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Der Vorstoß des SHV bei der neuen Koalition hatte Erfolg, in Artikel 20 b des Änderungspakets zum Infektionsschutzgesetz wird die Geltungsdauer der Hygienepauschaleverordnung bis zum 31.03.2022 verlängert. Es gilt noch nicht als sicher, ob der Bundestag dem Gesetzentwurf heute zustimmen wird oder zunächst das Ergebnis der Ministerpräsidentenkonferenz abgewartet wird. Je nachdem folgt auch eine Schleife durch den Vermittlungsausschuss. Es ist jedenfalls in diesen schwierigen Zeiten ein wichtiges Signal an unsere Heilmittelpraxen.

Köln, den 18.11.2021

Am 12. November 2021 fand der 3. TherapieGipfel des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) statt. Knapp 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten online die zweistündige Podiumsdiskussion, zu der der SHV-Vorstand mit seinen Gästen in Berlin zusammengekommen war. Dabei ergaben sich klare Forderungen und Erwartungen in Richtung der neuen Koalition.

Bundesminister grüßt per Videobotschaft und zieht Bilanz
Der Moderator Martin von Berswordt-Wallrabe begrüßte die Podiumsgäste vor Ort und alle berufspolitischen Interessierten aus ganz Deutschland an ihren Bildschirmen. Er führte professionell durch die zweistündige Podiumsdiskussion und setzte mit seinen gezielten Fragen Akzente zu den Schwerpunktthemen des diesjährigen TherapieGipfels. Doch zunächst hatte der geschäftsführende Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn das Wort. In einer Videobotschaft sprach er über die Auswirkungen der Pandemie und den daraus resultierenden Schub für die Digitalisierung sowie über das in der letzten Legislaturperiode Erreichte. Hier nannte er zum Beispiel die inhaltliche Arbeit an der Modernisierung der Gesundheitsfachberufe. Spahn betonte die sehr konstruktive Zusammenarbeit mit den Mitgliedsverbänden des SHV. Besonders verwies der Minister auf die Verbesserungen und die neuen Möglichkeiten zur bundeseinheitlichen Vertragsgestaltung sowie den Vergütungen in den einzelnen Heilmittelbereichen. „Die Gesundheitsfachberufe sind unverzichtbar für eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patientinnen und Patienten“, betonte Spahn. Doch es gäbe noch viel zu tun, um die Berufe weiter attraktiver zu machen und damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Fakten und konkrete Fragen aus den Berufsgruppen
„Therapeutinnen und Therapeuten lindern Schmerzen, erhalten Arbeitsfähigkeit, vermeiden Pflegebedürftigkeit und verbessern Lebensqualität. Ohne diese Arbeit der Spezialistinnen und Spezialisten wären viele ärztliche Behandlungserfolge überhaupt nicht denkbar“, fasst Moderator Martin von Berswordt-Wallrabe zu Beginn eines Introfilms die unverzichtbare Arbeit der Therapieberufe zusammen. Voraussetzungen für eine qualitative Versorgung der Patientinnen und Patienten sind dabei gute Rahmenbedingungen für die Berufsangehörigen wie zum Beispiel eine höhere Vergütung. Denn: auch mit der aktuellen Vergütung ist eine wirtschaftliche Praxisführung noch nicht möglich, und damit können auch keine angemessenen Gehälter in den Praxen bezahlt werden. Die Heilmittelberufe müssen attraktiver werden – für die Berufsangehörigen, aber auch für junge Menschen, die vor der Berufswahl stehen. Voraussetzung dafür ist eine zeitgemäße Ausbildung, Karrieremöglichkeiten und die angemessene Entlohnung. Aber auch der Zugang zu therapierelevanten Informationen, eine interprofessionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe sowie der Direktzugang für Patientinnen und Patienten mit klarem Befundbild sind leider noch nicht in der Versorgung angekommen. Das muss sich ändern!

Podiumsdiskussion mit konkreten Forderungen an die Politik
Der Film über den Stellenwert der Therapie und die konkreten Fragen der Berufsangehörigen zu den Themen interprofessionelle Zusammenarbeit, wirtschaftliche Praxisführung, die Anbindung an die Telematikinfrastruktur und die Anhebung der Ausbildung auf Hochschulniveau lieferte zahlreiche Steilvorlagen für die Diskussion der Podiumsgäste des TherapieGipfels. Oberstes Ziel müsse es sein, die Attraktivität der Therapieberufe weiter zu steigern, erklärte Ute Repschläger, Vorsitzende vom Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) zu Beginn der Podiumsdiskussion. Die Vergütungserhöhungen von 14,09 Prozent in der Physiotherapie können dabei nur ein erster Schritt sein, um eine wirtschaftliche Praxisführung und damit auch angemessene Gehälter für die angestellten Therapeutinnen und Therapeuten möglich zu machen. Dass die vom Gesetzgeber geforderte Wirtschaftlichkeit mit den aktuellen Vergütungserhöhungen noch nicht erreicht ist, war Grund zur Klage der Physiotherapieverbände gegen Teile des Schiedsspruchs in der Physiotherapie.

Die Diskussion zeigte deutlich, dass aktuelle Probleme und Entwicklungen der Branche nicht länger kleinteilig und in Einzelmaßnahmen gedacht werden dürfen. Die Politik ist aufgefordert, mutig neue Wege zu gehen und eine Modernisierung des Gesundheitssystems voranzubringen.

Beispielsweise könnten von einer gut organisierten interprofessionellen Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen sowohl Patientinnen und Patienten als auch die Berufsangehörigen sehr profitieren. Allerdings ist damit zeitlicher Aufwand verbunden, für den die aktuellen Rahmenbedingungen keine Zeitfenster und damit auch keine Vergütung vorsehen. Ziel müsse es sein, knappe Ressourcen so effektiv wie möglich einzusetzen, betonte Andreas Pfeiffer, Vorsitzender des SHV und des Deutschen Verbandes für Ergotherapie. Er ist sicher, dass schon aufgrund des massiven Fachkräftemangels eine verstärkte interprofessionelle Zusammenarbeit erforderlich ist. Bei neuen Versorgungsansätzen sollten stets alle am Versorgungsprozess beteiligten Berufsgruppen einbezogen werden, fordert der Vorsitzende des SHV.

„Warum tun wir uns so schwer mit der Modernisierung der Ausbildungen?“, fragte Andrea Rädlein, Vorsitzende des Deutschen Verbands für Physiotherapie. Sie betonte: „Die Akademisierung funktioniert, das zeigen die Modellstudiengängen seit Jahren“. Volle Unterstützung dafür erhielt die stellvertretende SHV-Vorsitzende dabei von Prof. Dr. Annette Irene Probst, Sprecherin des Fachbereichstags Therapiewissenschaften: „Wir haben lange genug diskutiert. Der Ball liegt im Feld der Politik“. Die neue Bundesregierung müsse hier ein Zeichen setzen und die Machtspiele zwischen den Bundesländern und dem Bund im Hinblick auf die Finanzierung einer modernen und zukunftsweisenden Ausbildung in den Therapieberufen beenden.

Dem stimmte Franz Knieps mit Nachdruck zu. Die Bundesländer müssen ihrer Verantwortung und ihren Aufgaben endlich nachkommen, forderte der Vorstand des BKK Dachverbandes. Er selbst sei ein großer Verfechter einer integrierten Versorgung und einer verstärkten Netzwerkbildung im Gesundheitssystem. Mögliche Modernisierungsschritte müssten aber schnell erfolgen, da die Krankenkassen voraussichtlich ab 2023 defizitär seien.

Fazit der Diskussionsrunde: Es braucht Mut zu Veränderung. Die Therapeutinnen und Therapeuten sind dazu bereit, neue Wege zu gehen. Das haben die vielen Statements und Fragen im Chat gezeigt. So zum Beispiel auch bei der Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Hans Ortmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Physikalische Therapie (VPT), betonte, dass die Praxen bereit seien und auf einen verbindlichen Zeitplan für die Umsetzung warteten.
Der 3. TherapieGipfel des SHV hat Bilanz gezogen und aufgezeigt, welche weiteren berufspolitischen Schritte umgehend erforderlich sind, damit die Therapieberufe attraktiver werden, sich mehr junge Menschen für einen Therapieberuf entscheiden und damit die Versorgung der Patientinnen und Patienten nachhaltig gesichert wird. Der SHV wird die Gespräche mit der Politik und den Entscheidungsträgern intensiv fortsetzen und damit die Forderungen der Therapeutinnen und Therapeuten in die Politik tragen. Selbstverständlich geht auch der Dialog mit den Berufsangehörigen weiter.

Vom 13. bis 19. September 2021 findet die deutschlandweite Aktionswoche #HierWirdGeimpft statt. Die Mitgliedsverbände des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) unterstützen den Impfaufruf der Bundes- und Landesregierungen ausdrücklich.

Denn: Es sind die einfachen Gelegenheiten, die Bürgerinnen und Bürger vor dem Herbst dazu bewegen können, sich impfen zu lassen und so die Impfquote in Deutschland zu erhöhen. Genau an dieser Chance setzt die deutschlandweite Aktionswoche #HierWirdGeimpft an. #HierWirdGeimpft schafft Aufmerksamkeit für Impfangebote und verbindet alle Akteure und Impfinteressierten.

In der Aktionswoche vom 13. bis 19. September sollen möglichst viele Menschen an vielen Orten im Land die Ärmel hochkrempeln – egal ob im Sportverein, in der freiwilligen Feuerwehr, im Mehrgenerationenhaus, in Arztpraxen oder im Impfzentrum. Zahlreiche kreative und unkonventionelle Impfaktionen sollen den Menschen auf lokaler und regionaler Ebene kurzfristige Impfungen ermöglichen.

Unter www.hierwirdgeimpft.de finden Interessierte umfangreiche Informationen rund um die Impfung an sich. Aktuelle Impfaktionen sind auf einer Deutschlandkarte zu sehen.

Zum Hintergrund

Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der Deutschen vollständig gegen COVID-19 geimpft. Im Kampf gegen das Coronavirus und die Virusvarianten ist es essenziell, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen. Die Corona-Schutzimpfung bietet wirksamen Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus und insbesondere vor schweren Krankheitsverläufen. Sie unterstützt das Immunsystem dabei, den Erreger zu bekämpfen, und ist der sicherste Weg, um einen Schutz vor dem Virus aufzubauen. Die Impfung ist neben den AHA-Regeln (Abstand halten, die Hygieneregeln beachten, im Alltag Maske tragen) der wichtigste Baustein zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Aufgrund der derzeit sinkenden Nachfrage nach Impfungen in Impfzentren und Arztpraxen möchte auch der SHV die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zur Corona-Schutzimpfung motivieren und mit einem Verweis auf die bundesweite Kampagne über Impfangebote informieren.

Materialien zur Kampagne

Das Bundesministerium für Gesundheit hat umfangreiche Informationsmaterialien für die Aktionswoche #HierWirdGeimpft vorbereitet. Mithilfe von Informationspostern können auch Heilmittelpraxen über die guten Gründe für eine Impfung informieren.

Hier finden Interessierte Materialien für die Praxis zum Herunterladen:

 

 

Am 11. Juni 2021 hat der Deutsche Bundestag das Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) beschlossen und damit unter anderem die Verlängerung der Modellstudiengänge in den Therapieberufen Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie bis zum Jahr 2024 beschlossen. Diese Regelung war erforderlich, weil es nicht gelungen ist, die längst überfällige Modernisierung der Berufsgesetze im Heilmittelbereich in der aktuellen Wahlperiode zu verabschieden.

Teilerfolg erzielt

 Zunächst sah der Gesetzentwurf der Bundesregierung eine Verlängerung der Modellstudiengänge bis Ende 2026 vor – ein völlig falsches Signal aus Sicht des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände  (SHV) und des Bündnis Therapieberufe an die Hochschulen . Sowohl der SHV als auch das Bündnis Therapieberufe haben im Gesetzgebungsverfahren entsprechende Stellungnahmen eingereicht und eine Reform der Berufsgesetze in den Berufen Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie in der kommenden Legislaturperiode gefordert. Denn: Tatsache ist, dass die Reform der Berufsgesetze längst überfällig ist und damit eine Verschiebung bis ins Jahr 2026 nicht mehr hinnehmbar war.

SHV und Bündnis Therapieberufe fordern übereinstimmend eine nachhaltige, zukunftsfeste hochschulische Ausbildung für die Therapieberufe in Deutschland. Konkrete Konzepte zur Ausgestaltung und zeitlichen Umsetzung liegen der Politik längst vor.

Nächste Schritte bereits in Arbeit
SHV und Bündnis Therapieberufe  lassen nicht locker, um für die Vorteile und den Nutzen einer hochschulischen Ausbildung für die Patientenversorgung zu werben.

Aber auch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) macht Ernst und bereitet sehr konkret die nächsten Schritte zur Novellierung der Berufsgesetze in den Therapieberufen vor. Auf das im März 2020 vom BMG veröffentlichte Eckpunktepapier „Gesamtkonzept Gesundheitsfachberufe der Bund-Länder-Arbeitsgruppe“ folgte Mitte Mai 2021 der Start des Konsultationsverfahren zur Vorbereitung des Referentenentwurfs über die Berufe in der Physiotherapie. Das BMG hat die Physiotherapieverbände sowie weitere Verbände und die Bundesländer aufgefordert, bis zum 30. Juli 2021 eine schriftliche Stellungnahme abzugeben. Dabei geht es um die Beantwortung von zahlreichen Fragen zum Nutzen und der Ausgestaltung der zukünftigen Berufsgesetze und Ausbildungsordnungen.

Mit der konkreten Ausformulierung der Antwort für das Ministerium befasst sich aktuell der Fachausschuss Physiotherapie des SHV.

 

 

„Hier finden Sie einen Artikel zum SHS: Berufspolitik”

SHV Berufspolitik

 

Köln, den 18.05.2021

Für den SHV nahm am 04.05.2021 die DVE-Geschäftsführerin Anja Baumann an der mündlichen Anhörung des ad hoc-Unterausschusses des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Erstfassung der „Richtlinie über die berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung insbesondere für schwer psychisch kranke Versicherte mit komplexem psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlungsbedarf“ teil.

Der G-BA erarbeitet diese Richtlinie gemäß § 92 Abs. 6b SGB V, die geplant im Sommer 2021 in Kraft treten soll. Ziel ist, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass schwer psychisch erkrankte Menschen Versorgungsnetzwerke in Anspruch nehmen können, die ihren tatsächlichen, unterschiedlichen und wechselnden Bedarfen gerecht werden und dafür, den Betroffenen die Übergänge zwischen den Systemen der sozialen Sicherung,  zwischen der stationären und der ambulanten Versorgung, zu erleichtern. Der SHV war zuvor zu einer schriftlichen Stellungnahme eingeladen, in der sich die SHV-Verbände dafür eingesetzt hatten, dass insbesondere Leistungserbringer der Ergotherapie unabdingbare Partner in den zu bildenden regionalen Netzverbünden der Versorgung sind.

Die mündliche Anhörung hat dies bestätigt: Zugelassene Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten werden als zur Teilnahme an der Versorgung nach dieser Richtlinie berechtigte und notwendige Partner angesehen und etliche Stellungnehmende haben sich dafür ausgesprochen, dass der Abschluss von Kooperationsverträgen mit jeweils mindestens einer Ergotherapeutin oder einem Ergotherapeuten zu den Voraussetzungen für die Bildung eines Netzwerkverbundes gehört. Weitere Themen der Anhörung waren die Bestimmung der Patientengruppen, an die die Angebote der Versorgung durch regionale Netzwerke gerichtet sein sollen, die Zugangswege zur bedarfsgerechten Versorgung sowie die weitere Ausgestaltung der Koordination der Leistungen der Netzwerkpartner.

Köln, den 06.05.2021

Wie leicht der gute Wille des Gesetzgebers durch bürokratische Bedenken der Sachbearbeiter vor Ort konterkariert werden kann, hat die Arbeit nicht aller, aber zu vieler Impfzentren in den letzten Wochen gezeigt: Heilmittelerbringer, die sich anmelden wollten, wurden mehr oder weniger brüsk zurückgewiesen. Unsere Veröffentlichung vom 15.01.2021 wurde weggewischt. Dies hat uns nicht nur gestört, es gefährdete vor allem die Patientenversorgung und war auch nicht im Sinne des BMG. In der ohnehin anstehenden Novellierung der Coronavirus-Impfverordnung, die am 08.02.2021 verkündet wurde, sind die Heilmittelerbringer nunmehr auf unser Drängen hin im Besonderen Teil, also der amtlichen Begründung, ausdrücklich genannt:

  • nach der Begründung zu §2 Abs. 1 Nr. 2 haben Heilmittelerbringer, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen selbst am Patienten tätig sind, Anspruch auf Schutzimpfung mit höchster Priorität; dasselbe gilt für Heilmittelerbringer, die im Rahmen der ambulanten Pflege regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln (Abs. 1 Nr. 3). Für den Nachweis einer solchen Tätigkeit reicht eine Bescheinigung des Arbeitgebers- auch als Eigenbescheinigung- aus (§ 6 Abs. 4 Nr. 2).
  • nach der Begründung zu §3 Abs. 1 Nr. 5 haben alle selbst am Patienten tätigen Heilmittelerbringer,  Anspruch auf Schutzimpfungen mit hoher Priorität.
  • nach der Begründung zu § 4 Nr. 6 haben alle in Heilmittelpraxen tätigen Personen, Anspruch auf eine Schutzimpfung mit erhöhter Priorität.

Wir hoffen nun, dass diese Klarstellung dazu führt, dass die Terminvergabe reibungslos klappt. Der Text der Coronavirus-Impfverordnung in der aktuellen Fassung vom 05.02.2021 unter Einschluss der Begründung liegt in jedem Impfzentrum, in jedem Gesundheitsamt vor. Die obigen Auszüge aus der Verordnung kann jedermann überprüfen.

Die Mitarbeiter in unseren Heilmittelpraxen haben gemäß § 3 Ziffer 5 der Coronavirus-Impfverordnung mit hoher Priorität Anspruch auf Schutzimpfung. Unsere Praxen sind damit grundsätzlich den Arztpraxen gleichgestellt.

Mitarbeiter in unseren Praxen müssen dem Impfzentrum eine Bescheinigung über die Tätigkeit in der Heilmittelpraxis vorlegen, um die hohe Priorität im Sinne von §3 nachzuweisen (§6 Abs. 4 Ziff.2).

PRESSEMITTEILUNG

Bekämpfung der SARS-COV2-Pandemie

Köln, 04.11.2020 Das Therapie- und Dienstleistungsangebot der Heilmittelpraxen ist unverzichtbar für die gesundheitliche Betreuung unserer Bevölkerung und damit systemrelevant. Hieran lassen auch die Beschlüsse in der Videokonferenz am 28.10.2020 (Ziffer 8) keinerlei Zweifel. Die klaren Formulierungen dort sind die Grundlage für die Corona-Schutzverordnungen der Bundesländer. In hoher Übereinstimmung gehen auch die Bundesländer von der Systemrelevanz des Leistungsangebots der Heilmittelpraxen aus und schaffen die rechtliche, aber auch die Vertrauens-Grundlage dafür, dass die Heilmittelpraxen ihre unverzichtbare Arbeit für die Gesundheit der Bevölkerung fortsetzen können. Hierfür gilt allen, die an der Erarbeitung dieser Papiere mitgewirkt haben, großer Dank.

Allerdings ist die Verunsicherung bei Therapeuten und Patienten nach wie vor groß. Denn die Corona-Schutzverordnungen der Bundesländer, mit denen die politischen Beschlüsse vom 28.10.2020 umgesetzt werden, sind teilweise (zu) restriktiv gefasst, z.B. bei strukturierten Maßnahmen der Prävention und Rehabilitation der Heilmittelpraxen.

Über den Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV):
Der SHV vertritt als maßgebliche Spitzenorganisation nach § 125 SGB V die berufspolitischen Interessen der Heilmittelerbringer auf Bundesebene und ist für die Belange der Heilmittelversorgung Ansprechpartner der Politik, der Ministerien, der Selbstverwaltungsorgane, anderer bedeutender Organisationen des Gesundheitswesens sowie der Medien. Insgesamt steht der SHV für rund 90 Prozent des Gesamtumsatzes im Heilmittelbereich und vertritt mehr als 75.000 Mitglieder. Aktuell bilden drei physiotherapeutische Verbände (IFK, VPT und ZVK), ein ergotherapeutischer Verband (DVE) und ein podologischer Verband (ZFD) den SHV. Mehr Informationen gibt es unter http://www.shv-heilmittelverbaende.de.

„Die PKV hat bereits früh erkannt, dass die Corona-bedingten Hygienemaßnahmen zu Mehraufwand führen. Auch wenn die Beschaffungskosten für Hygieneartikel sich allmählich normalisiert und auch die Patientenzahlen in den Praxen sich dem Vor-Krisen-Niveau angenähert haben, werden die Privaten Krankenversicherer unter dem Eindruck steigender Infektionszahlen im Herbst 2020 ihren Krankenversicherten in aller Regel für Heilmittelbehandlungen weiterhin eine Hygienepauschale von bis zu € 1,50 pro Behandlungstermin befristet bis zum 31. Dezember 2020 erstatten. Bei Patienten, die im so genannten Basis- bzw. Notlagentarif versichert sind, ist die Erstattungshöhe auf 1,50/pro Verordnung begrenzt. Um Probleme in der weitgehend automatisierten Rechnungsbearbeitung zu vermeiden, muss diese Position in der Abrechnung der Heilmittelpraxis ausdrücklich als Hygienepauschale bezeichnet werden.“