Archiv der Kategorie: TherapieGipfel

Vom 24. bis 26. März 2022 gibt es einen Gemeinschaftsstand der Mitgliedsverbände des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) auf der therapie Leipzig. Dort stehen allen Interessierten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der SHV-Mitgliedsverbände für Fragen und den persönlichen Austausch zur Verfügung. Wir freuen uns auf den Dialog mit interessierten Kolleginnen und Kollegen und laden alle herzlich ein, am Aktionsstand der SHV-Verbände (Halle 1, Stand H34) vorbeizuschauen.

SHV konkret – das berufspolitische Format für die Ergotherapie und Physiotherapie

Auch in diesem Jahr findet am Freitag, 25. März 2022, von 13:30 bis 14:15 Uhr das berufspolitische Dialogformat „SHV konkret“ statt. Dabei stehen die vier Vorsitzenden der Mitgliedsverbände des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) dem Moderator der Veranstaltung, Martin von Bersworth-Wallrabe, und auch den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Rede und Antwort zu berufspolitischen Fragen. Im Fokus des SHV konkret steht der Koalitionsvertrag der Bundesregierung und die berufspolitischen Perspektiven für die laufende Legislaturperiode. Gerade bei den Themen wirtschaftliche Praxisführung, Digitalisierung und Abbau von Bürokratie sowie zur Modernisierung der Berufsgesetze und zum Ausbau der Autonomie in der therapeutischen Versorgung der Patientinnen und Patienten gibt es politischen Handlungsbedarf.

Die Veranstaltung findet in der Mehrzweckfläche 3 der Messe statt. Die Messeeintrittskarte berechtigt zum Besuch dieser Veranstaltung. Die Teilnahme erfordert keine Anmeldung!

Allgemeine Hinweise zur Messe

Bitte beachten Sie: Für die Veranstaltung therapie Leipzig gibt es in diesem Jahr keine Tageskasse. Alle Teilnehmenden müssen sich vorab online registrieren. Für die Teilnahme an der Veranstaltung gelten die im Hygienekonzept “Safe Expo” festgelegten Regeln – einfach hier klicken, um mehr zu erfahren:

https://www.leipziger-messe.de/de/extras/safe-expo/

Weitere Informationen rund um die therapie Leipzig 2022 finden Interessierte unter www.therapie-leipzig.de.

 

Köln, den 10.03.2022

Die Summe der Anregungen und Vorschläge, die das Publikum des 2. TherapieGipfels einbrachte, war enorm. In insgesamt zwölf Fachrunden sagten Teilnehmer den Vertretern des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV) ganz konkret, wo der Schuh drückt, welche Aspekte sie bislang zu wenig berücksichtigt sehen und was sie den SHV-Vertretern mit auf den Weg geben möchten.

Alle Ideen wurden dokumentiert und ausgewertet. Die Ergebnisse fließen in die weitere Verbandsarbeit des SHV ein. Denn zu tun gibt es genug in allen vier Hauptthemenfeldern – Vergütung, Blankoverordnung/Direktzugang, Akademisierung und Digitalisierung –. Die konkreten Hinweise der Teilnehmer helfen dabei, praxistaugliche Regelungen zu finden.

Da die rund 500 Teilnehmer des 2. TherapieGipfels immer nur einen Teil der Diskussionen in den Fachforen miterleben konnten, veröffentlicht der SHV hier alle Ergebnisse aus den Themenrunden und bedankt sich ausdrücklich bei Allen, die die Fachforen durch ihre Wortbeiträge und Anregungen bereichert haben.

Themenblock Blankoverordnung/Direktzugang

Bis zum 15. November 2020 soll aber feststehen, wie die Blankoverordnung konkret in die Regelversorgung aufgenommen wird. Die Verhandlungen zu den Rahmenbedingungen sollen in Kürze beginnen. Aktuell wird noch mit Hochdruck daran gearbeitet, offene Fragen zu klären, um dann mit einer einheitlichen Position in die Verhandlungen zu gehen. Die Ausgestaltung der Details ist ein Prozess, in dem die vielen Fragen der Teilnehmer Berücksichtigung finden werden:

  • Wie wird bei der Blankoverordnung mit dem langfristigen Heilmittelbedarf umgegangen?
  • Dürfen Therapeuten bei einer Blankoverordnung Einzel- und Gruppentherapie kombinieren?
  • Wie wird die Blankoverordnung vergütet?
  • Kann mit Blick auf den Fachkräftemangel überhaupt garantiert werden, dass die Behandlung binnen 28 Tagen beginnt?
  • Werden die Verhandlungen überhaupt pünktlich abgeschlossen sein?
  • Wie werden die Therapeuten dann informiert?

Einige Teilnehmer machten sich grundsätzliche Gedanken zur Blankoverordnung:

  • Ist die Blankoverordnung als Übergangslösung zum Direktzugang zu sehen?
  • Werden die Verordnungszahlen steigen?
  • Könnte es sein, dass das Behandlungsvolumen insgesamt trotz steigender Verordnungszahlen sinkt, weil die Behandlungszeit kürzer wird als die üblicherweise vom Arzt verordnete Anzahl an Behandlungen?

Auch zum Direktzugang hatten Teilnehmer Fragen und Hinweise:

  • Der Direktzugang kann viel Bürokratie abbauen.
  • Therapeuten müssen den Direktzugang viel selbstbewusster fordern, denn Therapeuten sind hervorragend ausgebildet und können das.
  • Haben Patienten ausreichend ‚Branchenwissen‘, um selbst entscheiden zu können, mit welchen Beschwerden sie einen Therapeuten direkt aufsuchen können – und wenn ja, welchen?
  • Wissen Patienten, die unsicher sind, dass sie nach wie vor zunächst zum Arzt gehen können?

Bei vielen Wortmeldungen ging es um die Grundsatzfrage, wie Therapeuten damit umgehen sollten, wenn sie zeitnah durch die Blankoverordnung und perspektivisch durch den Direktzugang autonomer arbeiten können:

  • Wird eine besondere Qualifizierung nötig sein?
  • Was passiert bei den Physiotherapeuten mit den Zertifikatspositionen?
  • Therapeuten müssen künftig besonderen Wert auf den Ein- und Ausgangsbefund legen, auch wenn beides mehr Zeit kostet.
  • Sollte es für Therapeuten klare Leitfäden und Handlungsempfehlungen geben? Oder ist die Umsetzung von Blankoverordnung und Direktzugang allein „Praxissache“?
  • Wird es ein starres Konzept oder ein flexibles System geben?
  • Wird es versorgungsadäquatere Verordnungszahlen geben, wenn der Regressdruck bei den Ärzten entfällt?
  • Wie kann das ‚neue Selbstverständnis‘ der Therapeuten zum Ausdruck kommen, zum Beispiel der Hands-off-Ansatz?

Und auch hier gab es grundsätzliche Wortbeiträge:

  • Wann muss ein Patient erneut beim Arzt vorstellig werden?
  • Könnten Behandlungsziele definiert werden?
  • Heilmittelerbringer wollen gar keine ‚Ärzte‘ sein! Sie wollen nur in dem Rahmen, in dem sie fachlich sicher, weil entsprechend ausgebildet sind, autonom behandeln dürfen.

Themenblock Vergütungserhöhungen

Bis zum 30. Juni 2020 wird es je Heilmittelgruppe einen neuen Bundesrahmenvertrag geben. Neben den Themen Zulassung und Leistungsbeschreibung ist die Vergütung der therapeutischen Leistungen zentraler Bestandteil der anstehenden Verhandlungen zwischen den maßgeblichen Verbänden auf Seiten der Therapeuten und dem GKV-Spitzenverband für die gesetzliche Krankenversicherung.

Die Rückmeldungen zu den drei Fachrunden zum Thema Vergütung zeigten mehr als deutlich, dass zwar erste Erhöhungen in den Praxen ankommen, aber eine wirtschaftlich befriedigende Situation für Angestellte und Praxisinhaber noch längst nicht realisiert ist. Aus diesem Grund war auch das aktuelle Gutachten des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG) ein zentraler Punkt in den Diskussionsrunden. Unter www.wat-gutachten.de sind alle Praxisinhaber bis Ende Oktober 2019 aufgerufen, an der bundesweiten Erhebung mitzuwirken und die wirtschaftliche Situation und die Aufwände für bislang nicht bepreiste Leistungen transparent zu machen.

Tatsache ist, dass viele Tätigkeiten in den Praxen aktuell noch nicht in die Vergütungen einfließen. Folgende Fragen der Teilnehmer unterstreichen auch den direkten Zusammenhang zwischen Vergütung und massivem bürokratischen Aufwand in den Praxen:

  • Wird es bald eine Befundposition für die Physiotherapie geben?
  • Wann werden Hausbesuche endlich entsprechend vergütet?
  • Wann wird der Therapiebericht endlich angemessen bezahlt?
  • Gibt es Chancen, dass der Einzug der Zuzahlung bald entfällt?
  • Warum müssen Therapeuten für Fehler der Ärzte beim Ausstellen der Verordnungen geradestehen?
  • Lässt sich das Zahlungsziel der Krankenkassen verkürzen?

Vergütung, bürokratischer Aufwand und sinnvolle Versorgung der Patienten gehen für die Teilnehmer des 2. TherapieGipfels Hand in Hand. Was geleistet wird, soll auch vergütet werden – da waren sich alle Diskutanten in den Fachrunden Vergütung einig. Gerade die Optimierung der Versorgung spielt für die Kolleginnen und Kollegen eine sehr wichtige Rolle. So kamen zahlreiche Anregungen und Fragen, die neue Ansätze in der Versorgung darstellen könnten – hier ein paar Beispiele:

  • Wäre es denkbar, dass es bei schnellerem Behandlungsbeginn eine höhere Vergütung gibt?
  • Wäre es in der Physiotherapie nicht sinnvoll, in flexibleren Zeiteinheiten wie beispielsweise 30, 45 oder 60 Minuten zu denken?
  • Wann bekommen Therapeuten endlich Geld für eigenständige Forschung im therapeutischen Bereich?

Enorm wichtig ist es, dass möglichst viele Praxisinhaber an dem Wirtschaftlichkeitsgutachten in ambulanten Therapiepraxen (WAT) unter www.wat-gutachten.de bis Ende Oktober mitmachen. Je mehr selbstständige Therapeuten mitmachen, desto differenzierter und aussagekräftiger können die Berufsverbände ihre Verhandlungsposition untermauern.

Themenblock „Akademisierung“ – hochschulische Ausbildung

Die Modernisierung der Ausbildung in den therapeutischen Berufen ist längst überfällig. Sie stellt die Basis der gesundheitlichen Versorgung dar. Die Berufsgesetze wurden teilweise seit mehr als 30 Jahren nicht mehr angepasst. Mit ihren Novellierungsvorschlägen haben die Verbände bereits umfangreiche Vorarbeiten geleistet. Entsprechende Entwürfe liegen dem Bundesministerium für Gesundheit zum Teil bereits vor. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe beauftragt, Fakten und Ideen zur Novellierung der Ausbildungen zusammenzutragen. Die therapeutischen Verbände haben dazu bereits vor Monaten einen umfangreichen Fragenkatalog der Bund-Länder-Arbeitsgruppe beantwortet und darin die Notwenigkeit einer grundständig hochschulischen Ausbildung für Therapeuten umfassend begründet. Sie ist notwendig, um bereits bestehende Engpässe in der Versorgung nachhaltig zu überwinden, die Qualität und Attraktivität der Ausbildungen deutlich zu erhöhen und die Patientenversorgung kontinuierlich zu verbessern. Eine Teilakademisierung stellt für die Verbände keine zufriedenstellende Option dar: sie spaltet den Beruf.

In den drei Gesprächsrunden wurde mehr als deutlich, dass die Aufklärung hinsichtlich der hochschulischen Ausbildung verbessert werden muss. Derzeit sind viele Berufsangehörige verunsichert. Dazu einige Stimmen:

  • Werden Studierende/ehemalig Studierende mit ihren Sorgen und Nöten von den Berufsverbänden/den Hochschulen genügend „aufgefangen“?
  • Es fehlt an Wertschätzung gegenüber Studierenden/Studierten, die sich oft auch ihren Kollegen und Kolleginnen gegenüber erklären müssen und keine entsprechende Vergütung erhalten.
  • Auch die Wertschätzung von langjährig erfahrenen Berufsangehörigen muss bedacht werden. Welche Formen der Anerkennung ihrer beruflichen Kompetenzen wird es künftig geben? Lassen sich die Erfahrungen aus der Schweiz und aus Österreich auf unsere Situation übertragen?
  • Es werden Fachleute gebraucht, die Prozesse mitgestalten können: Der Mehrwert eines Studiums im Gesundheitssystem wird nicht transparent (genug) gemacht. Das Potential wird noch nicht erkannt, nicht ausgeschöpft oder sogar verhindert.

Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmer weitere Themenblöcke im Zusammenhang mit der Veränderung der Ausbildung:

Ausbildungsinhalte:

  • Wie können wir durch die Anpassung der Ausbildungsinhalte mehr Versorgungsqualität erreichen?
  • Welche Kompetenzen braucht man für die Ausbildung?
  • Wie werden Anrechnungsmöglichkeiten für Fortbildungen geschaffen?
  • Welche Möglichkeiten der Nachqualifizierung bestehen? Wie wird der Bestandsschutz für die Berufsangehörigen gewährleistet, die nach den bisherigen Berufsgesetzen ausgebildet wurden?
  • Zurzeit bestehen erhebliche Probleme in der europäischen Anerkennung der Berufe. Wie kann die Durchlässigkeit besser berücksichtigt werden? Wie kann sie gelingen?

Schule/Hochschule:

  • Die Konsequenzen des Nebeneinanders von Studium und Ausbildung (Teilakademisierung) werden nicht berücksichtigt. Es droht die Gefahr der Dequalifizierung und Spaltung innerhalb der Berufe.
  • Für einen Übergangszeitraum von zehn Jahren sollen fachschulische Ausbildung und hochschulische Ausbildung parallel laufen. Dafür brauchen Schulen neue Strukturen. Wie werden diese geschaffen und finanziert?
  • Welche Formen der Kooperation zwischen Fachschulen und Hochschulen existieren? Welche haben sich bereits bewährt, welche werden in der Übergangszeit noch benötigt?
  • Was geschieht mit den bisher an Fachschulen tätigen Lehrenden? Wie kann deren Potenzial in der hochschulischen Lehre genutzt werden?
  • Studieren ohne Abitur ist bereits möglich – es ist eine Frage der gelebten Durchlässigkeit, und es ist Aufgabe der Hochschulen, verstärkt darüber zu informieren. Bei einer rein hochschulischen Ausbildung besteht die „Gefahr“, dass sich Schüler und Schülerinnen mit mittlerem Bildungsabschluss nicht mehr für die Ausbildung entscheiden können.
  • Gleiches gilt umgekehrt für Abiturienten, die eine fachschulische Ausbildung aktuell nicht hinreichend attraktiv finden. Eine hochschulische Ausbildung mit entsprechenden beruflichen Aufstiegschancen wird die Attraktivität der Therapieberufe steigern.

Gehalt:

  • Wie kann die Vergütung gerechter werden? Wo sind die Unterschiede, was schafft einen Anspruch auf höhere Vergütung? Hierbei sind Tätigkeitsmerkmale entscheidend, nicht der Grad der Ausbildung.
  • Wie will man verhindern, dass zum Beispiel Krankenhäuser Masseure statt Physiotherapeuten einstellen, um Gehalt einzusparen?

Themenblock Digitalisierung:

Die Digitalisierung, die Einbindung in die Telematikinfrastruktur (TI) und der Zugang zur elektronischen Patientenakte (ePA) sind Themen, die bisher eine eher untergeordnete Rolle in Therapeutenkreisen spielten. Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) sorgt für einen Weckruf. Was soll, kann, muss in der digitalen Struktur der Zukunft geschehen?

Zugang:

  • Der Zugang zur TI mit Lese-/Schreibzugriff, beispielsweise auf die ePA, ist eine der Forderungen, die Therapeuten stellen. Bisher verfügt kein therapeutischer Beruf über einen elektronischen Heilberufeausweis, obwohl die gesetzliche Grundlage dafür schon im Jahr 2004 gelegt worden ist. Hier wurde in der Diskussion klar, dass den Ländern dringend die Relevanz des elektronischen Gesundheitsberuferegisters verdeutlicht werden muss.
  • Die Ankündigung, dass Krankenkassen die Finanzierung der Hardware (Installation und Betriebskosten) übernehmen müssen, sorgte für Erleichterung.

Chancen und Risiken:

  • Die Mehrzahl der anwesenden Therapeuten ist sich der Chancen und Risiken bewusst. Die Vereinfachung der Dokumentation, Kommunikation und Abrechnung und der damit verbundene Bürokratieabbau sind wichtige Ziele. Hier sehen die meisten Berufsangehörigen gute Chancen, in ihrem Arbeitsalltag von der Digitalisierung zu profitieren, wenn alle Beteiligten gut miteinander kommunizieren. Der Datenschutz ist dabei ein sehr hohes Gut.
  • Gleichzeitig sind einige Therapeuten nicht von der Notwendigkeit der Digitalisierung überzeugt, bzw. haben Bedenken, die Bürokratie könnte sie überfordern. Hier sind die Verbände gefragt, tiefergehend zu informieren.

Umgang bzw. Kommunikation mit Patienten:

  • Eine wichtige Rolle in der zukünftigen TI wird der Umgang mit dem Patienten sein, der alleine über die Handhabung seiner Daten entscheidet.
  • Therapeuten wünschen sich zudem die Verankerung von Therapieplänen bzw. die Einbindung der Therapeuten bei der Frage der Verordnungsfähigkeit von Apps in den Therapieverlauf.

 

Alle Anregungen aus den Foren des 2. TherapieGipfels fließen in die weiteren Überlegungen und Vorbereitungen des Spitzenverbands der Heilmittelverbände (SHV) ein und werden in den entsprechenden Arbeitsgruppen diskutiert werden. Und auch im Nachgang des TherapieGipfels freut sich der SHV immer über konstruktive Ideen und Hinweise. Der SHV ist per E-Mail unter info@shv-heilmittelverbaende.de und telefonisch unter 0221 98 10 27-28 erreichbar. Weitere Informationen gibt es zudem online unter www.shv-heilmittelverbaende.de.

Etwa 500 Teilnehmer kamen am 9. September 2019 zum 2. TherapieGipfel nach Berlin. Vor einem vollen Auditorium blickte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf die politischen Erfolge der letzten 12 Monate zurück und gab einen Ausblick auf seine weiteren Schwerpunkte für die Therapieberufe für 2020. Der 2. TherapieGipfel war der erste gesundheitspolitische Termin des Ministers in der Hauptstadt nach der Sommerpause des Deutschen Bundestages.

Minister offen für weitere Ziele

Bereits in ihrem Eingangsstatement erläuterte Ute Repschläger, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV), Gastgeber des 2. TherapieGipfels, die Zwischenergebnisse wie den dauerhaften Wegfall der Bindung an die Grundlohnsumme bei Vergütungsverhandlungen oder die bundesweite Anhebung der Preise sowie die Neuausrichtung der Vergütungsverhandlungen ab Herbst 2019. Dafür dankte die SHV-Vorsitzende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ausdrücklich.

Allerdings seien weitere Anpassungen erforderlich, um die therapeutische Patientenversorgung zu sichern und die Situation der Therapeuten zu verbessern. Konkrete Maßnahmen müssen dem massiven Fachkräftemangel entgegenwirken. Der SHV fordert eine direkte Anbindung aller Therapeuten an die Telematikinfrastruktur (TI), die Einführung von Modellvorhaben zum Direktzugang, die Entfristung der Modellstudiengänge und spürbare Schritte zur Entbürokratisierung in den Praxen.

Aber auch Forderungen aus dem Publikum nahm der Minister sehr ernst, so zum Beispiel den Hinweis auf den bürokratischen Aufwand für den Einzug der Zuzahlung sowie die fehlende Möglichkeit von Zwischenabrechnungen im Bereich der Podologie.

Der Bundesgesundheitsminister verwies ausdrücklich auf die noch anstehenden Umsetzungen der Blankoverordnung. Diese neue Versorgungsform gilt es nun bis zum 15. November 2020 mit Leben zu füllen und deren Nutzen für die Patienten in den Mittelpunkt zu stellen. Auch bei der Entbürokratisierung habe er Wort gehalten und mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz bürokratische Erleichterungen bei Zulassungsfragen geschaffen.

Offen, aber noch nicht entscheidungsbereit ist Minister Spahn bei der Überarbeitung der Berufsbildungsgesetze noch in der laufenden Legislaturperiode. „Bis Ende 2019 erarbeitet eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe konkrete Eckpunkte, die dann in einen Gesetzesentwurf einfließen werden“, so der Minister.

Der Handlungs- und Modernisierungsbedarf der Ausbildungen liegt auf der Hand. Allerdings schätzt Jens Spahn die aus seiner Sicht sehr praxisbezogene Prägung der bestehenden fachschulischen Ausbildung. Hier ist in den nächsten Wochen und Monaten noch Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn eins steht für die SHV-Vertreter fest:  Die Novellierung der Berufsbildungsgesetze muss die Therapieberufe im Sinne der Patienten zukunftsfähig und attraktiver machen. Bei immer komplexer werdenden Krankheitsbildern müssen Therapeuten stärker als bislang in den Behandlungsprozess als Mitbehandler agieren. Dafür und für eine wissenschaftliche Weiterentwicklung der therapeutischen Berufe ist eine grundständige hochschulische Ausbildung mit weiterhin starkem Praxisbezug die Basis, so die SHV-Vertreter

Themenvielfalt bei der Podiumsdiskussion

Der Diskussionsrunde mit dem Minister folgte nahtlos eine konstruktive Diskussion zwischen den Podiumsteilnehmern und dem Publikum. Geschickt schlug Moderator Martin von Berswordt-Wallrabe zu den Themen Vergütung, Direktzugang, Akademisierung und Digitalisierung die Brücke. Aber auch spezifische Themen wie beispielsweise die Ausbreitung privater Investoren in der Heilmittelbranche kamen zur Sprache.

Neben den SHV-Vorständen diskutierten Bettina Müller, MdB (SPD), Dr. Roy Kühne, MdB (CDU), Ulrike Elsner (Vorsitzende des Verbands der Ersatzkassen) und Dr. Erik Bodendieck (Vertreter der Bundesärztekammer). Sowohl Bettina Müller als auch ihr CDU-Kollege Dr. Roy Kühne sprachen sich für weitere Maßnahmen zur Sicherung der therapeutischen Patientenversorgung in Deutschland aus. Die SPD-Politikerin sah beispielsweise den Direktzugang als ein gutes Versorgungsmodell gerade für den ländlichen Raum, in dem Fachärzte rar sind. Dr. Roy Kühne sprach sich dafür aus, dass der Beruf des Therapeuten grundsätzlich bessergestellt werden müsste: „Therapeuten verdienen noch mehr Respekt von der Gesellschaft.“

Auch Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen, betonte die Bedeutung der Therapeuten als Berufsgruppe. Es sei international nicht selbstverständlich, dass die Heilmittelversorgung Teil der Gesetzlichen Krankenversicherung ist. Außerdem erkannte sie die Arbeit der Berufsverbände an. „Die Heilmittelerbringer haben in den vergangenen fünf Jahren wahnsinnige Erfolge erzielt“, betonte Elsner. Drei Gesetze in vier Jahren sein Ausdruck davon.

Dr. Erik Bodendieck, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer, hob das spezifische Wissen und die Bedeutung der therapeutischen Arbeit hervor. Beim Thema Digitalisierung sah er den größten Nutzen für den Patienten, wenn alle Akteure im Gesundheitswesen eingebunden werden. Beim Thema Direktzugang hat der Vertreter der Ärzteschaft nicht überrascht, so standen die Argumente der Haftung und der Budgetverantwortung hier an erster Stelle bei ihm. „Wenn das Ihr einziges Problem ist, ist ja alles gut“, entgegnete Repschläger. „Denn das ist ja dann ‚unser‘ Problem.“

In gut eineinhalb Stunden Podiumsdiskussion sind viele Themen zur Sprache gekommen. Hier gilt es bei der politischen Arbeit und den Gesprächen mit den Entscheidern im Gesundheitswesen weiter anzuknüpfen.

Direkter Austausch in vier Fachrunden

Neu bei diesem 2. TherapieGipfel waren vier Fachrunden, die sich direkt an die Podiumsdiskussion anschlossen. In den Sessions erhielten die Teilnehmer Hintergrundinformationen zu den Themen Vergütung, Novellierung der Berufsgesetze, Direktzugang/Blankoverordnung und Digitalisierung. In den Frage- und Diskussionsrunden konnten die Besucher dann ihre persönlichen Erfahrungen und Vorschläge einbringen. Über die Ergebnisse der einzelnen Themenrunden wird der SHV gesondert berichten.

Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel

Der 2. TherapieGipfel hat wieder ein gesundheitspolitisches Zeichen gesetzt. Eine solche Großveranstaltung mit vielen Teilnehmern und Entscheidern auf dem Podium zeigt, dass die Themen auf der politischen Bühne präsent sind.

„Wir werden als berufspolitische Vertretung der Therapeuten weiter intensive Überzeugungsarbeit leisten, unsere gesetzlichen Möglichkeiten bestmöglich nutzen und an Lösungen für offene Fragen zur Sicherung der therapeutischen Patientenversorgung arbeiten“, erklärte Ute Repschläger am Ende des 2. TherapieGipfels.

Und auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gab etwas von seinem Hausaufgabenzettel preis: Bis zum 3. TherapieGipfel soll die zweite und dritte Lesung des neuen Berufsbildungsgesetzes abgeschlossen sein. „Dann kann ich auch noch mein Versprechen wahrmachen, die Berufsbildungsgesetze zu überarbeiten.“

 

Heilmittelversorgung gestalten und zukunftsfähig machen

Köln, 02. September 2019: Am 09. September 2019 eröffnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den 2. TherapieGipfel in Berlin. Im Mittelpunkt dieser Branchenveranstaltung im Langenbeck-Virchow-Haus stehen zukunftsrelevante Themen zur Sicherung der therapeutischen Patientenversorgung in Deutschland. Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hat die Politik erste Akzente zur Optimierung der therapeutischen Versorgung gesetzt. „Ein erster Schritt, dem weitere folgen müssen, um eine wohnortnahe und flächendeckende Patientenversorgung sicherzustellen und dem Fachkräftemangel in den Therapieberufen entgegenzuwirken“, betont Ute Repschläger, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV), die Relevanz des 2. TherapieGipfels.

Ab 13 Uhr geht es am 09. September um aktuelle Gesetzesentwürfe wie beispielsweise das Digitale Versorgung-Gesetz (DVG), aber auch um Themen, die die Branche besonders bewegen, wie zum Beispiel die Vergütungssituation der Therapeuten, die Novellierung der Berufsausbildungsgesetze mit Blick auf die Akademisierung und überfällige Modellvorhaben zum Direktzugang. Bis 15 Uhr diskutiert der Vorstand des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit verantwortlichen Gesundheitspolitikern, kompetenten Fachleuten und den Teilnehmern des 2. TherapieGipfels.

Der SHV erwartet als Veranstalter des 2. TherapieGipfels mit etwa 500 Teilnehmern wieder ein volles Haus. Neben der eigentlichen Podiumsdiskussion finden im Anschluss ab 15 Uhr bis 16.30 Uhr erstmals Fachrunden zu den oben genannten Themen statt. Jede Session beginnt mit einem fünfminütigen Impulsvortrag, dem eine inhaltliche Diskussion folgt. Jeder Teilnehmer hat so die Möglichkeit, zu all diesen Themen vertieft zu diskutieren.

„Das Format des TherapieGipfels bietet sowohl Entscheidern aus dem Gesundheitswesen, der Politik als auch den Berufsangehörigen die Möglichkeit, über die aktuelle therapeutische Versorgung zu sprechen und zukunftsweisende Schritte zu diskutieren“, so Ute Repschläger.

Weitere Infos zur Veranstaltung und das Online-Anmeldeformular gibt es unter www.therapiegipfel.de.

Heilmittelerbringer gehören zu den Berufsgruppen in Deutschland, die am schlechtesten vergütet werden. Die Folgen dessen sind schon jetzt deutlich zu erkennen: Der Fachkräftemangel ist überall präsent, Patienten müssen immer länger auf freie Termine warten. Denn die geringe Vergütung macht es gerade für junge Leute unattraktiv, Ergotherapeut, Physiotherapeut, Podologe oder Masseur und medizinischer Bademeister zu werden.

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) wurde der bundesweite Höchstpreis eingeführt. Das bedeutet, dass Heilmittelerbringer nun für jede Leistung die höchste Vergütung erhalten, die bis dato in einem der regionalen Tarifgebiete bezahlt wurde. Ein einheitliches Preissystem je Therapieberuf löst damit die vielen regionalen Preissysteme ab. Das ist gerade für bislang niedrig vergütete Regionen eine deutliche finanzielle Verbesserung.

Trotzdem sind weitere Schritte dringend erforderlich. Denn die Vergütungssätze der gesetzlichen Krankenversicherungen waren bislang so niedrig, dass selbst die Bundeshöchstpreise noch immer nicht ausreichen, um den wirtschaftlichen Betrieb einer Praxis zu gewährleisten. Unter anderem deshalb ist es nicht möglich, das Gehalt der angestellten Therapeuten auf ein angemessenes Niveau anzuheben.

Mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) wurde die Grundlohnsummenbindung zunächst temporär bis Ende 2019 ausgesetzt. Mit dem TSVG konnte nun eine dauerhafte Abschaffung dieser Bindung an den durchschnittlichen Anstieg der Beitragseinnahmen der gesetzlichen Krankenkassen erreicht werden. Bei den ersten bundesweiten Vergütungsverhandlungen, die im Jahr 2020 anstehen, können die Vertragspartner also ‚frei‘ über die neuen Erhöhungen entscheiden. Basis für die Verhandlungen sollen betriebswirtschaftliche Kennzahlen sein.

Nachdem die Leistung von Heilmittelerbringern jahrelang viel zu gering vergütet wurde, ist nun die Zeit gekommen, in der Versäumtes nachgeholt werden muss. Die gute konjunkturelle Lage gibt den gesetzlichen Krankenkassen den entsprechenden finanziellen Spielraum dafür. Es bleibt deshalb zu hoffen, dass die anstehenden Verhandlungen die finanzielle Situation der Heilmittelerbringer nachhaltig verbessert Der SHV macht sich dafür stark.

Die Vergütung der Heilmittelerbringer ist eins der vier großen Themen, die beim 2. TherapieGipfel in Berlin im Mittelpunkt stehen werden. Am 9. September ab 13 Uhr wird es zudem um das Digitale Versorgung-Gesetz (DVG), den Direktzugang, die Blankoverordnung und die Novellierung der Berufsausbildungsgesetze mit Blick auf die Akademisierung gehen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (MdB) hat seine Teilnahme bereits zugesagt.

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur kostenlosen Online-Anmeldung gibt es unter www.shv-heilmittelverbaende.de/therapiegipfel.

Berufspolitische Standortbestimmung – darum ging es beim Verbändetreffen am 21. November 2018 in Berlin. 14 Berufsverbände nahmen an diesem Austausch teil. Vertreter von BED, dba, dbl, dbs, DVE, IFK, LOGO Deutschland, PHYSIO-DEUTSCHLAND, SHV, VDD, VDP, VDB, VPT, Vereinte Therapeuten und ZFD sprachen über die berufspolitischen Belange von Diätassistenten, Ergotherapeuten, Logopäden, Masseuren und medizinischen Bademeistern, Physiotherapeuten, Podologen, sowie Sprach- und Stimmtherapeuten. Grundlage des Gesprächs war das Eckpunktepapier des Gesundheitsministers Jens Spahn und das Sofortprogramm von Dr. Roy Kühne.

Wichtiges Ziel aller Berufsverbände ist die finanzielle Besserstellung der Therapeuten in Deutschland. Dafür ist die dauerhafte Abschaffung der Grundlohnsummenbindung bei Vergütungsabschlüssen Voraussetzung. Außerdem braucht es stringenterer Schiedsverfahren, wie sie das Eckpunktepapier des Ministers vorsieht, um Hängepartien der Krankenkassen gegenüber den Therapeuten bei Gebührenverhandlungen zu unterbinden.

Um dem Fachkräftemangel entschiedener als bislang entgegenzutreten, sind weitere Steigerungen bei der Vergütung therapeutischer Leistungen unverzichtbar. Diese Finanzspritze muss vor 2020 in der Branche ankommen, um einer weiteren Abwanderung aus den Berufen entgegenzuwirken. Bei der unzureichenden Vergütung waren sich die Anwesenden ebenso einig wie beim dringend erforderlichen Bürokratieabbau.

Der offene Austausch unter den Berufsverbänden hat gezeigt, dass eine berufsgruppenspezifische Betrachtung der einzelnen Heilmittelbereiche sinnvoll ist, um passgenaue Lösungen für die einzelnen Versorgungsbereiche zu finden. Die Runde hat beschlossen, den Dialog zeitnah fortzusetzen. Das nächste Treffen wird es geben, sobald das Bundesministerium für Gesundheit seine Textentwürfe zur Umsetzung des Eckpunktepapiers vorlegt. Denn: Jetzt ist der Zeitpunkt, um deutliche Verbesserungen für alle Therapeuten politisch durchzusetzen.

Mitte September hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ein Eckpunktepapier zur Sicherung und Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung in Deutschland veröffentlicht. In acht Punkten beschreibt er darin seine Ideen zur Optimierung der Heilmittelversorgung. Den etwa 500 Teilnehmern auf dem 1. Therapiegipfel des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) am
27. September 2018 hat Spahn die wesentlichen Punkte seines Papiers nicht nur ganz persönlich vorgestellt, sondern auch in der Sache diskutiert. Nun geht es um die Umsetzung und Konkretisierung der Pläne des Ministers.

Gemeinsam diskutieren

Das Eckpunktepapier hat – im Sinne einer nachhaltigen Patientenversorgung das Ziel, die freiberuflichen Praxen zu stärken und deren wirtschaftliche Existenz ebenso wie die Einkommen der dort Beschäftigten deutlich zu verbessern und dauerhaft abzusichern. Ein wesentliches Element dabei ist es, die Verhandlungsposition der Leistungserbringer deutlich zu stärken und die Verhandlungen zu konzentrieren. Um über diese Punkte zu diskutieren, hat der SHV die Heilmittelverbände zu einem weiteren Treffen eingeladen: Am
21. November wird es in Berlin darum gehen, ob die Vorschläge von Jens Spahn dieses Ziel erreichen können und ob es an der einen oder anderen Stelle der Feinjustierung bedarf.

„Wir freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus den benachbarten Verbänden“, erklärt Ute Repschläger, Vorsitzende des SHV.

Über die Ergebnisse des Treffens und die weiteren Schritte werden wir jeweils zeitnah berichten.

Immer noch Sommer!

Arnd Longrée und Andreas Pfeiffer trafen am 2.11.2018 den SPD-Gesundheitspolitiker Prof. Karl Lauterbach in Köln. Im gemeinsamen Dialog fand ein Austausch über die Situation der Heilmittelerbringer und den erforderlichen Verbesserungen statt. Es ging um die Verbesserung der Ertragssituation von Niedergelassenen und damit auch der Einkommenssituation von den Angestellten in Praxen. Auch eine angemessene Wertschätzung der Berufe im Gesundheitssystem und eine zeitgemäße, nämlich primärqualifizierende hochschulische Ausbildung und das Eckpunktepapier von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wurden besprochen. Prof. Lauterbach will sich für diese Verbesserungen einsetzen und war auch bei der vollständigen Einbindung der Heilmittelerbringer in die Gesundheitstelematik optimistisch.

Das Treffen wurde im Rahmen der „SHV-Sommeraktion“ geplant und konnte aus Termingründen erst heute realisiert werden. Die Vorstandsmitglieder des Spitzenverbands der Heilmittelerbringer (SHV) haben in den vergangenen Monaten gezielt die Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages besucht, um diese über die erforderlichen Verbesserungen für die Heilmittelerbringer zu informieren.

Im Rahmen der Aktion „Entscheidungshilfe“ des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände e.V. (SHV) traf der IFK-Regionalausschussvorsitzende der Oberpfalz, Benjamin Eder, Peter Aumer, MdB (CSU) in seinem Wahlkreis zum Gespräch. Dabei verdeutlichte der IFK-Vertreter die konkreten Auswirkungen des Fachkräftemangels, der zur Folge hat, das eine flächendeckende Heilmittelversorgung schon jetzt nicht mehr möglich ist.

Benjamin Eder zeigte auf, dass vor allem die schlechte Vergütungssituation in der Physiotherapie den Fachkräftemangel befeuert. Hier zeigten sich die Gesprächspartner einig, dass die Vergütungssätze jetzt weiter steigen müssen, um zum einen den wirtschaftlichen Betrieb einer Praxis zu gewährleisten und zum anderen den Beruf durch angemessene Löhne wieder attraktiver zu machen. Darüber hinaus informierte Benjamin Eder den Parlamentarier zu den Themen Abschaffung des Schulgelds, Akademisierung und Direktzugang und veranschaulichte auch hier den dringenden Handlungsbedarf.

Peter Aumer, MdB (CSU) (r.) und Benjamin Eder (IFK).

Im Rahmen der SHV-Sommeraktion traf IFK-Mitglied Michael Wagner in Wahlstedt Gero Storjohann, MdB (CDU), um die aktuelle Situation in der Physiotherapie und insbesondere die Themen Vergütung und Direktzugang zu besprechen. Verstärkung erhielt Michael Wagner dabei von seinen Kolleginnen Mara Kunkel, Jytte Buß und Gudrun Schmidt. Die Physiotherapeuten erklärten die Auswirkungen des Fachkräftemangels, der zur Folge hat, dass eine flächendeckende Heilmittelversorgung schon jetzt nicht mehr durchgängig möglich ist. Deshalb müssen die Vergütungssätze jetzt steigen, um so den wirtschaftlichen Betrieb einer Praxis zu gewährleisten und den Beruf durch angemessene Löhne wieder attraktiver zu machen. Die Gesprächspart ner waren sich darin einig, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Ebenso informierte Michael Wagner zu den Themen Abschaffung des Schulgelds, Akademisierung, und Telematik und verdeutlichte auch hier den dringenden Handlungsbedarf.

In der regionalen Presse fand der Termin Beachtung, so berichteten unter anderem die Segeberger Zeitung und die Lübecker Nachrichten.

Die SHV-Sommeraktion wird auch im frühen Herbst fortgesetzt.

Gero Storjohann, MdB (CDU) (2. v. r.) traf Mara Kunkel, Jytte Buß, Gudrun Schmidt und Michael Wagner (v. l. n. r.) zum Gespräch.