute Repschläger die Begrüßungsworte beim Eröffnungsfrühstück der Messe und betonte die zunehmende Relevanz von Interdisziplinarität in der Gesundheitsversorgung. „Der steigende Bedarf an Leistungen aufgrund der demografischen Entwicklung wird nur durch multiprofessionelle Teams unter Nutzung der Ressourcen aller Berufsgruppen zu bewältigen sein. Da muss man neu denken, über den Tellerrand schauen, voneinander lernen. Das ist hier bei der therapie Leipzig möglich“, so Repschläger.

Am zweiten Messetag lockte die Podiumsdiskussion „SHV konkret“ über 100 Messebesucher an, die Branchen-Neuigkeiten aus erster Hand erfahren wollten und die Chance nutzten, mit dem SHV-Vorstand zu diskutieren. Die SHV-Vorstandsmitglieder Arnd Longrée (DVE), Ute Repschläger (IFK), Karl-Heinz Kellermann (VPT) und Andrea Rädlein (ZVK) berichteten im Rahmen der Veranstaltung über die aktuellen berufspolitischen Erfolge des SHV und die Forderungen, die im aktuellen Wahljahr an die Politik gerichtet werden. In der anschließenden regen Diskussion konnten die Vorstände nochmals konkret auf einzelne Fragestellungen zu Themen wie Vergütung, Fachkräftemangel oder Akademisierung eingehen.

Mit dem runden Programm auf der therapie Leipzig konnte der SHV einmal mehr dem Anspruch gerecht werden, nicht nur auf dem berufspolitischen Parkett präsent zu sein, sondern auch von den Therapeuten selbst öffentlich wahrgenommen zu werden. Insgesamt kann die Fachmesse eine sehr positive Bilanz ziehen: Mit 16.100 Besuchern und 3.000 Teilnehmern in den Workshops erzielt die therapie Leipzig 2017 einen erneuten Rekord.

Die SHV-Vorstände Karl-Heinz Kellermann, Andrea Rädlein, Ute Repschläger und Arnd Longrée (v. l. n. r.) bei der Podiumsdiskussion „SHV konkret“.

 

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner Sitzung am 16. März 2017 beschlossen, dass bei Lymphödemen ab Stadium II von einem langfristigen Heilmittelbedarf auszugehen ist. Mit der entsprechenden Ergänzung der Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie entfällt damit das Antrags- und Genehmigungsverfahren bei den Krankenkassen. Bislang galt diese Regelung nur für Patienten mit Lymphödemen im Stadium III. Mit der Diagnose-Codierung des ICD-10-GM 2017 war es dem G-BA möglich, eine differenzierte und stadienbezogene Abbildung des Lymphödems vorzunehmen.

Mit diesem Beschluss setzt das Gremium eine konkrete Forderung des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) zur besseren Patientenversorgung um – siehe auch Meldung „SHV fordert bessere Lymph-Versorgung – Anhörung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)“.

In der Pressemitteilung des G-BA heißt es: „Die adäquate, konsequente und fortlaufende Therapie mit Manueller Lymphdrainage als Bestandteil der Kombinierten Physikalischen Entstauungsbehandlung ist für die Mehrheit der Patienten ab Stadium II als wichtigste Maßnahme indiziert, um die Progression zu verhindern und Komplikationen zu vermeiden.“ Diese Begründung entspricht zu 100 Prozent den fachlichen Argumenten, die der SHV in der mündlichen Anhörung des G-BA am 22. Februar 2017 vorgetragen hat.

Der Beschluss wird nun dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Wir werden sofort informieren, sobald dies geschehen ist.

Mit der Veranstaltung „SHV konkret“ auf der Fachmesse therapie Leipzig platzierten die vier Mitgliedsverbände des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV) ihre berufspolitischen Forderungen für das Wahljahr 2017. Zahlreiche Messebesucherinnen und -besucher nutzten die Chance, Branchen-Neuigkeiten aus erster Hand zu erfahren und mit den Vorständen von DVE, IFK, VPT und ZVK zu diskutieren.

Die angekündigten Themen Vergütung, Fachkräftemangel und Akademisierung lockten so viele Interessierte auf die Veranstaltungsfläche, dass die Sitzplätze nicht ausreichten. Am zweiten Messetag der therapie Leipzig berichteten die SHV-Vorstandsmitglieder Ute Repschläger, Andrea Rädlein, Arnd Longrée und Karl-Heinz Kellermann über die aktuellen berufspolitischen Erfolge des SHV und die Forderungen, die im aktuellen Wahljahr an die Politik gerichtet werden.

Die positiven Auswirkungen des erst kürzlich verabschiedeten Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes insbesondere auf die Vergütung therapeutischer Leistungen standen ebenso im Mittelpunkt wie die Notwendigkeit, die Berufe für den Nachwuchs attraktiver zu machen. Deutlich wurde allemal: Die Verbände ziehen berufspolitisch an einem Strang.

Die Experten aller SHV-Verbände stehen noch bis zum 18. März um 17 Uhr auf der Standfläche E30 in Messehalle 1 für jegliche Fragen und Anregungen persönlich zur Verfügung. Wir freuen uns, Sie zu treffen!

Die SHV-Vorstände in Aktion: Karl-Heinz Kellermann (VPT), Andrea Rädlein (ZVK), Ute Repschläger (IFK) und Arnd Longrée (DVE) (v. l. n. r.).

Soll ein Lymphödem im Stadium II in den Langfristigen Heilmittelbedarf aufgenommen werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Plenum des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in einer Anhörung am 22. Februar 2017 in Berlin, zu der auch der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) um Expertise gebeten wurde.

Für den Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) ist die Antwort klar: Ja! Denn: Ein unbehandeltes Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, die sich unbehandelt zunehmend verschlechtert. Ohne konsequente Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) ab dem Stadium II kommt es zur fortschreitenden Krankheitsverschlechterung durch Zellzunahme. Die Folge sind zunehmende funktionelle Bewegungseinschränkungen bis hin zum Stadium III mit deformierenden Schwellungen und Fibrosierungen, also zunehmendem Bindegewebe.

Für den SHV steht also fest: Eine Aufnahme der Diagnose „Lymphödem im Stadium II“ in den Langfristigen Heilmittelbedarf vermeidet eine Krankheitsverschlechterung und damit höhere Gesamtkosten, vor allem aber: sie optimiert die Versorgung der betroffenen Patienten, und darauf kommt es entscheidend an.

„Ärzte meiden wegen bestehender Richtgrößenregelungen die Verordnung außerhalb des Regelfalls in der Versorgungspraxis, deshalb kommt es häufig nicht zur ausreichenden Behandlung der Betroffenen!“, erläuterte Hans Ortmann für den SHV in der mündlichen Anhörung den Hintergrund der Forderung des SHV und fand damit breite Zustimmung bei den Patientenvertretern.

Die weiteren Beratungen zu dieser Frage erfolgen nun im Unterausschuss „Veranlasste Leistungen“ des G-BA. Sobald es Neuigkeiten zu diesem Thema gibt, wird der SHV darüber berichten.